Wetter auf der Baustelle
Das aktuelle Heft
Meister Hose
Meister Glasbruch

Artikel als PDF


PDF anzeigen

Abbildungen

Aktuelles Heft

Die aktuelle Ausgabe

Heft 05-2012

Ausgabe:

Fakten zum Isolierglasrandverbund - mit Marktübersicht

Was steckt hinter der Warmen Kante?

Die Grafik stellt schematisch den Aufbau des Randverbunds einer 3-fach-Verglasung dar.

Mit steigenden energetischen Anforderungen an den Wärmeschutz fällt dem Randverbund bei Isoliergläsern eine immer wichtigere Rolle zu. Für alle, die mit dem Thema Randverbund und der Warmen Kante nicht im Detail vertraut sind, haben wir nachfolgend die wichtigsten Basisinformationen zusammengestellt.

Bei marktüblichen Mehrscheibenisolierglas werden die einzelnen Gläser durch Abstandhalter – auch Spacer genannt – getrennt und durch eine Primär- und eine Sekundärdichtung fixiert und gasdicht geschlossen. Weiter sorgt der Randverbund aus Abstandhalter und den beiden Dichtungen dafür, dass die Festigkeit der ISO-Einheit bei mechanischer Beanspruchung, etwa durch wechselnden Luftdruck, Windsog und Winddruck sowie Temperaturanstieg oder -absenkung, gewährleistet ist.

Um den steigenden energetischen Anforderungen gerecht zu werden, stellt man heute zunehmend 2- und 3-fach-Verglasungen mit sogenannten Warme Kante Abstandhalter her. Diese sind wärmetechnisch optimiert und ersetzen am Markt zunehmend die bis dato üblichen Abstandhalter aus Aluminium. Alu-Spacer sind aufgrund ihrer guten Wärmeleitfähigkeit ungewollte Wärmebrücken, die die Leistungsfähigkeit von Isoliergläsern verschlechtern.

Die Wärmedämmung von Fenstern und ­Fas­sa­den wurde in den letzten Jahren wesentlich ver­bessert. Dazu haben seit Mitte der 80er Jahre (Wärmeschutz-)Beschichtungen sowie die Gasfüllung (mit Edelgasen) der Scheibenzwischenräume im Isolierglas maßgeblich beigetragen. Hierbei muss der Randverbund diffusionsdicht ausgeführt sein, damit die eingeschlossenen Gase nicht unkontrolliert entweichen können und die ISO-Einheit ihre Wärmedämmfähigkeit verliert. Ebenso wurden in den letzten 25 Jahren auch die Fensterrahmen deutlich thermisch verbessert. Mit diesen Verbesserungen rückte im Isolierglasrandverbund die linienförmige Wärme­brücke durch die Abstandhalter aus Aluminium in den Blickpunkt. Diese galt es zu beseitigen.

Für Isolierglas-Abstandhalter, die die Wärmebrücke am Glasrand reduzieren und damit die raumseitige Glaskante wärmer halten, wurde bereits vor rund 30 Jahren in den USA der Begriff „warm edge“ geprägt. Dieser Begriff für einen wärmetechnisch verbesserten Randverbund hat sich auch als Warme Kante in unserem Sprachgebrauch etabliert.

Als Warme Kante wird bei Mehrscheiben-Isolierglas heute der Rand einer ISO-Einheit bezeichnet, bei dem der Abstandhalter zwischen den Glasscheiben aus Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit besteht und die Wärmebrücke am Übergang vom Glas zum Fensterrahmen entkoppelt. Damit wird gleichzeitig auch das Risiko von Tauwasserbildung und Schimmel minimiert. Die Scheiben bzw. die Fenster bleiben trocken und tragen so zu einem gesunden Raumklima bei. Umgekehrt wird in klimatisierten Gebäuden durch Warme Kante Abstandhalter der Energieaufwand für das Kühlen reduziert – Sommerwärme kann damit besser außerhalb der ­Gebäudehülle gehalten werden.

Der Psi-Wert als bestimmendes Element

Die kennzeichnende Größe für die Warme Kante ist der Psi-Wert. Dieser lineare Wärmedurchgangskoeffizient fließt in die Formel zur Uw-Wert-Berechnung ein: Anhand der Psi-Werte lässt sich die Leistungsfähigkeit eines Warme Kante Systems bewerten und verschiedene Systeme werden vergleichbar. Dieser Psi-Wert wird mit Warmer Kante Systemen um etwa 50 Prozent reduziert. Auf ein Fenster gerechnet lassen sich so Verbesserungen im Uw-Wert in der Größenordnung von 0,1 - 0,2 W/(m2K) erreichen.

Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Abstandhalter für die Warme Kante untereinander nicht so stark wie gegenüber konventionellen Spacern aus Aluminium.

Aktuelle Systeme für die Warme Kante

Heute gibt es am Markt eine ganze Reihe unterschiedlicher Warme Kante Abstandhalter-Systeme für die Isolierglasfertigung (einen Überblick gibt die Marktübersicht auf der rechten Seite). Aktuell sind Systeme aus Struktursilikonschäumen sowie verschiedenen Kunststoffmischungen erhältlich. Weiter gibt es Profile aus Edelstahl und einen spritzbaren Abstandhalter aus einem thermoplastischen Kunststoff, der direkt auf das Glas aufgetragen wird.

Stark verbreitet sind die Kunststoff-Abstandhalter aus Polypropylen, die von einer sehr dünnen Edelstahlfolie ummantelt werden. Der ­Kunststoff Polypropylen zeichnet sich durch seine geringe Wärmeleitfähigkeit aus und bildet das strukturelle Gerüst des Abstandhalters, während für die Gasdichtheit die Edelstahlfolie als Ummantelung verantwortlich ist. Die Metall­oberfläche der Folie sorgt darüber hinaus für eine gute Haftung der ­Isolierglasdichtstoffe. —


zurück Druckansicht versenden Artikel merken (?)

Permalink:

Schließen
Bookmarken bei:  Bei Google bookmaren Bei del.icio.us bookmarken Bei Mr. Wong bookmarken Bei Tausendreporter bookmarekn Bei Furl bookmarken Bei Yigg bookmarken Bei Webnews bookmarken Bei Yahoo bookmarken

Schlagworte zu diesem Artikel:

Abstandhalter (42%)

Weitere Artikel zum Thema:

  1. Teil: Was steckt hinter der Warmen Kante?
  2. Teil: Jetzt Downloaden
 

Weitere Online-Angebote des Verlagshauses Alfons W. Gentner Verlag GmbH & Co KG:

Gebäude-Energieberater, Die Kälte, Baumetall, SBZ, SBZ Monteur, TGA Fachplaner, Webinare

Wir sind Mitglied: VDZ, EMMA, FIPP, ABM und BV