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Reaktion auf unser Duotorial "Highlights oder Hochlichter"
Sehr geehrter Herr Rehberger,
sehr geehrter Herr Mund,
ich lese die Glaswelt online sehr aufmerksam und mit großem Interesse. Ihr Disput über die Versuche von Herrn Ramsauer, Englische Begriffe in der deutschen Sprache zu reduzieren, trifft bei mir ein Herzensthema. Ich bemühe mich selber, denglische Begriffe so weit als möglich auszulassen.
In der öffentlichen Diskussion und bei solchen im Privatumfeld fällt mir allerdings immer ein Fehler auf: Um englische Begriffe, oder solche die als englisch verstanden werden (kennen Sie ein englisches „Handy“?), zu vermeiden, wird der Begriff oft stumpf wörtlich übersetzt. Auch Ihre Überschrift bezeugt das.
Warum sind wir nicht in der Lage, in unserer Sprache, die so viel differenzierter und feingliedriger ist als das Englische, sinnvolle Begriffe zu finden? Sollten unsere Bemühungen nicht dahin gehen, sinnvolle Begriffe zu entwickeln?
Zugegeben, mir fällt seit Jahren kein entsprechender Ausdruck für Highlight ein. Aber ich halte die deutsche Sprache für stark genug, eigenständige Begriffe zu finden. Auch der „kindergarden“ fand Einzug in die englische Sprache.
Auf der anderen Seite, und da bin ich voll bei Ihnen, lässt sich nicht jeder Fachbegriff, der aus einer anderen Sprache kommt, eindeutschen. Structural Glazing ist ein gutes Beispiel, weil „geklebte Glasfassaden“ dann doch etwas zu platt klingt und auch einen falschen Eindruck hinterlässt. „Strukturfassaden“ treffen auch nicht wirklich.
Sie schreiben, jeder hat seine persönliche Schmerzgrenze bei den Begrifflichkeiten. Das ist sicher richtig. Aber wenn ich durch die Stadt laufe und an jedem Laden ein „Sale“ lese, weil das Marketing „Schlussverkauf“ oder „Aktionsverkauf“ oder einfach „billig“ nicht schreiben kann und will, dann ist meine Schmerzgrenze überschritten. Nebenbei bemerkt: Wussten Sie, dass genau gegenüber von Rabat in Marokko die Stadt Salé liegt? Hat das einen Zusammenhang?
Ich bin schon der Meinung, dass wir uns nichts vergeben, immer wieder hinzusehen, welche Begriffe eindeutig nicht übersetzbar sind, die müssen dann übernommen werden, und welche absolut vermeidbar sind. Diese sollte man vermeiden.
Ein „O‘zapfd iis“ läßt sich nur sehr schwer stimmungsvoll übersetzen. „Es ist angezapft“ klingt sehr seltsam. Und auch Herr Ramsauer spricht in der Öffentlichkeit zwar bayerisch gefärbt, aber keinen Dialekt.
Machen Sie weiter in dem Bemühen, eine klare und verständliche Sprache zu schreiben! Nehmen Sie sich weiter die Zeit – sofern irgendwie möglich – zu überlegen, einen Angliszismus doch in unserer Sprache auszudrücken. Aber lassen Sie bitte einen Laptop einen Laptop und keinen Klapprechner. Die Klappfahrräder waren auch nicht die hohe Qualität.
Mit freundlichen Grüßen / Kind Regards
Dipl.-Ing.(FH) Matthias Willberg
Vertriebsleiter / Head Of Sales
Mobil +49 174 9088780
Matthias.Willberg@orgadata.com