Handwerksberufe mit meisterlichen Karrierechancen

Daniel Mund
Chefredakteur
Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Debatte um die Wiedereinführung der Meisterpflicht kommt immer mal wieder auf – ungefähr genauso häufig wie im Sommerloch die Debatte um ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Kann man wirklich den Versprechungen des Handwerkspräsidenten Wollseifer glauben schenken, dass im R+S Handwerk in diesem Jahr wieder die Meisterpflicht eingeführt werden könnte?

Aber mit der Meisterpflicht allein ist es auch nicht getan. Wir erleben ja gerade, dass auch ein Handwerksberuf mit meisterlichen Karrierechancen nicht davor gefeit ist, als recht unattraktiv zu gelten. In der BILD-Zeitung war ja schon von einer ‚Klempner-Krise‘ zu lesen – gemeint war damit die Sanitärbranche: Kunden klagen über lange Wartezeiten, Betriebe klagen über Nachwuchsmangel, Beschäftigte klagen über schlechte Löhne. Eigentlich ja kein Teufelskreis, man müsste doch nur an der einen oder anderen Stellschraube drehen, oder?

Ein Beispiel ist die Initiative der Berufsschule in Vilshofen. Dort wird nicht das Problem des Fachkräftemangels beschrieben, sondern angepackt: Für Metallbauer, Schreiner und Glaser werden eigene Abiturientenklassen als Kontrapunkt zum Fachkräftemangel eingerichtet. Hochschulzugangsberechtigte sollen so von einer Ausbildung im Handwerk überzeugt werden. Schließlich werden die Anforderungen im Handwerk immer komplexer und gute Leute werden in jedem Bereich händeringend gesucht. Mit solchen Ansätzen mache ich mir um den Nachwuchs in unserem Handwerk etwas weniger Sorgen.

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