GLASWELT Ausgabe: 04-2014

Das „Ice Q“ Restaurant auf über 3000 meter

Der höchstgelegene Weinkeller in Österreich

Beim Bau des Ice Q-Restaurants waren von den Metallbauern Schwindelfreiheit und Flexibilität gefragt: Auf über 3000 m Einbauhöhe mussten die Handwerker während der Montagearbeiten hochalpinen Herausforderungen trotzen.

Beim Bau des Ice Q-Restaurants waren von den Metallbauern Schwindelfreiheit und Flexibilität gefragt: Auf über 3000 m Einbauhöhe mussten die Handwerker während der Montagearbeiten hochalpinen Herausforderungen trotzen.

Das Panorama spricht für sich: Eine Vielzahl der österreichischen Dreitausender sind vom Ice Q Restaurant aus zu sehen. Und mit sechs Barriquefässern Pinot Noir beherbergt es den höchstgelegenen Weinkeller der Alpenrepublik. Die Fassade des nachhaltig energieeffizienten Gebäudes wurde unter verschärften Bedingungen von Metallbauer GIG umgesetzt.

  1. Teil: Der höchstgelegene Weinkeller in Österreich
  2. Teil: Interview mit Gerhard Haidinger Von GiG

_ In einer imposanten Höhe von 3048 m setzt das Restaurant „Ice Q“ am Gaislachkogel in Sölden mit seinem außergewöhnlichen Design neue Maßstäbe für hochalpines Bauen. 4,5 Mio. Euro Baukosten wurden in das Gebäude investiert: Eine Besonderheit sind drei höhenverstellbare Fundamente, aber auch die Fassade und die eingesetzten Metallfenster mussten besondere bautechnische Herausforderungen erfüllen.

Zu meistern galt es dabei nicht nur die hohen bauphysikalischen Anforderungen und die hochalpinen Bedingungen, sondern auch einen sehr engen Zeitplan. Maßgeblich beteiligt an der Realisierung war der oberösterreichische Fassadenspezialist GIG, der die Gebäudehüllte für den Kubus aus Glas, Holz und Metall fertigte und montierte.

„Als besondere Herausforderung müssen die auf dem Berg eingesetzten Bauteile nachhaltig den sehr extremen Witterungsbedingungen standhalten,“ so Gerhard Haidinger, Geschäftsführer von GiG: „Gefordert waren hochisolierende Fassadensysteme (Hi) mit einem Ucw kleiner 0,8 W/m2K. Für die Fassadenelemente haben wir modifizierte Standard-Anwendungen verwendet, die wir als Sonderlösungen umgesetzt haben. Hierfür haben wir Therm+ A-I Profile von Raico eingesetzt und Stahlriegel mit Alu-Pfosten kombiniert. Weiter haben wir hochwärmedämmendes 3-fach-ISO eingebaut, die einen Ug-Wert von 0,6 W/m2K erbringen. Dabei haben wir auf die Produkte und das Know-how von Eckelt Glas gesetzt.“

Spezielle Tests dieser Konstruktion waren nicht gefordert, allerdings wurde ein Prototyp (Mockup) einer Fassadeneinheit für den Architekten erstellt. Dieses Mockup diente den Planern als Sichtmuster in Bezug auf die optische Glasqualität sowie die Materialoberflachen der Fassadenelemente.Insgesamt verbauten die Fassadenspezialisten im dreieinhalb-monatigen Montagezeitraum etwa 120 t Stahl, 1000 m2 KLH-Massivholzdecken, 900 m2 Glasfassade mit 3-fach-Isolierglas und etwa 350 m2 Metalluntersicht. Neben dem Primärstahlbau wurde die gesamte Gebäudehülle von Fassadenbauer GIG geplant und umgesetzt.

Die Projektumsetzung auf über 3000 Höhenmetern forderte von den Handwerkern in der Bauphase von Juni bis Dezember 2013 höchsten Einsatz, dies schloss neben der Materialbeschaffung auch die planerische und bautechnische Umsetzung ein. „Die Bauarbeiten verlangten von unseren Mitarbeitern höchste Präzision und Schwindelfreiheit. Dazu kam ein sehr enger Zeitplan“, so Gerhard Haidinger. „Auch galt es, nicht alltägliche Probleme zu meistern, wie etwa den Materialtransport über extrem steile Bergstraßen oder die beengten Platzverhältnisse vor Ort.“

Um die fristgerechte Fertigstellung des Projekts zu garantieren, starteten die Bauarbeiten schon vor Sonnenaufgang und die Fassadenbauer mussten teils sieben Tage die Woche bis spät am Abend durcharbeiteten.

http://www.gig.at

  • 120 t Stahl und 900 m2 Glasfassade wurden bei dem Projekt unter erschwerten Transportbedingungen an ihren Einsatzort geschafft, bevor sie montiert werden konnten.

Literatur

  1. Teil: Der höchstgelegene Weinkeller in Österreich
  2. Teil: Interview mit Gerhard Haidinger Von GiG
  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

GLASWELT-Newsletter

Ja, ich möchte folgenden Newsletter abonnieren:

GLASWELT-Newsletter
» Weiter Informationen zum GLASWELT-Newsletter
Kommentare

Energiesparen steht nicht mehr auf der Agenda

Ich habe eine Vorschlag für das Unwort des Jahres: #Dieselgipfel. Jetzt werden wir über die... mehr

Alle Kommentare