GLASWELT Ausgabe: 05-2015

Remmers Villa wird Schulungszentrum

Denkmalschutz mit Heimvorteil

Die Villa Kösters wurde an das Holztechnikum angegliedert und bietet weitere Schulungsräume.

Die Villa Kösters wurde an das Holztechnikum angegliedert und bietet weitere Schulungsräume.

Insgesamt 18 Monate dauerte das gesamte Bauprojekt Kompetenzzentrum Holzoberfläche. Remmers investierte in das Projekt bestehend aus der Sanierung der Villa Kösters, dem Bau des Holztechnikums und der Anlage eines Seminargartens rund 3 Mio. Euro. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde dem erst Ende 2014 eröffneten „Kompetenzzentrum Holzoberfläche“ angegliedert und dient als weiteres Schulungszentrum der „Bernhard-Remmers-Akademie“.

Remmers sieht die Sanierung auch als Demonstration seiner Kernkompetenzen. Alle handwerklichen Arbeiten wurden von Kunden ausgeführt mit Produkten der Löninger Unternehmensgruppe.

Entworfen und errichtet hatte der Architekt August Köster das stattliche Gebäude 1907 als eigenes Wohnhaus mit Architekturbüro. Das Giebelhaus zeichnete sich nicht nur durch seine Krüppelwalmdächer und Korbbogenfenster aus, sondern auch durch farbige Verglasungen und florale Stilelemente des Art déco. Die farbige Verglasung findet sich vor allem in den Flurfenstern und den kleinteiligen Oberlichtern und Seitenfensterflügeln. Zudem wird das Gebäude geprägt von Fachwerk in Kombination mit weiß gestrichenen Putzfassaden und aufwendigen Stuckarbeiten im Inneren. Zimmertürausformungen und Türbeschläge enthalten florale Elemente des Jugendstils, aber auch die nüchternen Stilelemente des Art déco.

Es handele sich um das herausragendste Bauwerk der Jugendstilepoche in der Region. Da in Deutschland vor allem Leipzig, München und Nürnberg zu den Städten mit dem größten Bestand an Jugendstil-Architektur zählen, ist es umso bemerkenswerter, dass auf dem Höhepunkt der Jugendstilepoche eine solche Villa in Löningen entstand.

Nach Analyse der Remmers-Anwendungstechnik schlug das leitende Architekturbüro CIG aus Cloppenburg den Austausch aller Fenster und Türen vor. Voraussetzung war die Herstellung nach denkmalrelevanten Auflagen und eine deckende Lackierung. Dies übernahm die Hera Fenster und Türen aus Holz GmbH im benachbarten Vinnen. Geliefert wurde der Typ Hera IV-Reno, ein Denkmalschutzfenster mit Holzwetterschenkel. Dieses wurde mit einem vierschichtigen Lackaufbau von Remmers versehen, für die das Löninger Unternehmen eine besondere Garantie gibt: Zehn Jahre lang ist kein Sanierungsanstrich nötig. Er besteht aus einer Imprägnierung und Holzverfestigung, einer Grundierung mit Induline GW-201 sowie einer Zwischen- (Induline ZW-400) und Endbeschichtung (Induline Aqua Stopp DW-601).

Hera fertigt bereits in der dritten Generation Fenster und Türen und ist langjähriger Remmers-Partner. „Wir versuchen uns bewusst mit Holz vom Wettbewerb abzugrenzen, setzen auf Ökologie, Flexibilität, Sicherheit und vor allem Beratung“, betont Stefan Herbes. Außerdem verfügt Hera über eine eigene Konstruktionsabteilung. „Die muss man heute haben, um dauerhaft erfolgreich zu sein“, sagt Herbes.

Auch die Neukonzeption des Villengartens war eine besondere Herausforderung. Sie musste einerseits den heutigen Anforderungen des Seminarbetriebs gerecht werden, andererseits aber berücksichtigen, dass die Jugendstilvilla und ihr Garten seit jeher eine Einheit bilden.

Bevor die Remmers Gruppe das repräsentative Gebäude im Jahr 2013 erwarb, wurde es über mehr als drei Jahrzehnte als privates Wohnhaus genutzt. Nach der behutsamen Sanierung des denkmalgeschützten Kulturguts präsentiert sich die Villa Köster heute auf dem aktuellen Stand der Restaurierungs-Technologie im Denkmalschutz.

www.remmers.de | www.hera-fenster.de

  • Das historische Original blieb so weit wie möglich erhalten.

  • Die Villa dient heute als Büro- und Besprechungstrakt des angegliederten Holztechnikums.

  • Das Gebäude ist geprägt von Fachwerk in Kombination mit weiß gestrichenen Putzfassaden und aufwendigen Stuckarbeiten im Inneren.

  • Hera-Geschäftsführer Stefan Herbes: „Geliefert haben wir Fenster aus unserem favorisierten Holz Sumatra Seraya. Dieses Holz ist relativ schwer und weist kaum Gewichtsschwankungen auf. Außerdem ist es homogener in der Farbgebung, anders als Meranti.“

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