GLASWELT Ausgabe: 09-2015

König Fahad Nationalbibliothek in riad

Hart am Wind

Der mit Sonnensegeln umschlossene Baukörper verschafft der Nationalbibliothek ein neues architektonisches Bild, ohne den Altbau aufzugeben.

Der mit Sonnensegeln umschlossene Baukörper verschafft der Nationalbibliothek ein neues architektonisches Bild, ohne den Altbau aufzugeben.

  1. Teil: Hart am Wind
  2. Teil: Bautafel

_ Die King Fahad Nationalbibliothek gilt heute als eine der städtebaulich und kulturell wichtigsten Projekte der Hauptstadt Riad und des Königreichs Saudi Arabien. Der von Gerber Architekten aus Dortmund entwickelte Entwurf des 2014 fertiggestellten und seiner Bestimmung übergebenen Gebäudes, hatte seinen Ursprung bei einem Architektur-Wettbewerb unter König Fahd ibn Abd al-Aziz. Damals konnten die Dortmunder mit einem Entwurf, der die Überbauung der bestehenden Bibliothek vorsah, überzeugen. Im ersten Obergeschoss des neuen Südflugels, der von den übrigen Nutzungen getrennt und separat zugänglich ist, wurde eine besondere Bibliothek untergebracht, in der sich Frauen unverhüllt aufhalten durfen.

Heute wird der quaderförmige Baukörper mit der bestehenden Bibliothek von einer neuen Textilfassade umschlossen und definiert die Nationalbibliothek so als neues architektonisches Bild. Um bei der Neugestaltung möglichst viel Tageslicht ins Innere der Bibliothek gelangen zu lassen und angenehme Temperatur- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, wurde der Sonnenschutz in Form von weißen, rautenförmigen Sonnensegeln realisiert.

Als prägendes gestalterische Merkmal erstrecken sie sich über die gesamte Gebäudehülle und erinnern an die arabische Zeltarchitektur. Die aus einem lichtdurchlässigen Glasfasergewebe, mit einem Transmissionsgrad von nur sieben Prozent hergestellten Segel unterscheiden sich nur an den Gebäudeecken, wo aufgrund der notwendigen Geometrie Sonderformen gewählt werden mussten.

Die tragende Konstruktion der Sonnensegel besteht aus zwei Ebenen von diagonal verlaufenden, sich kreuzenden Stahlzugseilen. Um einen konstruktiven Abstand für Reinigungsarbeiten etc. zu schaffen, wurden die Knotenpunkte der Seile an Stahlträgern befestigt, die 1,7 Meter aus der Glasfassade auskragen.—

  • Mit einem Transmissionsgrad von 7 % wurden angenehme Lesebedigungen geschaffen.

  • Durch die geometrische Form der dreidimensional gewölbten Segel ergeben sich kleine Freiflächen, die einen Blick nach draußen gewähren.

  • Bei den Gebäudeecken mussten Sonderformen realisiert werden, um die Architektur fortzuführen.

  • Alle Details der Befestigung und der Segelflächen wurden im Vorfeld eingehend geplant und berechnet.

Bildnachweis: Christian Richters, Berlin

Literatur

  1. Teil: Hart am Wind
  2. Teil: Bautafel

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