GLASWELT Ausgabe: 03-2016

Der Kommentar

So macht man keine Geschäfte

Stephan Gründel
ist Vertriebsleiter von Flachglas Wernberg und seit vielen Jahren in der Glasbranche aktiv.



Schreiben Sie uns Ihre Meinung zum Gastkommentar: <a href=

Stephan Gründel

ist Vertriebsleiter von Flachglas Wernberg und seit vielen Jahren in der Glasbranche aktiv.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zum Gastkommentar: glaswelt@glaswelt.de

Die FENSTERBAU FRONTALE 2016 steht vor der Tür. Dort erwartet uns eine ganze Reihe an neuen Produkten aus dem Segment Smart Home, das auch in vielen anderen Branchen ein „Renner“ ist. Weiter bin ich gespannt, was uns Neues bei den Fenster- und Türsystemen präsentiert wird, insbesondere beim Einbruchschutz. Sicherheit ist aktuell in aller Munde, viele Hausbesitzer machen sich aufgrund der jährlich steigenden Einbruchzahlen Sorgen um ihr Eigentum, aber auch um ihre persönliche Sicherheit.

Ein Bekannter von mir, ein pensionierter Oberstudienrat, möchte aktuell sein Haus Baujahr 1980 rundum auf den neuesten Stand bringen. Er bat mich um fachlichen Rat zum Thema Sicherheit. So haben wir uns bei einem Glas Rotwein zusammengesetzt und er hat mir seine Situation erklärt. Er hätte gerne einbruchsichere Fenster, dazu hatte er mehrere Firmen um ein Angebot gebeten und einige Beratungsgespräche geführt. Doch keiner der Verkäufer konnte ihn überzeugen, obwohl die Angebote deutlich unter dem Preis lagen, den er bereit wäre in gute, sichere Fensterprodukte zu investieren.

Mehr noch, sein Wunsch nach Sicherheit wurde in der Beratung gar nicht richtig berücksichtigt. Einer der Verkäufer hat ihn dazu gar nicht beraten, er hätte ihm sogar angeboten, wenn er ein Wettbewerbsangebot vorlegt mache er es fünf Prozent günstiger. Puh, das ist schon hart, da sträuben sich mir als Vertriebler die Haare.

Mir ist bewusst, dass die Fensterbranche unter Druck steht, doch mit Vertrieb hat das gar nichts zu tun. Aber ist das ein Einzelfall? Der Kunde hat Vorstellungen von einem Produkt und will dafür auch gerne etwas mehr bezahlen. Ist das jetzt ein Ausnahmekunde oder gibt es noch mehr davon? Warum wollten ihn die Verkäufer mit einem Standardprodukt zum günstigeren Preis überzeugen?

Liebe Fensterverkäufer, es gibt noch finanziell gut gestellte Kunden, die für Qualität bereit sind einen angemessenen Preis zu bezahlen. Aus Angst vor Einbrüchen ist die Investitionsbereitschaft in Sicherheitsprodukte aktuell sehr hoch.

Das gilt es jetzt zu nutzen. Unsere Branche hat genau die Produkte, um die größten Schwachstellen im Haus sicherer zu machen: Fenster und Türen mit Sicherheitsbeschlägen und geprüfter RC-Widerstandsklasse in vielen Produktvarianten, Sicherheits-Isoliergläser mit verdeckter Alarmspinne. Und der neueste Schrei, Integration der Fenster und Türen die Smart Home-Steuerung, über die man mit dem Smartphone die Fenster und Türen schließen und veriegeln kann.

Mein Bekannter hat nun seine Fenster bekommen, zertifiziert mit Widerstandsklasse RC 2 und 3-fach-ISO mit VSG-P6B mit Multisafe Alarm.

Das Ganze hat ihn knapp 30 000 Euro gekostet, ein Billigangebot von unter 12 000 Euro hat er hin-gegen abgeschlagen. Und wissen Sie was? Er hat bekommen, was es will. Und jetzt ist er zufrieden.

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

GLASWELT-Newsletter

Ja, ich möchte folgenden Newsletter abonnieren:

GLASWELT-Newsletter
» Weiter Informationen zum GLASWELT-Newsletter
Kommentare

Manchmal sollte man zweimal hinschauen

Bei einer Fachzeitschrift ist es wie mit der Fensterproduktion: Wenn Sie nichts zu verbergen... mehr

Alle Kommentare