GLASWELT Ausgabe: 06-2017

Metallgewebe als sprechende Hulle

Die Trommel ruft


Auf einem 60 000 m2 großen Grundstuck entstand der Gebäudekomplex des Statistics South Africa (Stats SA) in Pretoria mit 31 800 m2 Burofläche.

Auf einem 60 000 m 2 großen Grundstuck entstand der Gebäudekomplex des Statistics South Africa (Stats SA) in Pretoria mit 31 800 m 2 Burofläche.

_ Die seit 25 Jahren rasant wachsende Infrastruktur und Wirtschaft verwandelten das Bild Sudafrikas nachhaltig. Heute zählt das Land zu einem der wichtigsten Schwellenländer. Eine Schlusselrolle zur Messung dieses Fortschritts nimmt das nationale Statistikamt, die Statistics South Africa (Stats SA) in Pretoria ein. Mit einem umgerechnet uber 100 Mio. Euro teuren neuen Hauptgebäude trug das Land der Bedeutung des Amtes Rechnung. Die sudafrikanischen Architekturburos GLH und Terra Ether gestalteten den Bau in Kooperation und verliehen ihm durch eine Fassade aus Metallgewebe sein unverwechselbares Gesicht. Verziert mit uber einer halben Million Knöpfe wird sie zur symbolträchtigen Imagebotschaft der Behörde.

Eingefügt in die Landschaft

Wie eine gigantische Trommel mit funf Fingern fugt sich der mit vier Sternen vom Green Building Council South Africa (GBCSA) zertifizierte Bau harmonisch in die Hugellandschaft ein, und hat durch Farbwahl und Dachwinkelform seine eigene Identität. Traditionell lädt die Trommel in Afrika alle Menschen zum Kommen und Mitmachen ein.

Kombination aus Symbolik und Sonnenschutz

Insgesamt 2280 m2 Omega-Gewebe von GKD aus Düren wurden zu 41 Paneelen in unterschiedlicher Breite und jeweils 10 m verarbeitet. Fur die Verkleidung der Trommel wurden die Paneele so gebogen und mit Klammern fixiert, dass sie der Form des Gebäudes konsequent parallel auf einer Ebene folgen.

Dabei galt es auch, die Musterubergänge von Paneel zu Paneel exakt auszurichten. Fur das authentische Erscheinungsbild der Trommelbespannung war deshalb auch die Gestaltung der Klammern von entscheidender Bedeutung. Insgesamt 75 verschiedene Arten maßgeschneiderter Klammern setzte GKD Buismet fur die Befestigung und Spannung des Gewebes ein.

Neben der Krummung des Bauwerks stellte dabei das Knopfmuster das sudafrikanische Tochterunternehmen der Gewebeexperten vor die größte Herausforderung seiner Firmengeschichvte. Die vier verschiedenen Knopfarten variierten nicht nur in der Größe und Farbe, sondern alle 500 000 Knöpfe hatten auch eine durch das Muster exakt vorgegebene Position auf dem Gewebe. Diese mussten einzeln mit entsprechenden Schablonen auf den Paneelen im Werk markiert werden. Die eigentliche Montage der Knöpfe konnte nicht im Werk erfolgen, da der Transport fertig bestuckter Paneele ausschied. Folglich mussten die Knöpfe an der Baustelle während der Gewebemontage installiert werden.

Bei der Trommel dient die Verkleidung auch als effektiver Sonnenschutz sowie als Absturzsicherung an den Balkonen. Fur den Einsatz an den Buroblöcken hingegen war die bewährte Funktion als Sonnenschutz ausschlaggebend.—

www.gkd.de

  • Wie eine gigantische Trommel mit funf Fingern integriert der Neubau die wagenburgförmige historische Bebauung.

  • 1 Bei der Trommel dient die transparente Verkleidung als effektiver Sonnenschutz sowie als Absturzsicherung an den Balkonen.

  • 2 Insgesamt 2280 m 2 Omega-Gewebe wurden zu 41 Paneelen in unterschiedlicher Breite und jeweils 10 m Höhe verarbeitet.

  • 3 Ein Rundbau am Haupteingang erhält durch die optisch nahtlose Bespannung mit einer Hulle aus Metallgewebe die Anmutung einer Trommel.

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