GLASWELT Ausgabe: 03-2018

Die komplette Wertschöpfungskette auf einer Messe

Vier Messetage stehen zur Verfügung bei gekürzten Öffnungszeiten von jetzt 10 Uhr bis 18 Uhr.

Vier Messetage stehen zur Verfügung bei gekürzten Öffnungszeiten von jetzt 10 Uhr bis 18 Uhr.

Ab dem 21. März ist es wieder soweit: Das „Who is Who“ aus der Fenster-, Tür- und Fassadenbranche liefert einen einzigartigen Marktüberblick verteilt auf acht Messehallen. Die Doppelmesse im Verbund mit der HOLZHANDWERK expandiert immer weiter und lockte 2016 bereits über 110 000 Fachbesucher in die Frankenmetropole. Auch in diesem Jahr wird man sich erneut auf übervolle Messestände einstellen müssen – die Unternehmen haben einige Innovationen im Gepäck.

_ Vier Messetage stehen dem Fachpublikum zur Verfügung bei gekürzten Öffnungszeiten von jetzt 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr (Samstag: 10.00 bis 17.00 Uhr). Einen Vorteil hat der späte Messestart um 10.00 Uhr aber auf jeden Fall: Der Berufsverkehr ist um diese Zeit schon überwiegend abgewickelt. Aber auch deswegen gilt es, gut vorbereitet nach Nürnberg anzureisen und genau zu wissen, welchen Messestand man ansteuern möchte. Dazu hilft einerseits das Studium unseres umfangreichen Messeausblickes auf den nächsten Seiten. Vielleicht haben wir aber mit den „Guided Tours“ für Sie schon genau die richtige Route auf der Messe festgelegt. Mehr dazu auf der Seite 24 oder direkt unter www.glaswelt.de/guidedtours – die Touren starten auf unserem Stand 337 in Halle 5.

Wo steckt der Flaschenhals?

Nürnberg ist auch ein Branchentreffpunkt und so werden sicher wieder übergreifende Themen diskutiert werden – beispielsweise wird man sich über die allgemeine Marktsituation austauschen. Die Zahlen jedenfalls sprechen eine deutlich positive Sprache, der Verband Fenster + Fassade prognostiziert für dieses Jahr einen Zuschlag beim Fensterabsatz um 3,3 Prozent in Deutschland.

Die Herausforderungen sind dadurch aber freilich nicht kleiner geworden, denn nicht alle herstellenden Betriebe im Land partizipieren an der positiven Absatzentwicklung. Es kristallisiert sich heraus, dass sich gerade auf der Baustelle der Flaschenhals befindet: Endkunden müssen sich schon seit einiger Zeit auf lange Wartezeiten für neue Fenster und Türen einstellen, da einfach zu wenig Montagekapazität vorhanden ist. Gerade hier schlägt sich der grassierende Fachkräftemangel nieder: In vielen Gebieten werden händeringend gute Facharbeiter gesucht und die Branche tut gut daran, den Montageprozess zu vereinfachen, zu optimieren und auch zu digitalisieren.

Leider gilt aber auch, dass gestiegene Absätze nicht gleichzusetzen sind mit höheren Erträgen – zumal der Preiskampf in der Branche mittlerweile durch Player aus vielen angrenzenden Ländern stark internationalisiert ist: Etwas billiger geht es immer, so hat es den Anschein. Gut also, wenn Unternehmen bei der Preisdurchsetzung nicht den Markt entscheiden lassen, sondern sich auf ihre Stärken besinnen und Kunden mit anderen (Mehrwert-)Argumenten von ihrem Angebot überzeugen können.

Premiumanbieter, die wir auch immer wieder in unserer Zeitschrift porträtieren können, machen es der Branche vor, dass dieser Weg erfolgreich bestritten werden kann.

Thema Digitale Transformation erfasst die Messehallen

Eine andere Herausforderung wird immer deutlicher: Wie gehen Unternehmen mit der digitalen Transformation um? Am ehesten verstanden wird hier der Ansatz „Industrie 4.0“ innerhalb der Fertigung. Auch auf der Messe werden sicher wieder beeindruckende Weiterentwicklungen der Maschinenhersteller und Softwarehäuser in Bezug auf die Automation beziehungsweise der Digitalisierung der Fertigungsabläufe zu bestaunen sein.

Echte Digital-Strategien sind aber auch gefordert in Bezug auf die Interaktion mit dem Kunden, bei der Montage und im After-Sales-Bereich. Die Erwartungen der Kunden an die digitale Sichtbarkeit eines Fensteranbieters sind klar und werden doch häufig (noch) nicht verstanden: „Kunden, die heute online Fenster & Montage ‚kaufen‘, machen das nicht, um Geld zu sparen, sondern weil das Internet der Kanal ist, über den sie auch ihre sonstigen Einkäufe tätigen.“ So jedenfalls fasste es kürzlich Marktbeobachter Dr. Constantin Greiner in einem GLASWELT Interview zusammen. Und er sagte auch: Die veränderten Kundenansprüche bekomme auch der traditionelle Handel zu spüren. „Eine schnelle Angebotserstellung und Service „auf Augenhöhe“ des Endkunden sind also nicht nur im Onlinevertrieb Erfolgsfaktoren.

Es lässt sich also konstatieren: Der Konsolidierungsdruck ist unverändert hoch – aber der deutsche Fenstermarkt bleibt attraktiv, Chancen sind überall vorhanden, wenn die Positionierung klar festgelegt ist.

Neue Systeme, bessere Fenster und ein Zeittunnel

Um auf die aktuellen Messepräsentationen der Aussteller sprechen zu kommen, kann man in diesem Jahr bei den Systemgebern eine ganz besondere Innovationsfreude feststellen. Inoutic hat ein komplett neues Profilsystem „Elegante“ im Gepäck, profine will auch auf Neuentwicklungen im Schiebebereich und im Bereich des Services – Stichwort Montage als Dienstleistung – hinweisen und der Branchenprimus Veka widmet sich ganz dem Thema „Zukunft gestalten“. Dabei gehe es um die sinnvolle Nutzung der Digitalisierung in der Fertigung, aber auch um die Einbindung von Fenstern in Smarthome-Konzepte – man darf gespannt sein! Gespannt sein darf man ebenfalls, was aus der Umfrage der aluplast-Standbesucher auf der letzten FENSTERBAU geworden ist: Es hätten sich jedenfalls Produkt-Neuheiten daraus entwickeln lassen, die heuer auf der Messe zu bestaunen seien.

Und um nicht weniger als um „ein besseres Fenster für weniger Geld“ geht es, wenn der Chemiegigant BASF sich mit der PVC-Fensterherstellung beschäftigt. Ein spezieller Kunststoff habe das Potenzial, die Metallverstärkungen aus dem Rahmen zu verbannen, so unser Gesprächspartner Dr. Kay Brockmüller auf Seite 34 im Heft.

Herausgreifen kann man auch noch den Profilanbieter Salamander: Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Hauptstandortes in Türkheim/Unterallgäu, wird das Unternehmen einen Zeittunnel auf der Messe installieren – lesen Sie in unserer Messevorschau, was sich am Ausgang des Tunnels befindet.

Fensterfertigung: mit alten Traditionen brechen?

Schweißen ohne Putzen – das war schon vor einigen Jahren ein großes Messethema. Auch diesmal will Anlagenanbieter Ryko den Beweis antreten, dass man in einer PVC-Fensterfertigung ohne Verputzer auskommt. Und mit „schöneren Ecken“ möchte die Anlagenschmiede Urban Messebesucher an den Stand locken: Lösungen für besonders schöne Ecken bei farbigen Fenster- und Türprofilen stünden im Mittelpunkt. Ganz einfach soll dagegen künftig die Pfostenmontage in die Produktionslinie integriert werden können: Norbert Scheiderer von PHI jedenfalls spricht von nichts geringerem als von einer Revolution.

Was die Fensterfertigung mit dem schönen Werkstoff Holz angeht, so lässt sich hier eine gewisse Renaissance des Klebethemas entdecken. Beispielsweise hat Klebebandspezialist Lohmann mit anderen Zulieferern aus der Branche an einem kompletten Holzfenster-System getüftelt – das als Element mit der Widerstandsklasse RC2 angeboten werden kann. Gleichzeitig lohnt vielleicht ein Abstecher in die nebenan stattfindende HOLZHANDWERK: Aussteller Homag verspricht die „leistungsfähigste Einportal-Anlage am Markt“ zu zeigen. Mal schauen, was Marktbegleiter Weinig dazu sagt…

Beschlagsanbieter mal nicht zugeknöpft

Beschlagshäuser sind vor der FENSTERBAU immer etwas schüchtern mit Informationen über ihre zu präsentierenden Innovationen. Diesmal aber hat Roto bereits Ende letzten Jahres mit dieser Tradition gebrochen und ein komplett neues Beschlagsystem – den Roto NX – wenige Monate vor der Messe auf dem Markt gebracht, welches somit auch erstmals von einem breiten Fachpublikum genauer unter die Lupe genommen werden kann.

Ansonsten sind die Trendthemen bei den Beschlaganbietern klar gesteckt: Es geht um effizientere und komfortablere Lüftungsofferten, Barrierefreiheit und die Einbruchhemmung – und natürlich immer wieder um die Smarthome-Anbindung.

Die App zur Messe

Messe-Besucher können sich eine App (für iOS und Android) herunterladen, um sich im Vorfeld über Aussteller und Produkte zu informieren und eine Merkliste zu speichern. Vor Ort erleichtert die App die Orientierung dank eines dynamischen Hallenplans (Infos unter www.frontale.de/app ).

Nutzen Sie die vorliegende Ausgabe mit dem umfangreichen Messeüberblick für Ihren Besuch in Nürnberg.

Und falls es Ihnen nicht vergönnt ist, das Angebot in der fränkischen Metropole live zu erleben – seien Sie versichert: Wir gehen in den nächsten Heften ausgiebig auf die Neuheiten und Innovationen ein.

Daniel Mund

  • In der vom Nürnberger Technologieunternehmen nous und der Messe entwickelten virtuellen Welt können Besucher die Möglichkeiten der virtuellen Realität kennenlernen.

  • Sind ein wichtiger Bereich im Messerepertoire: Holzfensterlösungen der Hersteller und Systempartner.

  • Am ehesten verstanden wird der Ansatz „Industrie 4.0“ innerhalb der Fertigung.

  • Auf volle Messestände wird man sich einstellen müssen: Die viertägige Veranstaltungen lockt mit interessanten Innovationen entlang der ganzen Wertschöpfungskette von Fenstern und Türen.

  • Auch die Sonnenschutzbranche trifft sich in Nürnberg. Klar ist, dass viele ihrer Produkte in ein Fenster direkt mit eingebaut werden können.

Foto: NürnbergMesse

Foto: NürnbergMesse

Foto: Rainer Hardtke

Foto: NürnbergMesse

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