GLASWELT Ausgabe: 11-2018

Der Kommentar

Energiesparen steht nicht mehr auf der Agenda

Daniel Mund 
ist Chefredakteur und verantwortlich für das Ressort Fenster, Türen, Bauelemente. Der Schreiner und Diplom-Bauingenieur vermittelt seit 2001 als Redakteur technische Informationen und berichtet über wichtige Trends zu den Branchenthemen Fenster, Fassade und Bauelemente. Gleichzeitig tritt Mund als Referent auf Branchenkongressen auf und ist als Moderator in Podiumsdiskussionen gefragt.
Schreiben Sie mir Ihre Meinung zum Gastkommentar: mund@glaswelt.de

Daniel Mund

ist Chefredakteur und verantwortlich für das Ressort Fenster, Türen, Bauelemente. Der Schreiner und Diplom-Bauingenieur vermittelt seit 2001 als Redakteur technische Informationen und berichtet über wichtige Trends zu den Branchenthemen Fenster, Fassade und Bauelemente. Gleichzeitig tritt Mund als Referent auf Branchenkongressen auf und ist als Moderator in Podiumsdiskussionen gefragt.

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Ich habe eine Vorschlag für das Unwort des Jahres: #Dieselgipfel. Jetzt werden wir über die Medien mit ständig neuen „Diesel-Hämmern“ penetriert und uns wird wieder einmal vorgeführt, wie eng verflochten die Politik und Automobilindustrie tatsächlich sind.

Vor einigen Wochen gab es nur ein einziges anderes Thema: #Maaßen – leider werden bei dieser Dominanz einzelner Themen andere wichtige Nachrichten zur absoluten Nebensache.

Ein Beispiel: Am 4.10. gab das Statistische Bundesamt (Destatis) die Energieverbräuche deutscher Haushalte für 2017 bekannt. Und dabei kommt heraus, dass nicht nur nach wie vor über 70 Prozent der Energie für die Raumwärme verbraucht wurde.

Viel bemerkenswerter sind weitere Details in der Meldung (siehe auch in den News auf S. 10):

Seit 2010 ist der Heizenergieverbrauch um 2,1 % angestiegen.

Seit 2014 steigt auch die Energieintensität wieder an: Die Haushalte verbrauchen wieder mehr Heizenergie pro Quadratmeter Wohnfläche.

Da war doch noch etwas: Hat die Politik nicht das Kyoto-Protokoll und das Pariser Klimaschutz-Abkommen unterschrieben? Haben wir nicht in der Vergangenheit einmal für Deutschland Klimaziele für 2020, 2030 und 2050 festgelegt? Ist das jetzt alles Makulatur?

Offensichtlich sind leider die realen Entwicklungen völlig gegenläufig – Energiesparen steht einfach nicht mehr auf der Agenda.

Dazu fällt mir ein: Früher gab es auch mal einen Bundesbauminister, der sich um so etwas sehr intensiv gekümmert hat. Heute ist das Bauministerium ja dem Heimatschutzminister – ach nein, es heißt ja Bundesinnenministerium – untergeordnet …

Aber lassen wir die Personalpolitik: Wie wäre es mit einem #Energieverbrauchvermeidungs-Gipfel? Okay, das klingt blöd und ist viel zu lang. Da sollten wir uns bessere und wirkungsvollere Hashtags einfallen lassen – vielleicht #wenigerHeizenbessereLuft, #GeldsparenmitneuenFenstern, #ContraEnergieverbrauch? Oder vielleicht haben Sie bessere Hashtag-Vorschläge?

Hauptsache, am Ende müssen Bewohner weniger Geld für die ein warmes Zuhause ausgeben – und unsere Umwelt kann etwas aufatmen …

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