GLASWELT Ausgabe: 04-2019

Qualität und Spitzenservice von Gugelfuss

Mit der Software alles im Griff


Die großzügig verglaste Produktionshalle im Stammwerk Elchingen fasziniert mit ihrer Architektur und mehr noch mit ihrem Hightech-Innenleben.

Die großzügig verglaste Produktionshalle im Stammwerk Elchingen fasziniert mit ihrer Architektur und mehr noch mit ihrem Hightech-Innenleben.

Beim Fenstermacher Gugelfuss können es auch schon mal 1000 Fenster sein, die täglich die Produktionshallen verlassen. Ein Unternehmen mit solch einer Fertigungskapazität – verteilt auf drei Standorten – braucht perfekt eingestellte Prozesse und eine Software, die diese Prozesse intelligent steuert. Wie das alles vonstatten geht und warum der Handelspartner auch noch profitiert, lesen Sie in diesem Beitrag.

  1. Teil: Mit der Software alles im Griff
  2. Teil: Hightech-Highlights bei Gugelfuss

_ Stetige Innovation in Spitzentechnologie, Premium-Software und qualifizierte Mitarbeiter sind Voraussetzungen für konkurrenzfähige Qualitätsprodukte. Das weiß man bei Gugelfuss. Doch zum Spitzenprodukt gehört auch perfekter Service – dem Handelspartner wie dem Endkunden gegenüber. Das erzeugt Vertrauen und stabile Kundenbeziehungen.

Auf der konsequenten Umsetzung dieser Anforderungen beruht der Erfolg des schwäbischen Familienunternehmens, das 1891 als Küfnerei gegründet wurde. Heute leitet Martin Gugelfuss das Unternehmen gemeinsam mit seinem Onkel Anton Gugelfuss (beide Geschäftsführer) und seiner Schwester Susanne Gugelfuss-Dannerbauer (Prokuristin).

In Elchingen fertigt das Traditionsunternehmen auf 6500 m² PVC-Fenster. Ein weiterer „PVC-Standort“ ist das Werk Beerwalde in Thüringen, das logistisch eng an das Oberelchinger Hauptwerk angebunden ist. Aluminium-Elemente wie Haustüren, Fenster und Fassaden werden am Standort Straß nahe Elchingen hergestellt. Insgesamt hat sich das Unternehmen erfolgreich als Vollsortimenter positioniert, auch wenn im Holzbereich die Produktion über Partnerschaften erfolgt.

Hochtechnologie vom Feinsten

Ein Unternehmen, das bis zu 1000 Fenster und Türen am Tag produziert, braucht perfekt eingestellte Prozesse für besten Durchsatz bei zuverlässiger Qualität. Der Grundstein dafür wurde 2013 beim Hallenneubau am Stammsitz gelegt. 2017 nahm Gugelfuss das neue vollautomatische Schirmer-Bearbeitungszentrum in Betrieb, das nun großzügige Fertigungskapazitäten bereitstellt.

Doch die hohe Performance der Fertigung beginnt bereits bei der Lagerlogistik: Beschickt wird das BAZ aus einem modernen Hochregallager mit 470 Plätzen. Neben den Standardprofilen des Systemgebers Veka werden dort auch die auftragsbezogenen bestellten farbigen Profile verwaltet.

Das Hightech-BAZ, das über eine Schnittstelle von der A+W Cantor-Software gesteuert wird, schneidet die 6,5 m langen Kunststoffprofilstangen in Teilelängen von min. 230 mm bis max. 3800 mm. Stahlarmierungen werden hier vollautomatisch zugeschnitten, eingeschoben und verschraubt. Weitere Bearbeitungen übernimmt der Stahlbearbeitungsautomat, der die Profile dann an die Schließteil-Setzstation übergibt. Schließlich werden die Profile vollautomatisch in Fachwagen abgestapelt und zum Schweißen bereitgestellt. Mit diesem Automationsschritt konnte die Fertigungskapazität im Werk Elchingen um 30 Prozent erhöht werden.

Der Monitor zeigt, welche Profile drankommen

Sämtliche Arbeitsplätze sind mit CIM-Monitoren ausgestattet. So bekommt etwa der Maschinenführer am Schweißautomaten zuverlässig angezeigt, welche Profile er aus welchem Fach einlegen muss. Zusammen mit der Barcode-Registrierung entstand so ein durchgängiges Informationssystem – vorbei ist die Zeit der Auftragsmappen, Handskizzen und anderer Fertigungspapiere. Jeder Mitarbeiter bekommt an seinem Arbeitsplatz genau die Information angezeigt, die er aktuell benötigt. Die Position jedes Rahmens, jedes Flügels und jeder Isolierglaseinheit ist jederzeit bekannt.

Am Ende der Fertigungskette sorgt ein automatischer Glaspuffer dafür, dass stets die richtige Scheibe zur Verglasung bereitsteht. Der Werker an der Verglasungslinie scannt das Etikett am Rahmen oder Flügel. Die Scheibe wird daraufhin vom A+W Cantor-System aus dem Puffer ausgesteuert und zur Verglasung bereitgestellt: Ein sicheres System ohne Suchaufwand.

Clevere Marktbearbeitung

Siebzig Prozent der Produkte werden über Handelspartner vertrieben – hauptsächlich in Süddeutschland, aber auch in der Schweiz, wo die dortige Gugelfuss AG den Vertrieb übernimmt, sowie bis nach Italien und Frankreich.

Doch vor der eigenen Haustür, ca. 40 km um Elchingen, setzt Gugelfuss auf den eigenen Montageservice bei Endkunden, Architekten und Bauträgern.

Für Gugelfuss ist dieses Endkundengeschäft ein unverzichtbares Element kundenorientierter Marktbearbeitung.

Man ist nahe am Kunden, man versteht die Abläufe und Anforderungen, man pflegt Beziehungen, die oft seit Jahrzehnten bestehen. Die direkten Rückmeldungen der Monteure geben wichtige Hinweise über technische Details und eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten.

Dabei legt die Unternehmensführung Wert darauf, den Montagetrupps, aber auch den Partnern, den Job durch maximale Vor-Konfiguration so weit wie möglich zu erleichtern: „Wir liefern daher unsere Elemente mit vorgebohrten Dübellöchern, die Zusatzleisten sind schon zugeschnitten, die Schrauben beigelegt, die Kopplungen vorbereitet“, erklärt Martin Gugelfuss. „Damit ist sichergestellt, dass der Zeitaufwand auf der Baustelle möglichst gering ist.“

Standorte vernetzt verwalten

Eine intelligente A+W Cantor Mehrmandanten-Software sorgt für optimale Auslastung und intelligente Logistik innerhalb der Firmengruppe – dies war eines der wichtigsten Kriterien, als Gugelfuss sich im Jahr 2006 zur Einführung einer neuen ganzheitlichen Software entschloss.

Das A+W Cantor-System verteilt die Aufträge flexibel auf die verschiedenen Standorte. Dazu können Aufträge zur Produktion nach technischen Kriterien sowie für eine optimale Auslastung auseinandergezogen und am Ende der Fertigungskette wieder zusammengeführt werden – das übernimmt A+W Cantor automatisch. Vom Logistikzentrum in Elchingen wird die europaweite Belieferung durch den eigenen Fuhrpark gesteuert. Ob die bestellten Fenster in Elchingen oder Beerwalde gefertigt wurden, davon merkt der Handelspartner nichts.

Der Nutzungsgrad der Software bei Gugelfuss ist hoch: „Es gibt keinen Baustein“, erklärt Martin Gugelfuss, „den wir mit A+W Cantor nicht abwickeln können. “

Handelspartner online anbinden

Eine weitere Anforderung an die Software war die nahtlose Integration einer leistungsfähigen, online angebundenen Händlersoftware. Die Händler greifen auf eine zentrale Datenbank bei Gugelfuss zu, sodass die Daten stets aktuell sind und Updates zentral durchgeführt werden können.

Mit A+W Cantor Reseller können die Partner eigene Angebote erstellen und per Mausklick die Bestellung an Gugelfuss auslösen. Der Händler kann dank der stets aktuellen Daten noch während des Kundengesprächs einen verbindlichen Preis nennen. Der Anteil der Online-Bestellungen steigt kontinuierlich und liegt derzeit bei ca. 50 Prozent. Technische Restriktionen stellen sicher, dass jedes bestellte Element auch tatsächlich gebaut werden kann.

Durch die technisch korrekten Online-Bestellungen erfahrener Fachhändler können die Elchinger Fensterbauer die eigenen Erfassungskapazitäten begrenzen. Die online eingegangenen Aufträge werden lediglich abschließend geprüft und dann an die Produktion weitergegeben.

Insgesamt betrachtet schaffen all diese Maßnahmen beste Voraussetzungen, um mit Qualitätsprodukten und hervorragendem Service auf einem schwierigen Markt weiter zu wachsen.—

www.gugelfuss.de

  • Von dem modernen Hochregallager werden die Profile direkt zum Bearbeitungszentrum befördert. Das A+W Cantor System „weiß“, welche Profile aktuell benötigt werden und steuert sie zuverlässig ein.

  • Das vollautomatische Schirmer-BAZ erledigt in Hochgeschwindigkeit alle Bearbeitungen am losen Stab und stapelt die bearbeiteten Profile in Fachwagen ab.

  • Der Werker am Schweißautomaten bekommt via A+W Cantor CIM angezeigt, welche Profile er einlegen muss.

  • Softwarepartnerschaft seit zwölf Jahren (v. r.): GF Martin Gugelfuss, Max Gugelfuss (Vertriebsleiter), Nicole Dießel (Vertrieb A+W Cantor), Josef Aigner (IT-Leiter Gugelfuss)

  • Beim Einlauf der Isolierglaseinheiten in den Glaspuffer erhält jede Scheibe eine feste Position zugewiesen. Vorher findet eine sorgfältige Qualitätskontrolle statt.

  • Nachdem der Mitarbeiter in der Verglasung das Barcode-Etikett am Flügel gescannt hat, steuert das System die zugehörige Scheibe automatisch aus dem Glaspuffer aus.

Foto: A+W

Foto: A+W

Foto: A+W

Foto: A+W

Foto: A+W

Foto: A+W

Literatur

  1. Teil: Mit der Software alles im Griff
  2. Teil: Hightech-Highlights bei Gugelfuss
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