GLASWELT Ausgabe: 08-2019

GLASWELT vor Ort: Preis Fenster und Türen

Mit virtueller Unterstützung mehr Kunden


Am Bildschirm lässt sich erfassen, was der Kunde über die VR-Technologie gerade erlebt.

Am Bildschirm lässt sich erfassen, was der Kunde über die VR-Technologie gerade erlebt.

Alteingesessene Traditionsfirma und andererseits Pionier: Das Familienunternehmen Preis hat den ersten VR-Showroom von Gealan umgesetzt und in seine Ausstellung integriert. Wir haben mit dem Geschäftsführer Thomas Preis über seine Beweggründe gesprochen und wollten wissen, ob mittels virtuellen Welten jetzt auch mehr Kunden von seinen guten Produkten überzeugt werden konnten.

  1. Teil: Mit virtueller Unterstützung mehr Kunden
  2. Teil: Seit 85 Jahren: Preis Fenster und Türen
  3. Teil: SHOWROOM MIT VR-TECHNOLOGIE

_ Thomas Preis versteht sein Geschäft. Schon seit 1996 bestimmt er als Geschäftsführer die Geschicke des Betriebes, den sein Großvater als Schreinerei gegründet hatte. Und er kennt seine Kundenstruktur ganz genau: Man beliefert Baugesellschaften und Fertighausunternehmen und zu einem kleineren Anteil auch Schreinerkollegen. Der überwiegende Anteil der vielen Fenstereinheiten, die pro Woche die Werkhallen verlassen – rund 60 Prozent – werden aber direkt an den Endkunden vertrieben. Dabei bewegt sich der Fensterhersteller mit seinem über 60-köpfigen Team in einem Aktionsradius von rund 80 bis 100 km rund um Stadtallendorf bei Marburg.

Bei diesem Endkunden-Fokus liegt es nahe, dass Preis auch großen Wert auf eine umfassende und ansprechende Produktausstellung legt. Dabei ist es ihm wichtig, dass möglichst viele Informationen aufgenommen werden können: „Unsere Besucher legen hier in unserer Ausstellung selbst Hand an, Fenster und Türen werden geöffnet und geschlossen und sie entdecken, wie ein Sicherheitsfenster von innen aussieht. Kunden haben auch die Möglichkeit, Materialoberflächen zu erfühlen und unsere vielfältige Farbpalette zu entdecken. All diese Themen lassen sich am besten in der Ausstellung beraten – hier hat der Kunde die Möglichkeit real zu erfassen, wie seine neuen Fenster denn wirklich beschaffen sein sollen.

Das Endkundengeschäft beurteilt Preis als saisonabhängig. „Das Geld geben die Kunden nur einmal aus, deswegen ist die Beratungsleistung auch so wichtig und wird in Zukunft noch wichtiger.“

Immer häufiger aber fahren die Fensterverkäufer nach dem Ausstellungsbesuch auch zum Kunden nach Hause, um dem Kunden sein Angebot ausführlich zu erläutern. Dann hat man die Chance, noch stärker auf die Produktvorteile gegenüber Vergleichsangeboten abzuzielen. „Wir können die Örtlichkeiten erfassen, haben die Möglichkeit, dem Kunden das optimal zugeschnittene Produkt für sein Zuhause zusammenzustellen. Und vor Ort lassen sich weitere Kundenwünsche ausfindig machen und ansprechen.“ Auch die Rahmenbedingungen für die Montage sind bei dem Hausbesuch direkt zu erfassen und lassen sich so spezifischer in das Angebot integrieren.

Gealan seit zwei Jahrzehnten Systemgeber

Beim Profilsystem setzt man ausschließlich auf Gealan – und das schon seit fast zwei Jahrzehnten aus Überzeugung. Vor allem seitdem Gealan ein Tochterunternehmen der Veka-Gruppe ist, habe das „dem Oberkotzauer Profilgeber noch etwas Sicherheit gegeben“, so Preis. Er habe seitdem viele sinnvolle Innovationsschritte registrieren können. Aber mit Gealan verfüge man vor allem über einen Systempartner mit einem ganz speziellen Alleinstellungsmerkmal: Der Fensteroberfläche aus PMMA, also Plexiglas. „Wir spielen das Thema Acrylcolor hier voll aus, das ist der Joker bei uns.“

So hätten beispielsweise beheimatete große Industrieunternehmen aufgrund der überzeugenden Oberflächen-Argumente bereits bei Preis geordert, führt er als Beispiel an. Daraus seien bedeutende Großaufträge entstanden.

Preis erläutert, dass zwar immer noch die Mehrheit der Kunden am Ende des Verkaufsprozesses auf ein „Standard-Weiß“-Fenster zurückgreife. Dennoch: Sogar überraschend viele Neubaukunden würden auch auf die farbige Acryloberfläche setzen, um damit ihre Fassade zu akzentuieren.

In Zahlen ausgedrückt schätzt der Fensterexperte den Acrylanteil auf 20 Prozent – und nur rund 5 Prozent der Kunden würden ein folienkaschiertes Fenster ordern.

Designvorteile virtuell demonstrieren

Die Farbmöglichkeiten durch Acrylcolor lassen sich aber tatsächlich nicht alle im Showroom abbilden. Als Antwort darauf sieht der Fensterhersteller aus der mittelhessischen Provinz die virtuelle Realität. Soll der Fensterrahmen knallrot sein? Möchte der Kunde Edelholz-Dekore an der Terrassentür? Fenster, Türen und sogar Räume mit dem virtuellen Showroom tatsächlich frei individualisierbar.

„Der Kunde kommt oft mit der Vorstellung in den Showroom, ’ich brauche ein weißes Fenster’. Bei uns sieht er auch durch das Aufsetzen der VR-Brille die Vielfalt, die es rund um das Thema gibt. Der Kunde kann die unterschiedlichen Systeme erfahren, er kann die Farbgestaltung erfassen und kann ein Fenster sogar virtuell auf und zu machen. Toll ist aber beispielsweise auch, dass man dem Kunden vermitteln kann, welche schallhemmende Wirkungen ein Fenster haben kann.“

Thomas Preis erläutert, wie er überhaupt auf die Idee gekommen ist, diese virtuelle Welt bei sich zu integrieren: „Thomas Horter von der GDL (Anm. der Redaktion: GDL = Gealan Dienstleistungsgesellschaft) hat uns auf der letzten BAU in München die Möglichkeiten gezeigt. Seitdem war ich begeistert und habe dann auch gleich die erste Anlage für Deutschland bestellt. Diese haben wir jetzt installiert und es auch zu einem Hauptthema bei unserem Tag der offenen Tür anlässlich unseres 85. Jubiläums gemacht.“ Die Besucher seien begeistert und fasziniert gewesen, was heute bereits möglich ist, berichtet Preis im Anschluss.

Wenn er ein erstes Fazit zieht, so ist er davon überzeugt, dass dieser virtuelle Showroom auch wirklich Interessenten überzeugen wird. Der vertriebsorientierte Fensterbauer sieht in dem virtuellen Gealan-Showroom eine große Zukunft. „Es ist ein Programm, das lebt und ständig auch weiterentwickelt wird. Schon die aktuelle Version wurde erheblich erweitert im Vergleich zu dem Status, der uns auf der Messe vorgestellt wurde.“

Er ist überzeugt, dass sich die virtuelle Welt zu einem wichtigen Beratungselement entwickelt. „Vielleicht kann künftig der Endkunde das Foto seiner Fassade im System integrieren“, denn dieses Feature bietet er seinem Kunden bereits im Haustürenbereich: „Mit dem Haustürenkonfigurator von Kompotherm bekommt der Kunde im Auftragsfall eine Fotoanimation von uns – in der Angebotsphase hat er die Möglichkeit, die Varianten hier bei uns durchzuspielen.“ So lässt sich die gestalterische Wirkung der Haustür erfassen – böse Überraschungen nach der Montage werden verhindert. Und: Dem Kunden kann man dadurch auch die Angst nehmen, ob er wirklich das Richtige bestellt hat. —

Daniel Mund

  • Thomas Preis ist der erste Fensteranbieter in Deutschland, der die Gealan VR-Technologie in seinem Showroom integriert hat.

  • Preis Fenster und Türen in Stadtallendorf: Hier werden rund 400 Fenstereinheiten pro Woche hergestellt und auch vertrieben.

  • Thomas Preis zur Acylcolor-Oberfläche: „Wir spielen das Thema hier voll aus, das ist der Joker bei uns.“

  • In der Ausstellung werden viele Informationen über Fenster und Türen und deren Eigenschaften vermittelt.

Foto: Daniel Mund / GLASWELT

Foto: Daniel Mund / GLASWELT

Foto: Daniel Mund / GLASWELT

Foto: Daniel Mund / GLASWELT

Literatur

  1. Teil: Mit virtueller Unterstützung mehr Kunden
  2. Teil: Seit 85 Jahren: Preis Fenster und Türen
  3. Teil: SHOWROOM MIT VR-TECHNOLOGIE
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