GLASWELT Ausgabe: 11-2019

GLASWELT vor Ort: Finstral

Wie sieht das perfekte Fenster aus?


Joachim Oberrauch (r.) und Marketingleiter Lucas von Gwinner erläutern das FIN-Window Nova-Line Twin, bei dem die maximale Reduktion der Außenkontur auf die Spitze getrieben wurde: Der Flügelrahmen verschwindet hinter Glas. Dafür wird die mit dem Flügelrahmen verklebte Scheibe am Rand rückseitig emailliert.

Joachim Oberrauch (r.) und Marketingleiter Lucas von Gwinner erläutern das FIN-Window Nova-Line Twin, bei dem die maximale Reduktion der Außenkontur auf die Spitze getrieben wurde: Der Flügelrahmen verschwindet hinter Glas. Dafür wird die mit dem Flügelrahmen verklebte Scheibe am Rand rückseitig emailliert.

Finstral hat die Antwort auf das perfekte Fenster gegeben: „FIN-Window“. Wir waren am Firmensitz auf dem Südtiroler Ritten und haben die Details über das neue Fenstersystem erfahren, das die Vorgänger-Konstruktionen substituiert. Lesen Sie außerdem, warum es bei dem Premiumanbieter im PVC-Bereich auf der Außenseite keine kaschierte Folien gibt und warum man im nächsten Jahr nicht mehr auf der FENSTERBAU FRONTALE ausstellen wird.

  1. Teil: Wie sieht das perfekte Fenster aus?
  2. Teil: Interview

_ Ein Fenster bei Finstral besteht aus vier Elementen: Außen, Mitte, Innen, Rundherum. Der Fensterhersteller aus Südtirol nennt das das „Vier-Finger-Prinzip“ und hat aus dieser Betrachtung einen modularen Baukasten erschaffen: Denn das Fenster selbst wird damit in 3 Ebenen unterteilt:

Die Innenseite muss dem Nutzer gefallen und zu seiner Einrichtung passen – ob Holz, Glas, Kunststoff oder etwas anderes.

In der Mitte steht der Werkstoff PVC für perfekte Funktionalitäten.

Außen sorgt entweder eine verdichtete Kunststoffoberfläche oder eine Aluminiumschale für Schutz gegen Wind und Wetter.

Unter dem „Rundherum“ verstehen die Fenstermacher den Service, den ein Anbieter für den Endkunden bieten muss: Perfekte Planung und Montage, hohe Liefergenauigkeit, immer aktuelle Qualitätsnachweise und noch viel mehr.

Was leicht zu vermitteln ist, sorgt auch am „Point of Sale“ gegenüber dem Endkunden für eine entspannte aber konzentrierte Beratungssituation: „Fenster verkaufen muss einfach sein,“ so das Credo des Marketingchefs Lucas von Gwinner. Im Verkaufsgespräch darf es eigentlich immer nur darum gehen, was der Kunde will. Das Ziel ist ein kundenspezifisches Fenster. Der Kunde stellt sich sein „Fenster fürs Leben“ zusammen, die Entscheidung soll ja schließlich mehrere Jahrzehnte tragen.

In der Produktausstellung bilden die Planer-Theken den roten Faden. Diese bieten die Orientierung, die die Beratung nach diesem „Vier-Finger-Prinzip“ ermöglichen: Mit Handmustern, Bildern und Beispielen werden Gestaltung, Bauanschluss, Öffnungsarten oder Abwicklung auch für Laien verständlich erklärt. Eine Finstral-Händlerin hat es einmal so auf den Punkt gebracht: „Wenn man den Kunden so strukturiert durch die vielen Möglichkeiten führt, haben die oft richtig Spaß am Aussuchen der Fenster. Ich würde sagen, das ist die perfekte Didaktik zu einem perfekten Produkt.“

Wann ist ein Fenster perfekt?

Die Frage nach dem perfekten Fenster treibt die Inhaberfamilie Oberrauch und ihre Mannschaft spürbar um. „Perfekt ist ein Fenster, wenn es die höchsten Ansprüche an Ästhetik und Funktion miteinander verbindet“, umschreibt Geschäftsführer Joachim Oberrauch das Entwicklungsziel. Vor sieben Jahren legten die Südtiroler mit ihrem FIN-Project Profilsystem für Aluminium- und Holz-Aluminium-Fenster eine ganz eigene Antwort vor: Durch den modularen Aufbau bot es ein Maximum an Gestaltungsvielfalt innerhalb eines Profilsystems.

Zum 50jährigen Firmenjubiläum in diesem Jahr wurde nun FIN-Window vorgestellt – und überträgt damit die Idee auch auf sein Kunststoff- und Kunststoff-Aluminium-Fensterprogramm. Bauherren wählen aus drei Blendrahmentiefen (77, 90 und 124 mm), 20 Flügelvarianten und unzähligen Ausstattungsvarianten und entscheiden so selbst wie ihr Endprodukt aussehen soll. Mit dem modularen System lassen sich alle Anforderungen abdecken. Oberrauch listet den hochwertigen Qualitätsstandard auf:

Mehr Tageslicht. Dank verklebter Flügelrahmen sind die Rahmenvarianten besonders schmal. Die Glasbeschichtungen haben einen Lichtdurchlassgrad von 80%.

Bessere Oberfläche: „Alle PVC-Oberflächen werden verdichtet, was Mikroporen schließt und Ziehspuren minimiert.“

Hohe Dichtigkeit und wartungsarm, dank Mitteldichtung

Mehr Einbruchhemmung dank vier Sicherheitsschließteilen als Standard

Dauerhaft komfortabel durch verklebte Glaseinheit, Flügelheber und Fehlbedienungssperre

Das neue Profilsystem wird die bisherigen Systeme FIN-90 und den größten Umsatzbringer FIN-72 ersetzen.

Endkunde entscheidet das Design

Vorbei sind dann auch die Zeiten, in denen Finstral-Kunden mit einer Produktgruppenbezeichnung konfrontiert werden. „WIr wollen schließlich über die Wünsche der Kunden sprechen, nicht über unsere Produktnomenklatur“ erläutert Marketingleiter von Gwinner. Mit dem modularen System lassen sich alle Anforderungen abdecken. Die Aufgabe des Verkäufers: Zuhören, was gewollt und was gebraucht wird. Keine Materialkombination scheint unmöglich.

Dabei kommt dem Hersteller zugute, dass er als einer der wenigen Anbieter fast alle Fertigungsschritte selbst vollzieht: Von der Profilentwicklung, der Isolierglasherstellung, dem Zusammenbau bis hin zur Vorgabe der Montage-Standards. Faszinierend ist dabei tatsächlich die Tatsache, dass alles zur rechten Zeit bereitgestellt wird. „Wir sind nicht die schnellsten in der Auftragsabwicklung, aber dafür extrem präzise mit einer sehr hohen Liefergenauigkeit.“ Florian Oberrauch über das Logistik-Konzept: „Von unseren beiden Zentrallagern in Südtirol und in Gochsheim aus versorgen wir unsere europäischen Märkte südlich und nördlich des Alpen-Hauptkamms.“ —

Daniel Mund

  • Der Schauraum – wie hier am Hauptsitz in Unterinn/Ritten hoch über Bozen – bietet dem Kunden Orientierung und Inspiration und mit den Planer-Theken einen perfekten Leitfaden.

  • Die Theken sind mit zahlreichen Mustern und Beispielerläuterungen hochwertig bestückt.

  • Die DK-Fehlbedienungssperre ist bei Finstral Fenstern Standard, bei großen Flügelformaten auch eine Auffangsicherung.

  • Handarbeit und Automatisierung auffallend intensiv verzahnt: Fensterproduktion bei Finstral im Werk Scurelle

Foto: Daniel Mund / GLASWELT

Foto: Daniel Mund / GLASWELT

Foto: Daniel Mund / GLASWELT

Foto: Daniel Mund / GLASWELT

Literatur

  1. Teil: Wie sieht das perfekte Fenster aus?
  2. Teil: Interview
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