Glasid AG nach Insolvenzplanverfahren saniert

03.12.2010 - Das Amtsgericht Essen hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Glasid AG aufgehoben. Es sei der Insolvenzverwaltung und dem Vorstand gelungen, die Firma in einem dreiviertel Jahr zu sanieren. Damit konnten über 170 Arbeitsplätze gesichert werden.
„Innerhalb von neun Monaten ist es gelungen, Glasid zu entschulden und zu sanieren. Jetzt kann das Unternehmen in Eigenverwaltung wieder durchstarten", so der vom Insolvenzgericht als Sachwalter bestellte Essener Insolvenzanwalt Bernd Depping. „Im Laufe des Verfahrens haben wir gemeinsam über 170 Arbeitsplätze gesichert."

Die Glasid AG ist ein Produktionsunternehmen für Sicherheitsglas mit Betrieben in Essen und Gelsenkirchen mit rund 20 Mio. Euro Jahresumsatz. Der Glasveredler ist zudem in der Lage, Gläser auch in großen Formaten zu biegen. Die Glasid AG geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten, da kurz nach der Investition in eine neue Fertigungsanlage für Isolierglas die Marktpreise für ISO, extrem sanken, so der Insolvenzanwalt.„Der Preisverfall bei Isolierglas war für das Management nicht absehbar", sagt Depping weiter.

Mit Umsicht kühlen Kopf bewahrt
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„Weitsicht und Umsicht hat das Management dann allerdings im Krisenmanagement bewiesen: Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wurde Mitte März rechtzeitig gestellt und war gut vorbereitet. Damit wurde letztendlich der Verkauf von Vermögenswerten in einer übertragenden Sanierung verhindert und der Antrag auf Eigenverwaltung plausibel begründet."

Im Insolvenzplanverfahren bleibt die Gesellschaft als Rechtsträger mit all ihren vertraglichen Beziehungen erhalten und Einzelne Vermögenswerte müssen nicht an einen Investor verkauft werden. Mit der Anordnung der Eigenverwaltung durch das Insolvenzgericht werden die Vorstände in die Verantwortung genommen, die Interessen ihrer Insolvenzgläubiger so gut wie möglich zu befriedigen und bekommen dazu einen erfahrenen Insolvenzfachmann als Sachwalter zur Überwachung ihrer Geschäftstätigkeit an ihre Seite gestellt.

Verantwortung in der Krise ernst genommen
„Der Vorstand hat verantwortungsvoll gehandelt und rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen konsequent umgesetzt", stellt Depping fest. „Der Mut des Managements, den Tatsachen unverblümt und ohne Eitelkeiten ins Auge zu schauen, hat Vermögenswerte und Arbeitsplätze gesichert. In vielen Fällen verschließen sich die Verantwortlichen den wirtschaftlichen Realitäten und setzen aus falsch verstandenem Stolz unnötiger Weise Vermögen und Arbeitsplätze aufs Spiel. Glasid hat seinen besicherten Insolvenzgläubiger eine hohe Quote auf deren Forderungen bezahlt, hat Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden von seinen unternehmerischen Chancen überzeugt und ist wettbewerbsfähig aufgestellt."

Günter Damke, Vorstand der Glasid AG, zieht Bilanz: „Wir waren vor und während der Insolvenz gut beraten, haben in intensiven Wochen und Monaten nochmals viel über unser Unternehmen, unsere Partner und unsere Märkte gelernt. Jeder der Beteiligten hat professionell gearbeitet und hat Verantwortung gezeigt. Somit konnten und haben wir mit den Instrumenten der Insolvenzordnung die Glasid AG nachhaltig saniert. Mittel- und langfristig sind wir als verlässlicher Technologiepartner gut aufgestellt."
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