Digitalisierung in duale Tischler-Ausbildung integrieren

08.02.2018 -

Unbestritten hält die Digitalisierung auch in das Tischlerhandwerk Einzug. Wie Virtual Reality, Social Media, CAD und CNC flächendeckend in die duale Ausbildung zu integrieren ist, wurde jetzt auf einem Symposium erörtert.

Neben dem Fachkräftemangel ist in der deutschen Berufslandschaft derzeit wohl kaum ein Thema so allgegenwärtig wie die Digitalisierung. Man kann sich dessen kaum entziehen – wer es doch tut, droht abgehängt zu werden. Eine ähnliche Umbruchsituation hat das Tischlerhandwerk wahrscheinlich zuletzt mit der Elektrifizierung der Betriebe im ausgehenden 19. Jahrhundert erlebt. Doch nicht nur die Betriebe müssen sich dem Thema stellen – auch in der Ausbildung muss sich das Tischlerhandwerk für die Chancen und Herausforderungen wappnen.

Um die Aspekte der Digitalisierung – insbesondere in den Bereichen CAD und CNC – flächendeckend in die duale Ausbildung zu integrieren, kommt es auch darauf an, die Lehrkräfte der Berufsschulen und der überbetrieblichen Lehrwerkstätten an das Thema heranzuführen und auf einen gemeinsamen Stand zu bringen.

Digitalisierung soll verschiedene Lernorte miteinander verbinden

Die Digitalisierung biete laut Hartmut Müller, leitender Regierungsschuldirektor bei der Bezirksregierung Köln, gute Möglichkeiten, die verschiedenen Lernorte – Betrieb, Schule und überbetriebliche Lehrwerkstatt – miteinander zu verbinden, um digitale Inhalte zu vermitteln. Ein Beispiel für eine solche Lernortkooperation sei das Projekt digiTS. Bei diesem Projekt haben das Berufskolleg Bergisch Gladbach, die überbetriebliche Lehrwerkstatt am Butzweilerhof in Köln sowie Betriebe der Innungen Bergisches Land und Köln gezeigt, wie Lerninhalte zur Digitalisierung an die Auszubildenden weitergegeben werden können. Wichtig dabei sei, dass die Lerninhalte nicht statisch sind, sondern permanent angepasst werden, sagt Sebastian Bächer, einer der Initiatoren von digiTS.

Michael Ludolph, Oberingenieur an der TU Hamburg, sieht vor allem die Schnittstelle zwischen CAD und CAM als einen wesentlichen Baustein für eine zeitgemäße Tischlerausbildung. „Die späteren Facharbeiter müssen die gesamte Prozesskette beherrschen“, so Ludolph.

Zusammenarbeit mit Bezirksregierungen

Der Fachverband Tischler NRW hat einen ersten Entwurf für eine Lehrerfortbildung mit den Schwerpunkten CAD/CAM entwickelt. Diese soll nun weiter ausgearbeitet und abschließend diskutiert werden, so dass diese – so ist es geplant – im Schuljahr 2018/19 an den Start gehen kann. Dafür arbeitet Tischler NRW eng mit den Bezirksregierungen des Landes zusammen.

Parallel dazu gilt es auch, die überbetrieblichen Lehrwerkstätten (ÜBL) mit einzubinden. Diese sind, anders als die Berufsschulen, nicht an die Bezirksregierungen, sondern am Wirtschaftsministerium angebunden. Auch dort soll es in den nächsten Wochen Gespräche geben, sodass auch die ÜBL-Meister geschult und mit einem entsprechenden Lehrauftrag für CAD/CAM ausgestattet werden.

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