Glaskleben: Nachweis auf beschichteten Holzoberflächen liegt vor - RC3 möglich

29.03.2018 - Das ift Rosenheim hat die Richtlinie VE-08/4 „Beurteilungsgrundlagen für geklebte Verglasungssysteme“ erweitert: In Zusammenarbeit mit den Firmen Remmers, Otto-Chemie und Lohmann wurde nunmehr ein konkretes Verfahren für die Klebung beschichteter Holzoberflächen beschrieben. Lesen Sie, warum das den Fertigungsprozess optimiert und eine erhebliche Zeitersparnis bringt.

Bisher war eine Klebung in Holzfenstern aufgrund der sehr unterschiedlichen Materialien und der großen Vielfalt der Oberflächenbeschichtungen nur auf unbehandelten Holzoberflächen möglich. In Zusammenarbeit mit den Firmen

  • Remmers, Spezialist für die Herstellung von bauchemischen Produkten, Holzfarben und -lacken sowie Industrielacken,
  • Otto-Chemie, einem der führenden europäischen Kleb- und Dichtstoffhersteller, sowie
  • Lohmann, einem der Pioniere in Sachen Klebeband-Technologie,

hat das ift Rosenheim nunmehr ein konkretes Verfahren für die Klebung beschichteter Holzoberflächen beschrieben. Der neue, ergänzende Teil 5 der ift-Richtlinie VE-08/4 „Beurteilungsgrundlagen für geklebte Verglasungssysteme“ lässt auf der Basis einfacher Vorversuche eine repräsentative Auswahl von mindestens drei Klebesystemen, bestehend aus Holzart, Oberflächenbeschichtung und Klebstoff/Klebeband und Glas zu und ermöglicht die eigenverantwortliche Übertragung auf weitere Klebesysteme.

RC2- und RC3-Zertifizierung möglich

Aufwendige Prüfungen unterschiedlichster Parameter waren der Zertifizierung vorausgegangen. Dazu Martin Wiesmann, Remmers-Bereichsleiter RTS Remmers Technik Service Industrie Geschäftsbereich Holzfarben und Lacke, der das Projekt von Anfang an begleitete: „Es wurde das Zusammenspiel von Beschichtung und Klebstoffen anhand verschiedener Holzarten, Trocknungsmethoden und Beschichtungsaufbauten getestet – sowohl für handwerkliche als auch industrielle Anwendungen.“

Günther Weinbacher, Projektleiter Geklebte Fassade und Schulungsleiter bei Otto-Chemie, ergänzt: „Mit dem Nachweis bieten wir dem Verarbeiter die Möglichkeit, geklebte Verglasungen auch in beschichtetes Holz sicher und sauber einzubringen.“

Paul Kemmel, Anwendungstechniker von Lohmann, betont: „Der Einsatz eines speziell entwickelten Klebebandes ermöglicht bereits eine RC2-Zertifizierung, der zusätzliche Einsatz eines 2K-Silicon-Kleb- und Dichtstoffs sogar RC3.“

Die systematische Klebung auf beschichteten Holzoberflächen optimiert den Fertigungsprozess beim Holzfensterhersteller, denn das zertifizierte Zusammenwirken von Klebe- und Beschichtungssystem bringt eine erhebliche Zeitersparnis. Außerdem lassen sich ausgesprochen große Glasflächen aufgrund der geringen Rahmenbreite herstellen.

„Ich danke den beteiligten Unternehmen, die mit großem Aufwand dazu beigetragen haben, den Nachweis zu erbringen“, so Karin Lieb vom ift Institut Rosenheim bei der Zertifikatsübergabe. „Auf der Basis dieser Ergebnisse und der Hinweise, die in der VE 08/4 Teil 5 gegeben sind, können interessierte Hersteller die Anwendung nun eigenverantwortlich übertragen.“

Weitere Informationen unter
www.remmers.com  
www.otto-chemie.de  
www.lohmann-tapes.com

Mein Tipp: Lesen Sie über das Verfahren in diesem Zusammenhang auch den Beitrag Kleben mit System aus der GLASWELT 03/18.

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