Flachglas in Deutschland: Der Markt wächst langsam, aber stetig

02.05.2018 -

Am 2.Mai 2018 hatte der Bundesverband Flachglas zur Wirtschafts-Pressekonferenz nach Köln eingeladen, um die jüngsten Marktzahlen vorzustellen. Die Zahlen für 2017 liegen im Plus und 2018 soll es noch besser werden. Hier die Zahlen.

Passend zum Thema fand die Pressekonferenz am Saint-Gobain Standort in Köln Porz statt. Wo ein Rundgang durch die Floatglas-Fertigung einen Blick in die Praxis erlaubte. Durch die Fertigung führte Daniela Mamet (SGG), unterstützt von Martin Stadler (SGG) und Ralph Vornholt (SGG)

Hier die Zahlen (klicken Sie dafür auch auf die Tabelle): Im vergangenen Jahr brachte der Wohnungs-Neubau steigende Umsätze bei den Glasherstellern. So stieg 2017 der Umsatz der Flachglasbranche insgesamt um 1 Prozent auf rund 2,6 Mrd. Euro, für 2018  erwartet der Bundesverband Flachglas eine weitere Steigerung von rund 1,3 Prozent. 

Stark war im letzten Jahr wieder Verbundsicherheitsglas (VSG), das um 4,3 Prozent zulegen konnte, für das aktuelle Jahr erwartet der BF sogar 4,9 Prozent. VSG wird zum Großteil im Bereich Fenster und Fassaden verwendet.

Was ist los am ISO-Markt? Das Wachstum des hiesigen Isolierglas-Marktes blieb in den letzten Jahren hinter dem des Fenstermarktes zurück. Hintergrund: Zunehmend werden komplette Fenster aus dem Ausland nach Deutschland geliefert. 

Dazu BF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs: „Nach Schätzungen des Verbands Fenster + Fassade kommen heute schon 20 Prozent der in Deutschland verkauften Kunststofffenster aus Polen; Tendenz steigend. Mittelfristig wird das, im bislang recht regionalen, Isolierglas-Markt zu ähnlichen Verdrängungs- und Konzentrationsprozessen führen, wie sie andere Branchen schon hinter sich haben“, so Grönegräs. „Den Zuwachs beim Isolierglas schätzen wir daher nur auf 0,5 Prozent.“

Baukonjunktur und Fenstermarkt in Deutschland: 2017 sind die Baugenehmigungen gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken – das lag laut Einschätzung des Verbandes vor allem am hohen Vorjahresniveau basierend u.a. auf der Flüchtlingswelle und dem verstärkten Bau von Wohnheimen. 

Zuwächse kommen aus dem Wohnungsneubau: 2017 waren es 43 Prozent. Das Volumen im Nichtwohnungsbau stagniert dagegen. Bis 2020 ist laut aktueller Prognosen von einem weiteren leichten Rückgang der Baugenehmigungen auszugehen. Dabei verschieben sich diese von Ein- und Zweifamilien-Häusern allmählich hin zu Mehrfamilien-Häusern. Nach einer gemeinsamen Studie von BF und dem Verband Fenster + Fassade (VFF) sind von 610 Mio. Fenstereinheiten insgesamt 266 Mio. energetisch veraltet, darunter immer noch 17 Mio. mit Einfachglas. 

Dazu Jochen Grönegräs: „Die Studie weist nach, dass sich die energetische Modernisierung finanziell über die Lebensdauer des neuen Fensters gesehen lohnt – selbst wenn man von den heutigen Energiepreisen ausgeht. Eine Steigerung der energetischen Sanierung ist also dringend geboten“, bekräftigt der BF-Hauptgeschäftsführer. Auch vor diesem Hintergrund fordert der BF fordert mehr Fördermittel für energetische Sanierung.

Matthias Rehberger

Weitere Infos gibt der www.bundesverband-flachglas.de 

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