Roto gründet Holding und setzt auf eine neue „3. Division“

08.10.2018 -

Die Roto Gruppe hat sich für den Jahresbeginn 2019 eine neue Firmen- und Organisationsstruktur verordnet. Herzstück sei die Bildung einer Holdinggesellschaft und  dann drei eigenständigen Unternehmen: Neben den bestehenden Divisionen Fenster-Tür-Technologie und Dachsystem-Technologie will der Bauzulieferer sein Nachversorgungs-Engagement in einer separaten Gesellschaft bündeln. 

Insgesamt beschäftige die Gruppe aktuell etwa 4.900 Mitarbeiter und habe 2017 einen Umsatz von 633,5 Mio. Euro erzielt. Ihre starke Internationalität schlage sich gegenwärtig u. a. in 18 Produktionsstätten auf vier Kontinenten nieder. Das sei ein stabiles Fundament für die Zukunft. Der Konzern agiere „dezentral vor zentral“, so Dr. Michael Stahl. Der Vorteil dabei, so der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Roto Frank AG, sei die deutliche und nachhaltige Reduzierung der in jedem Geschäftsfeld national und international erheblich gestiegenen Komplexität. Dadurch könnten sich die einzelnen Gesellschaften künftig voll auf ihre originären Aufgaben konzentrieren.

Roto werde durch die neue Struktur schneller, ökonomischer, effizienter und damit letztlich noch kundennäher, heißt es in einer Pressemitteilung. Und Stahl versichert: „Die Roto Gruppe ist auch weiterhin zu 100 % im Besitz der Familie Frank.“

Als weiteren Auslöser für die „neue Formation“ weist Dr. Eckhard Keill auf die wachsenden Unterschiede in der Markt- und Zielgruppenbearbeitung der bisherigen Divisionen Fenster- und Türtechnologie (FTT) und Dach- und Solartechnologie (DST) hin. Diese würden Synergieeffekte erschweren und begrenzen, erläutert der Vorstandsvorsitzende der heutigen Roto Frank AG.

Parallel dazu spiele der gezielte und durch mehrere Akquisitionen dokumentierte Aufbau des Geschäftsfeldes „Nachversorgung von Fenstern und Türen“ in der Zukunftsstrategie eine wichtige Rolle. Die „3. Division“ lasse sich nur durch die Neustrukturierung sinnvoll integrieren. Im Übrigen stärke der Schritt, der klare Einheiten und klare Verantwortlichkeiten schaffe, die Aufnahmefähigkeit für eventuelle weitere Firmenkäufe.

Holding wacht über die generelle Strategie

Im Einzelnen fungiere die von Keill als Vorstand geführte Roto Frank Holding AG ab 2019 als „non operative“ Dachgesellschaft. Sie sei primär u. a. für die generelle Strategiefindung und -überwachung, das Gebiet Patente und Recht, die Akquisitionspolitik, Corporate Identity (CI) und Corporate Design (CD) sowie die allgemeine Unternehmenskommunikation verantwortlich. Außerdem vertrete sie die Eigentümerrechte in den drei Gruppen-Firmen und übe bei ihnen zusammen mit den Aufsichtsgremien die Kontrollfunktion aus.

Dr. Keill übergibt an eine "externe Persönlichkeit"

Bei der Roto Frank Fenster- und Türtechnologie GmbH, dem Spezialist für Beschlag-, Schloss-, Bänder-, Schwellen- und Dichtprofilsysteme könne man sich künftig voll darauf konzentrieren, die große Vielfalt der internationalen Fenster- und Türenmärkte erfolgreich zu bearbeiten. Die weltweite Ausrichtung schlage sich in 15 Produktionsstätten, knapp 30 Logistik-Verteilzentren und fast genauso vielen Vertriebsgesellschaften nieder. Den Vorsitz der Geschäftsführung der neuen Firma werde im Verlauf des nächsten Jahres eine externe Persönlichkeit übernehmen und dann Keill in dieser Position ablösen. Kaufmännischer Geschäftsführer sei und bleibe Michael Stangier. Der aktuelle Finanzvorstand der Roto Frank AG verfüge über die „sehr wichtige Expertise“, um gerade die hohen internationalen Anforderungen professionell zu managen. Für die Beschäftigten bleibe im Kern „alles beim Alten“. Auf Kontinuität „fest verlassen“ könnten sich auch die Kunden.

DST: Vollsortimenter bei Dachfenstern

Bei der Roto Frank Dachsystem-Technologie GmbH transportiere der Name die Kernkompetenz, die in der Entwicklung zum Vollsortimenter bei Dachfenstern zum Ausdruck komme. Außerdem integriere er die angrenzenden Portfolio-Bereiche wie Sonnenschutz und Bodentreppen. Am Hauptsitz in Bad Mergentheim, in den drei Werken, vier Vertriebsplattformen sowie in derzeit 15 Vertriebsniederlassungen seien ca. 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. Auch bei ihnen werde die Neustrukturierung in der Praxis keine Auswirkungen haben. Gleiches treffe auf die Profi-Kunden in Handel, Handwerk und Planung zu. Keill hebt ferner die personelle Kontinuität gerade an der Spitze der Gesellschaft hervor, die wie bisher Christoph Hugenberg als künftiger Vorsitzender der Geschäftsführung leite. Auch bei dem zweiten eigenständigen Unternehmen der Gruppe laute das entscheidende Resultat: „Volle Konzentration auf das Wesentliche durch den starken Abbau von Komplexität“.

Neue Gesellschaft für das Nachversorgungs-Engagement

Mit der Roto Frank Professional Service GmbH schließlich bündele der Bauzulieferer sein strategisches Nachversorgungs-Engagement in einer separaten Gesellschaft. Damit dokumentiere er seine „langfristigen Ambitionen“ in dem Sektor und positioniere sich als fester Ansprech- und Projektpartner für Endkunden, Hersteller und Händler. Das Unternehmen mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart soll sich als kompletter Dienstleister bei Reparatur, Nachbesserung, Modernisierung und Aufwertung von Fenstern und Türen etablieren. Es werde von Dr. Christian Faden geführt, der als jetziger Leiter Corporate Development aus den eigenen Reihen komme. In die „3. Division“ seien gegenwärtig vier im Nachsorge-Geschäft versierte Fachbetriebe aus Deutschland und der Schweiz integriert, die seit Oktober 2017 zur Roto Gruppe stießen. Dabei handele es sich um die Wollenberg GmbH (Berlin), die Dachfenster Keller GmbH (Thalheim bei Winterthur), die Pfeil und Söhne GmbH (München) und die Wiedemann Sicherheitsbeschläge GmbH (Hannover).

www.roto-frank.com 

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