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VFF-Fachtagung Automation: Neue Ideen und Lösungswege

Am 25.09.2012 fand die Fachtagung Automation, die erstmalig in Zusammenarbeit mit dem ZVEI durchgeführt wurde, im Hautau PIZ statt. Rund 80 Teilnehmer aus der Fenster- und Fassadenbranche sowie der Beschlag- und Automationsindustrie folgten der Einladung des VFF und erlebten spannende und interessante Vorträge namhafter Referenten. Den Auftakt der Veranstaltung übernahmen die geschäftsführende Gesellschafterin der Hautau GmbH, Petra Hautau, und Udo Diesmann, Bereichsleiter Gebäudeautomation und Vorsitzender des Arbeitskreises Automation.

Anwender stehen im Fokus der Gebäudeautomation
Welche Möglichkeiten im Bereich Fenster und Fassade angeboten werden und wie Anwender die verfügbaren Technologien wahrnehmen, stellte Prof. Dr. Michael Krödel von der FH Rosenheim in seinem Vortrag „Einführung in die Gebäudeautomation“ vor. Er machte deutlich, dass die Fassade im Wandel zum mechatronischen Element begriffen ist und zahlreiche Chancen für die zukünftige Positionierung des Fenster- und Fassadenbauers bietet. Die Akzeptanz von Neuerungen der Gebäudeautomation stelle sich durch intuitive Bedienung und einen sofort spürbaren Nutzen ein. Automatische Zugangskontrolle, Lüften mit motorischen Fenstern, Sicht- und Sonnenschutz – das ist nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten, die den Nutzern mehr Komfort, Sicherheit und Energieeinsparung bieten. Jedoch haben die einzelnen Zielgruppen im Hinblick auf Alter, Nutzungsverhalten und Akzeptanz auch unterschiedliche Anforderungen. „Es ist nicht immer nötig, das komplette Haus automatisieren zu lassen – hier muss aus der Sicht der Anwender gearbeitet werden. Weniger ist eben manchmal mehr“, so das Credo.

Hersteller berichten
Josef Scheuer
, Geschäftsführer der Fa. Bayerwald – Fenster Haustüren GmbH & Co. KG, berichtete über die Erfahrungen mit automatisierten Haustüren – von der Idee zur motorischen Öffnung, über die erste Mustertür bis zur Serienreife inkl. aller Hemmnisse. Oliver Windeck, Geschäftsführer der Metallbau Windeck GmbH, trug seine Erfahrungen im Bereich automatisierter Fassaden vor und forderte bessere Voraussetzungen bei der Fassadenplanung. Er machte aber auch auf die nach wie vor bestehenden Schwierigkeiten bei der Abgrenzung, der Verantwortung und der Definition von Übergabeschnittstellen aufmerksam. Wie Automation von Fenstern umgesetzt werden kann, berichtete Engelbert König von Internorm International GmbH am Beispiel eines Fensters mit im Scheibenzwischenraum liegendem, automatischem Sonnenschutz, dass durch Solarkollektoren unabhängig von jedwedem Anschluss und leicht zu handhaben ist.

Natürliche Lüftung mit motorischen Fenstern
In ihrem Vortrag „Kontrollierte natürliche Lüftung mit motorischen Fenstern“ stellte Prof. Dr. habil. Ursula Eicker vom Zentrum für angewandte Forschung/Nachhaltige Energietechnik die ZVEI-Studie „Pro Fensterlüftung“ vor. In der Studie werden Potentiale und Energieeffizienz auf Basis der unterschiedlichen natürlichen Lüftungskonzepte betrachtet. Das Ergebnis: Lüften ist nicht gleich Lüften – ausschlaggebend sind hier Position, Ausführung sowie Lüftungsarten und -dauer.

Wir haben die Produkte – aber wer montiert sie?
Die Integration von elektrischen Systemen in Steuerungen und Gebäudetechnik erfordern beim Fenster- und Fassadenbauer ein Grundwissen über die eingesetzten Bauteile und deren Installation. In der Praxis bedeutet das eine Zusammenarbeit zwischen Elektrohandwerkern und Fenstern- und Fassadenherstellern bzw. den Montagebetrieben. Jedoch gibt es zahlreiche Angebote zur Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter im Bereich Einbau und Inbetriebnahme kraftbetätigter Fenster, Türen oder Fassaden. Einen Überblick über die Angebote und Voraussetzungen von Weiterbildungen gab Philipp Erdmann, Verband Fenster + Fassade.

Gebäudeautomation – ein Blick in die Zukunft
Welchen Einfluss der Mensch auf die Energiebilanz in Gebäuden und damit auf die Erreichung der Klimaziele hat, zeigte Prof. Dr. Viktor Grinewitschus vom Fraunhofer-inHaus-Zentrum Duisburg auf. „Es ist bemerkenswert, dass sich z.B. der Heizwärmebedarf in ein und demselben Gebäude bei unterschiedlichen Nutzern verdoppeln kann. Durch intelligente Steuerungen kann man effizient auf den Verbrauch Einfluss nehmen“, so Grinewitschus. Weitere Inhalte des Vortrags waren das Marktpotential von Smart-Home-Lösungen sowie zukünftige Sanierungskonzepte.

Die nächste Fachtagung Automation findet im September 2013 statt.