GLASWELT Ausgabe: 06-2016

Sonnenschutz als Hingucker

Kunst in Bewegung


Für die exakte farbige Beschichtung der Tücher entwickelte die Künstlerin einen Fassadenplan, der die über die ganze Fassade verlaufenden geometrischen Muster aufzeigt.

Für die exakte farbige Beschichtung der Tücher entwickelte die Künstlerin einen Fassadenplan, der die über die ganze Fassade verlaufenden geometrischen Muster aufzeigt.

  1. Teil: Kunst in Bewegung
  2. Teil: BAUTAFEL

_ Rund 500 m² Fixscreen Senkrechtmarkise hat die Schweizer Künstlerin und Fotografin Shirana Shahbazi zu einem bewegten Markisenkunstwerk gestaltet. Die gebürtige Iranerin ist für ihre Arbeiten mit den typischen kräftigen Farben weltbekannt.

Das siebengeschossige, zweifach leicht geknickte Gebäude des Studentenwohnhauses Aspholz in Zürich bietet in 30 Wohnungen und 11 Studios Platz für 332 Studierende und ist damit das größte Studentenwohnhaus Zürichs. Die WG-Wohnungen in dem Großbau sind nach Westen 1½-geschossig ausgebildet. Durch die hohen und breiten Fenster gelingt es den Darlington Meier Architekten aus Zürich, das Sonnenlicht aus den vorgelagerten Loggien bis tief in die Wohnküchen und Aufenthaltsräume der Großwohnungen zu tragen. Entsprechend anspruchsvoll sind so auch die Dimensionen des erforderlichen Sonnenschutzes. Die größte Senkrechtmarkise misst rund 18 m². Die besondere Schwierigkeit dabei war, dass die Markisen nicht vor Fenster, sondern vor offene Loggien gebaut sind.

Form, Farbe und Stabilität

Neben den rein mechanischen Eigenschaften spielte bei der farbigen Beschichtung die gewählte Tuchart eine große Rolle. Einerseits sollte das Tuch vor Sonne schützen, aber auch Licht durchlassen, damit es in den Loggien im Sommer nicht zu dunkel wird. Dazu sollte es farbig behandelbar und die Farbigkeit außen wie innen exakt beeinflussbar sein. Als Basis für die farbig gestaltete Westseite des Gebäudes wurde das Polyestertuch Soltis 86 in Weiß gewählt.

Der Transmissionsgrad des Sonnenlichts liegt im Gegenzug bei 14 Prozent, wodurch die Senkrechtmarkise bei Sonne angenehm abdunkelt, aber dennoch von innen nach außen durchsichtig ist. Diese für Senkrechtmarkisen bekannte Transparenz nutzt die Künstlerin, um das Farbenspiel der Außenseite mit einem weiteren Farbenspiel der Innenseite zu überlagern. Dafür wurden die Markisen auch von innen farbig mit einem anderen, variierenden Farbenmuster beschichtet. Für die Bewohner entsteht so, von außen nicht erkennbar, eine Farbüberlagerung. Die Farbmuster der Markisen werden von innen gesehen komplexer, vielfältiger und reizvoller. —

www.renson.de

  • Anhand des Fassadenplans wurden die Teilmuster der einzelnen Senkrechtmarkisen entwickelt.

  • Die Senkrechtmarkisen wurden fast unsichtbar in die Gebäudefassade integriert.

  • Jede der farbigen Markisen ist eine eigenständige Farbkomposition, die sich mit den benachbarten Markisen zu einem erweiterten Farbenspiel verbindet.

  • Das vollkommene Kunstwerk entsteht erst dann, wenn alle Senkrechtmarkisen des Gebäudes gleichzeitig heruntergefahren sind.

Literatur

  1. Teil: Kunst in Bewegung
  2. Teil: BAUTAFEL
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