GLASWELT Ausgabe: 06-2015

Einbruchschutz beginnt bei der Aufklärung


Die traurigen Fakten: Einbruchsdiebstähle nehmen auch in diesem Jahr wieder zu – um fast 2 %. Besonders gravierend sind die prozentualen Zuwächse in Baden-Württemberg, im Saarland und in Bayern.

Die traurigen Fakten: Einbruchsdiebstähle nehmen auch in diesem Jahr wieder zu – um fast 2 %. Besonders gravierend sind die prozentualen Zuwächse in Baden-Württemberg, im Saarland und in Bayern.

Sicherheitsthemen im Fokus der Bevölkerung – Mehr mediale Aufmerksam geht nicht: Alle Jahre wieder im Mai verkündet der Innenminister die Polizeiliche Kriminalstatistik mit den Zahlen über die Einbruchsdelikte. Da die Fallzahlen seit 2009 stetig wachsen und mittlerweile dramatische Auswüchse angenommen haben, nimmt sich auch die Medienwelt ausgiebig des Themas an.

  1. Teil: Einbruchschutz beginnt bei der Aufklärung
  2. Teil: Die aktuellen Einbruchstatistiken

_ Ein ganzer Themenabend in der ARD Ende April steht symbolisch für die aufgeschreckte Bevölkerung: Da sprach Reinhold Beckmann mit Tätern, Kripobeamten, Politikern und Einbruchsopfern, sprach mit ihnen über materielle und psychische Folgen eines Wohnungseinbruchs. Im Anschluss daran talkte Frank Plasberg in „Hard aber Fair“ mit seinen Gästen über die Frage „Was schützt gegen Einbruch?“.

Dazu gibt es reihenweise Veröffentlichungen in den Print- und Online-Medien. Vorneweg das Boulevard-Blatt „Bild“. Die brachten den „großen Einbruchs-Report“ und nahmen dabei die Zahlen der Anfang Mai veröffentlichten Kriminalstatistik (siehe Kastentext) vorweg. Ganz schlimm sieht es beispielsweise in Berlin aus: „Dort haben sich die Wohnraumeinbruchsdiebstähle in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Lag die Zahl der Einbrüche 2006 noch bei 6061 Fällen ist sie 2014 auf insgesamt 12 159 Fälle angestiegen.“ In diesem Einbruchs-Report kommt auch der Innenminister selbst zu Wort und erläutert, welche Maßnahmen er sich vorstellt: „40 Prozent der Einbrüche scheitern im Versuchsstadium. Das heißt, dass das Sichern der eigenen Wohnung hilft. Hier müssen wir ansetzen: Wir müssen materielle Anreize für die Bürger schaffen, damit sie den Einbruchschutz verbessern. Die Sicherungsmaßnahmen müssen steuerlich absetzbar sein“, sagte de Maizière.

Und die Branche? Werden Fensterhersteller und Verbände diese medialen Steilvorlagen erneut verstreichen lassen? Bitte nicht! Nutzen Sie die Tatsache, dass jetzt die Bevölkerung sensibilisiert ist für sinnvolle Einbruchschutzmaßnahmen. Ich bin überzeugt: Die Fenster- und Haustürenanbieter haben noch gehöriges Aufklärungs- und auch Auftragspotenzial in Sachen Einbruchschutz. DIe Roto-Kampagne „Widerstand nicht Zwecklos“ geht da in die richtige Stoßrichtung. Und viele Fensterbauer haben das zum Anlass genommen, ihre ganz eigene Kampagne zu starten. Aber da geht noch mehr! Schließlich glauben viel zu viele Wohnungsbesitzer und -bewohner immer noch, dass nur Nachrüstprodukte für den Einbruchschutz wirklich etwas nutzen. Aber das ist zu kurz gedacht, wie Ralf Diller von Siegenia in unserem Interview auf S. 28 ausführt: „Die meisten aufschraubbaren Nachrüstprodukte tragen i.d.R. nicht dazu bei, dass das Design eines Fensters aufgewertet wird und berücksichtigen auch nicht den Systemgedanken. Nachrüstprodukte als DIY bergen oftmals die Gefahr der fehlerhaften Montage und bieten dann keine wirkliche Einbruchhemmung." —

Daniel Mund

Foto: BPA / Jesco Denzel

Literatur

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  2. Teil: Die aktuellen Einbruchstatistiken
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