Was kostet ein neues Fenster und welches Material ist das richtige?

Daniel Mund
Chefredakteur
Wussten Sie schon, dass Kunststofffenster in Fragen der Sicherheit deutlich schlechter abschneiden als alle anderen Fenstermaterialien? Und das sich ein Holzfenster nur „sehr schlecht“ eignet, wenn es um die Witterungsbeständigkeit geht?

Und übrigens: Aluminiumfenster sind 40 bis 50 Prozent teurer als Kunststofffenster und beim Kauf eines Holz-Alu-Fensters muss man 70 bis 90 Prozent mehr Geld auf den Tresen legen als besagtes PVC-Fenster.

Sie staunen über solche Aussagen? Ich auch!

Wer diese Aussagen gemacht hat? „Energieheld“ – eine digitale Plattform, die Hausbesitzer rund um die energieeffiziente Gebäudesanierung berät und daraus natürlich Profit schlagen will. Das Geschäftsmodell: Führt ein Kunde ein Projekt über diese Plattform durch, erhält energieheld 10% der Netto-Auftragssumme vom Handwerksbetrieb.

Sie denken jetzt bestimmt, „schon wieder so eine digitale Plattform wie my-hammer.de, die auch wieder an Bedeutung verlieren wird…“

Aber Obacht: Die FAZ hat ihn bereits in einem Beitrag vom März 2016 zum „Marktführer in dem kaum digitalisierten Multimilliarden-Wachstumsmarkt“ gemacht. Die Plattformbetreiber sind sicher Spezialisten in Sachen Web-Auftragsbearbeitung, Erstellung von Web-Plattformen, Suchmaschinenoptimierung und die Generierung bzw. dem Verkauf von Web-Verbraucheranfragen.
Ein tolles modernes Geschäftsmodell!

Nur für das wofür sie stehen, nämlich „Informationen und Kostenvergleiche zum Thema energetische Sanierung“ zu vermitteln, darf man getrost ein dickes Fragezeichen machen.

Und das Fragezeichen wird noch dicker, wenn man auf die Informationen schaut, die energieheld in Sachen Fenster zusammengetragen hat (siehe dazu nebenstehende Tabelle von energieheld.de).

Meine Hoffnung: Dass Verbraucher sich bei der Suche im Netz nicht allein auf solche Pauschalaussagen der Portalbetreiber verlassen und dass der Sanierungswillige auch immer noch die offline-Beratung beim Fachhändler um die Ecke wertschätzt.

Aber über kurz oder lang kommen Sie alle, kommt die Branche an diesem digitalisierten Vermarktungsmodell nicht vorbei. Dabei geht es um Effizienz, Transparenz und Glaubwürdigkeit.
Die so genannte digitale Disruption – die Verdrängung eines klassischen Geschäftsmodelles durch digitale Elemente oder Strukturen – steckt in der Baubranche erst noch in den Startlöchern, der Tsunami baut sich sozusagen erst noch auf. Ich wünsche nur, dass Sie (und auch uns als begleitende Fachzeitschrift) diese Welle nicht völlig unvorbereitet trifft.

In diesem Sinne werden wir immer mehr auch über die digitalisierten Vermarktungsmodelle sprechen, diese aufzeigen und das noch brachliegende Potenzial beschreiben.

Nur eines werden wir nicht tun:

Nämlich Preisvergleiche anstellen zwischen einem Dachflächenfenster und einem Kellerfenster, wie es in dieser Pressemitteilung aufgeführt war. Das macht nämlich überhaupt keinen Sinn.

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