GLASWELT Ausgabe: 12-2017

Der GastKommentar

Springen Sie auf den digitalen Zug auf. Jetzt!

Paul Bastianen
Als gelernter Bauingenieur ist Paul Bastianen seit 1981 in der Glasbranche tätig. Der Niederländer füllt im Wechsel mit anderen Branchenkennern diese Gastkolumne. Sein Fokus zielt auf die europäische und internationale Glasbranche.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zum Gastkommentar: glaswelt@glaswelt.de

Paul Bastianen

Als gelernter Bauingenieur ist Paul Bastianen seit 1981 in der Glasbranche tätig. Der Niederländer füllt im Wechsel mit anderen Branchenkennern diese Gastkolumne. Sein Fokus zielt auf die europäische und internationale Glasbranche.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zum Gastkommentar: glaswelt@glaswelt.de

Ein kurzer Rückblick: Seit Dezember 2007 schreibe ich Kommentare für die GLASWELT: Über die Jahre habe viel positives Feedback bekommen. Vielen Dank dafür.

Heute will ich meinen Blick nach vorne lenken, wohin geht für die Branche die Reise? Die 4. Industrielle Revolution, also die Digitalisierung mit Big Data, Robotik, 3D-Druck, virtueller Realität und vielem mehr sowie das Internet der Dinge werden uns bestimmen, in der Glasbranche ebenso wie in anderen Branchen. Und damit werden harte Zeiten auf uns zukommen. Denn die Umstellung wird gekennzeichnet sein durch Arbeitslosigkeit, Arbeitsmigration und letztendlich alles an bestehenden Technologien auf den Kopf stellen, was uns im Arbeitsleben immer recht und lieb war. So viel zur düsteren Seite.

Es gibt aber auch Licht am Ende des Tunnels: Die kommenden Umstellungen werden ein Mehr an Sicherheit und Effizienz in Fabriken bedeuten, wo keine Menschen mehr hinter Produktionsbändern stehen müssen, um stumpfsinnige Handgriffe zu machen. Die fortschreitende Automatisierung hat so zudem einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit und die unserer Mitarbeiter.

Zudem werden viele (Bau-)Produkte künftig aus dem 3D-Drucker kommen. Ich könnte mir vorstellen, dass um die 50 Prozent aller Produkte sich bald günstig auf Home- und Industriedruckern ausdrucken lassen – auch in der Glaswerkstatt.

Das es dann viele Arbeitsplätze, wie wir sie jetzt kennen, nicht mehr geben wird, hat einen massiven Einfluss auf die künftige Ausbildung sowie die Weiterbildung der Mitarbeiter. Unternehmen, Institutionen und Regierungen müssen umdenken, und das schnell. Denn dadurch werden neue Formen der Betriebsorganisation notwendig werden, ebenso der Verwaltung. Und damit geht auch eine andere Unternehmenskultur mit einher: Netzwerke werden zusehends wichtiger werden, was auf Kosten von bestehenden Hierarchien gehen wird und muss. Denn mit der stetigen Vernetzung geht auch ein Arbeiten auf Augenhöhe einher. Dies erfordert ein stärkeres Miteinander bei der Arbeit im eigenen Betrieb und mit Partner-Unternehmen, um eine optimale Leistung und positive Resultate zu erzeugen.

Diese Änderungen bringen der Glasindustrie aber auch neue Märkte und fordern neue Glasanwendungen. Wir stehen vor einer riesigen Herausforderung, und das gilt für die gesamte Wertschöpfungskette, vom Architekt über die ausführenden Handwerker und selbstverständlich auch die Lieferanten aus der Glas- und Fensterindustrie. Ist unsere Branche aber auch bereit, diese neue technische Revolution mitzutragen? Denn bei den Planern und Architekten ist sie auf dem digitalen Reißbrett bereits Realität, BIM & Co. lassen grüßen.

In meinen Augen muss die Branche jetzt richtig Gas geben, um auf den digitalen Zug aufzuspringen. Machen Sie es, es wird sich lohnen!

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

GLASWELT-Newsletter

Ja, ich möchte folgenden Newsletter abonnieren:

GLASWELT-Newsletter
» Weiter Informationen zum GLASWELT-Newsletter
Kommentare

Springen Sie auf den digitalen Zug auf. Jetzt!

Ein kurzer Rückblick: Seit Dezember 2007 schreibe ich Kommentare für die GLASWELT: Über die... mehr

Alle Kommentare