Inlandsgeschäft bei Beschlägen blieb hinter den Erwartungen zurück

06.12.2017 -

Während die Beschlagindustrie leicht steigende Umsätze meldet, schätzt der Fachhandel die Umsatzentwicklung für das laufende Jahr leicht rückläufig ein. Dies ist ein Ergebnis der "Ständigen Konferenz" des Arbeitskreises Baubeschlag (AKB) im Zentralverband Hartwarenhandel (ZHH), der jetzt in Weimar tagte.

Rund 60 Vertreter der Schloss- und Beschlagindustrie sowie des Baubeschlagfachhandels diskutierten an der Geburtsstätte des Bauhaus über aktuelle und zukünftige Herausforderungen an die Branche. Auf dem nach strengen kartellrechtlichen Compliance-Regeln durchgeführten Branchentreff bewertete der Fachhandel die aktuelle Marktsituation vergleichsweise zurückhaltend.

Rückläufige Umsatzentwicklung im Handel

Martin Meesenburg schätzt als Sprecher des AKB die Umsatzentwicklung für das laufende Jahr leicht rückläufig ein. Nicklas Schulte, Geschäftsführer des AKB, macht die verhaltene Entwicklung des ersten Halbjahres im Tür- und Fensterbeschlagbereich für diese vorsichtige Prognose verantwortlich. Laut Schulte wird der Möbelbeschlag leicht gewinnen. Zukünftig werden die Themen Smart Home, Online-Vertrieb und der elektronische Austausch von Produktdaten die Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette maßgeblich beeinflussen.

Hersteller profitieren von ausländischen Märkten

Karl Kristian Woelm, Vorsitzender des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB), meldete hingegen für die Industrie leicht steigende Umsätze. Die Hersteller profitieren dabei von positiven Entwicklungen auf ausländischen Märkten, während das Inlandsgeschäft hinter den Erwartungen zurück bleibt. Holger Koch, stellvertretender Geschäftsführer des FVSB, verwies auf die anhaltend guten konjunkturellen Rahmenbedingungen und positiven Prognosen für den deutschen Türen- und Fenstermarkt, betonte dabei aber, dass ausländische Wettbewerber weiterhin überproportional vom Marktwachstum profitieren und steigende Vormaterialpreise die Branche vor neue Herausforderungen stellen.

Zunehmende bürokratische Anforderungen

Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbandes, kritisierte die stetige Zunahme an bürokratischen Anforderungen insbesondere an Bauprodukte: Bei der Kennzeichnungspflicht scheint die Grenze der technischen Machbarkeit oder der wirtschaftlichen Zumutbarkeit bereits erreicht zu sein; die Anwendung der Nickel-Guideline für Schlüssel konnte durch intensive Gespräche mit anderen Verbänden und einem Widerspruch bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA gerade noch verhindert werden. Auch die Umstellung der Bauregelliste auf die Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen und das europäische Normungswesen werden Industrie und Fachhandel fordern.

www.fvsb.de

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

GLASWELT-Newsletter

Ja, ich möchte folgenden Newsletter abonnieren:

GLASWELT-Newsletter
» Weiter Informationen zum GLASWELT-Newsletter
Kommentare

Springen Sie auf den digitalen Zug auf. Jetzt!

Ein kurzer Rückblick: Seit Dezember 2007 schreibe ich Kommentare für die GLASWELT: Über die... mehr

Alle Kommentare