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Ausgabe: 11-2010
ThyssenKrupp Hauptquartier in Essen
Fenster zur Welt
Das Gebäude Q 1 ist wie seine Nachbargebäude aus mehreren L-förmigen Einzelbaukörpern zusammengesetzt, die ineinander verschränkt, die zentrale Mitte des Atriums umschließen. Die L-Formen rahmen an der Nord- und Südseite zwei überdimensionale Landschaftsfenster, die ohne Rahmen und Fenstersprossen auskommen. So entsteht der Eindruck einer einzigen, überdimensionalen Glasscheibe. Hierbei handelt es sich um eine vertikal und horizontal vorgespannte Seilfassade.
Beim Entwurf dieser gläsernen Sonderkonstruktion war ein Maximum an Durchsichtigkeit gefragt. Hierfür wurden Scheibenformate von 2,16 m in der Breite und 3,60 m in der Höhe gewählt. Die Gläser bestehen aus einer 2-fach Isolierverglasung, die mit Klemmhaltern punktförmig an der Seilkonstruktion gelagert sind. Aufgrund des erheblichen Gewichts der exzentrisch angeschlossenen Glasscheiben werden Stahlseilpaare zum kombinierten Abtrag der Glaslasten eingesetzt. In vertikaler Richtung haben die vorgespannten Seile einen Durchmesser von 30 mm und sind unterhalb der 11. Geschossebene an einem dreigeschossigen Fachwerkträger befestigt. Die horizontale Tragstruktur, die stirnseitig an die Geschossdecken gekoppelt wird, besteht ebenfalls aus vorgespannten Stahlseilen mit 32 mm Durchmesser. Hier beträgt der Achsenabstand rund 3,60 m.
Wie die Landschaftsfenster, wird auch die große Fensteröffnung im Dach von einem Seiltragwerk gehalten. Ihre zweifach gekrümmte Außenhaut misst rund 21 x 21 m.
Die Gesamtkonstruktion ist so entworfen, dass sie leicht und filigran erscheint, trotz der hohen Belastungen, die auf sie wirken. Ein weiterer entscheidender Einflussfaktor für das ansprechende Erscheinungsbild ist die Auswahl der Gläser: Einerseits musste das Glas Sonnenschutzwirkung haben, andererseits sollte es möglichst klar und wenig gefärbt sein.
Um eine maximale Transparenz zu erreichen, wurden für den ISO-Aufbau Weißglasscheiben gewählt im Aufbau 12 mm ESG/16 mm/2 x 8 mm VSG (PVB-Folie 1,52 mm als Sonnenschutzfolie). So entstand eine nur etwa 45 mm starke, entmaterialisierte Membran, die dennoch alle Anforderungen in Bezug auf den Kälteschutz, ebenso wie auf den Wärmeschutz, erfüllt. —
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