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Glaswelt-Newsletter: 2b-2010

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Kopie eines Bohle-Glasschneiders erhält Plagiarius-„Auszeichnung“

Am 12. Februar wurde wieder der Negativ-Preis „Plagiarius“ verliehen. Der chinesische Hersteller sowie der deutscher Händler einer Kopie des Bohle Glasschneiders „Silberschnitt 100.0“ erhielten diese unrühmliche Auszeichnung. Plagiate, können ein hohes Sicherheitsrisiko bergen, so Dr. Heinrich Ostendarp, Vorstandsvorsitzender von Bohle.

Im jüngsten Fall wurden kopierte Glasschneider 100.0 durch den Hersteller (Royal Union Co. Ltd, China) an einen niederländischen Importeur verkauft. Dieser belieferte neben einem deutschen Händler auch weitere Händler in Europa. Insgesamt habe der Zwischenhändler 11.985 Stück importiert. Letztendlich wurde eine Unterlassungserklärung unterzeichnet und zur Abgeltung der Ansprüche ein fünfstelliger Euro-Betrag gezahlt.

Bei der Preisverleihung in Frankfurt waren die Plagiatoren, wie nicht anders als erwartet, nicht anwesend; sie bekamen von den Initiatoren, der Aktion Plagiarius e.V., entsprechende Urkunden zugeschickt. Für Bohle nahm der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Dr. Heinrich Ostendarp, die Trophäe – einen schwarzen Zwerg mit goldener Nase – entgegen.

Schutzrechtsverletzungen stärker angehen
„Bohle hat als mittelständisches Unternehmen bisher keine eigenen Organisationen oder Strukturen aufgebaut, die auf das Aufspüren von Schutzrechtsverletzungen ausgelegt sind“, so Ostendarp, „wir erwägen jedoch zukünftig stärker aktiv zu werden. Denn die Schutzrechtsverletzungen durch die Plagiatoren sowie die daraus resultierenden Umsatz- und Imageschäden haben deutlich zugenommen. Im letzten Jahr haben wir für den Schutz von bestehenden Marken über 100.000 Euro aufgewendet. Besonders kritisch werden die Fälle, wenn – im Gegensatz zu geprüften Bohle Produkten – die notwendigen Sicherheitseigenschaften durch diese Kopien nicht erfüllt werden. Allein die Verfolgung derartiger Fälle nehme bei Bohle stark zunehmende Ressourcen in Anspruch“, sagt Ostendarp.

Vorsicht Sicherheits-Falle
Neben Glasschneidern werden auch häufig Bohle Klebstoffe und Saugheber kopiert. Diese qualitativ minderwertigen Kopien stellen für den Käufer ein sehr hohes Sicherheitsrisiko dar, da Glasverklebungen, die mit diesen Produkten ausgeführt werden, in der Regel nicht die erforderliche Verbindungseigenschaften haben.

Bei nachgeahmten Saughebern ist durch minderwertige Materialien und Konstruktion ein sicheres Tragen von Glas oder Stein nicht gewährleistet. Bei Discountern tauchten in jüngster Zeit sogar Nachahmungen von Bohle Saughebern auf, die als Haltegriffe zur Verwendung im Sanitärbereich deklariert waren. „Kaum auszudenken, was alles passieren kann, wenn Kunden im guten Glauben, ein Qualitätsprodukt erworben zu haben, auf die Sicherheit solcher Nachahmungen vertrauen“, warnt Ostendarp. „Wir sind natürlich gegen diese Produkte vorgegangen: die betreffenden Handelsketten haben die Produkte aus dem Sortiment genommen und bereits verkaufte Saugheber zurückgerufen.“

Permanente Weiterentwicklung soll schützen
Ein Weg, Produktfälschern das Leben schwer zu machen, ist die permanente Weiterentwicklung von Produkten und der konsequente Schutz dieser Innnovationen durch Patente. „Neue Funktionen oder Fertigungsmethoden können von Produktpiraten nicht von heute auf morgen kopiert werden und Patentschutz gibt uns die Möglichkeit, rechtlich gegen Plagiatoren vorzugehen. Auf diese Weise sind wir den Produktpiraten immer einen Schritt voraus“, davon ist Ostendarp überzeugt.

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Schlagworte zu diesem Artikel:

Bohle (57%)Schutzrechtsverletzung (51%)Saugheber (49%)

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