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GW: Frontale 2012

Fensterbauer Stock Deutsche Fenster muss Insolvenz anmelden

31.05.2010 - Am Dienstagmorgen (25.05.) ereilte die rund 50 Mitarbeiter in einer von Geschäftsführer Hans-Jürgen Schlüpner kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung die Hiobsbotschaft, mit der trotz ausstehender Löhne keiner gerechnet hatte: „Wir müssen Insolvenz anmelden.“

Top-Fenster für Luxus-Villen in Aserbeidschan, Auftritte bei renommierten Fachmessen, Spezial-Aufträge für Fenster und Türen aus Aluminium und Holz in Europa und den USA - die Nachrichten aus dem Angersbacher Unternehmen Stock Deutsche Fenster GmbH klangen in den vergangenen Jahren gut.

Hohe Außenstände und eine verschlechterte Auftragslage auf dem Weltmarkt führte Schlüpner gegenüber der Mitarbeiterschaft als Gründe für diesen Schritt an, gab der Lauterbacher Anzeiger in seiner Ausgabe am 27.05. bekannt. Schlüpner habe beim Insolvenzgericht in Gießen für sein Unternehmen am Dienstag Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Gießener Rechtsanwalt Ralf Diehl bestellt.

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Weiter heißt es in der Meldung: Die Stimmung in der Mitarbeiterschaft sei gedrückt. Zwar hätten einige von ihnen mit ihrer Firma schon einmal eine Talfahrt erlebt, nach der es relativ schnell wieder bergauf ging. Aber wie es jetzt um die Zukunft des Unternehmens bestellt sei, ist ungewiss.

Bereits im Jahr 2004 hatte das Vorgänger-Unternehmen in Angersbach Insolvenz angemeldet. Mit einer verbesserten Kostenstruktur und einem verkleinerten Mitarbeiterstamm hatte Schlüpner, der auch damals bereits Geschäftsführer in Angersbach war, die Produktion mit einer neuen Firma weitergeführt. Als Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter im Unternehmen, in dem die frühere Eigentümer-Familie Stock noch Anteile hält, habe Hans-Jürgen Schlüpner die Exportgeschäfte kontinuierlich ausgebaut und sich mit einer speziellen Produktpalette - etwa Türen aus Holz und Holz-Aluminium-Kombinationen für Fenster - auf dem internationalen Markt etabliert. Speziell für den russischen Markt war gar ein goldenes Schiebefenster mit Sprossen in Zwiebelturmform kreiert worden.

Am 26.05. stellte sich der vorläufige Insolvenzverwalter Ralf Diehl der Belegschaft in einer Betriebsversammlung vor und erklärte, dass er durchaus Chancen sehe, dass die Produktion am Standort Angersbach weitergehen könne. Dass sich ein Investor finden lässt, darauf ruhen die Hoffnungen von Geschäftsführung und vorläufigem Insolvenzverwalter.

Der Betrieb bei Stock Deutsche Fenster läuft weiter, Aufträge liegen vor, die abgearbeitet werden. Eine offizielle Stellungnahme seitens des Geschäftsführers über die Gründe für die Schieflage und die Zukunft des Unternehmens blieb gestern aus. Hans-Jürgen Schlüpner war für ein Gespräch mit der Zeitung nicht erreichbar, heißt es.


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Schlagworte zu diesem Artikel:

Angersbach (50%)Mitarbeiterschaft (37%)Betriebsversammlung (36%)

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