Rehberger: Daniel, der Jahresauftakt hatte es in sich. Ich war bei den Aldra-Innovationstagen in Büsum. Dort zeigte sich: Unsere Branche ist alles andere als innovationsmüde. KI im Handwerk, Nachhaltigkeitszertifizierung, Social Media für Fachpartner, Werkführungen im Halbstundentakt – keine klassische Hausmesse, sondern ein Branchentreff mit echtem Praxisbezug.
Mund: Aufbruchsstimmung also – aber mit Substanz?
Rehberger: Ja, es herrschte eine zuversichtliche Stimmung. Entscheidend ist, dass die Themen ins operative Geschäft übersetzt wurden. So wird etwa die Auftragsabwicklungs-App „Mein Aldra“ heute von rund 90 Prozent der Partner genutzt, Tendenz steigend.
Mund: Ähnlich mein Eindruck bei der Roadshow „Serielles Bauen“ von Gealan, Roma, Meesenburg und Saint-Gobain Glassolutions. Industrielle Vorfertigung als Antwort auf Fachkräftemangel, Zeitdruck und Kosten. Beeindruckend war vor allem das Zusammenspiel: Kunststoffsysteme, Glas, Verschattung, Montage – alles aufeinander abgestimmt.
Rehberger: Also Schluss mit Silodenken?
Mund: Genau. Und auf einer anderen Veranstaltung wurde deutlich, dass dieser Ansatz sogar institutionalisiert werden kann: 16 Unternehmen wollen mit dem neu gegründeten Verein „Suppliers Team“ Lösungen gemeinsam entwickeln statt nebeneinander. Vor wenigen Jahren hätten sich einige davon noch als Wettbewerber betrachtet ...
Rehberger: Das macht Sinn. Die Komplexität lässt sich heute kaum alleine stemmen. In einem Markt, der von Normen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung geprägt ist, wird Abschottung schnell zum Risiko. Netzwerke bieten hier viele Chancen.
DANIEL: Die Frontale wird zeigen, wie ernst es die Branche mit diesem Miteinander meint. Vielversprechende und zuweilen sehr kreative Ansätze – etwa die „Schatzsuche“ von sieben Zulieferern – schlagen bereits hohe Wellen. Wir wünschen eine erfolgreiche Messevorbereitung und freuen uns auf ein Wiedersehen in Nürnberg.