Mitten in Paris wurde ein Glasatelier aus den 1930er Jahren fit für die Gegenwart gemacht, um es energetisch und akustisch auf den neuesten Stand zu bringen, ohne die historische Konstruktion anzutasten. Der Schlüssel zum Erfolg: Vakuum-Isolierglas, das trotz minimaler Glasdicke heutige Anforderungen erfüllt. Wie diese anspruchsvolle Sanierung umgesetzt wurde, zeigen die folgenden Details.
Die Art-déco-Fassade des ehemaligen Designstudios von Wilmotte & Industries ist durch schlanke Metallprofile und großformatige Glasflächen geprägt. Die ursprünglichen Monogläser entsprachen jedoch nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Wärme- und Schallschutz. Gleichzeitig sollte das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes unverändert bleiben. Verantwortlich für die Sanierung war das international tätige Architekturbüro Wilmotte & Associés.
Die Umsetzung des Projekts übernahm Verre & Métal, ein seit 1921 etabliertes Metallbau-Unternehmen mit Fokus auf Glas- und Metallbau.
Im Rahmen der Sanierung wurden die vorhandenen T-Metallträger instand gesetzt und weiterverwendet. Die Neuverglasung erfolgte mit Vakuum-Isoliergläsern von Fineo, deren geringe Dicke den Einbau in die bestehende Unterkonstruktion erlaubte. Für das Projekt kam eine Ausführung des Typs Fineo 8 zum Einsatz, laminiert mit klarem ESG.
Dank der geringen Aufbauhöhe des Systems bleibt die originale Struktur erhalten, gleichzeitig erreichen die Vakuumgläser hier Leistungswerte, die mit 3-fach-ISO vergleichbar sind. Die Entscheidung fiel zudem darauf, mit Sicherheitsglas zu laminieren, um vor Bruchgefahren zu schützen, falls beispielsweise Gegenstände auf das Dach fallen.
So funktionieren die Vakuumgläser
Die Funktionsweise des eingesetzten Glases basiert auf einem hermetisch versiegelten Vakuumzwischenraum von etwa 0,1 mm Dicke zwischen den beiden Glasscheiben der Isolierglas-Einheit.
Die Gläser erreichen einen Ug-Wert von 0,7 W/(m²K), bei einer Gesamtdicke der Scheiben von unter 7 mm. In Bezug auf den Schallschutz erzielt das System in Standardkonfigurationen einen Schalldämmwert von rund 36 Dezibel. In Verbundausführungen mit speziellen Schallschutzfolien sind sogar höhere Werte möglich.
Zulassungen der Gläser
Für die im Pariser Glasatelier verbauten Vakuum-Isoliergläser liegen europäische Zulassungen (CE-Kennzeichnung) sowie eine allgemeine Bauartgenehmigung des Deutschen Instituts für Bautechnik vor. Darüber hinaus ist das Produkt mit einer Umweltproduktdeklaration in der INIES-Datenbank gelistet, die auch Varianten mit reduzierten CO₂-Emissionen berücksichtigt.
Nach Auskunft von Fineo weisen Langzeituntersuchungen auf eine stabile thermische und akustische Funktion über mehrere Jahrzehnte hin.
Damit eignet sich die Vakuumverglasung insbesondere auch für Sanierungsprojekte im Bestand, bei denen geringe Glasdicken, hohe bauphysikalische Leistung und der Erhalt bestehender Konstruktionen im Vordergrund stehen.