GLASWELT Ausgabe: 09-2009

Die Stimmung steigt weiter

Abb. 1
Matthias Rehberger
Chefredakteur
rehberger@glaswelt.de

Rehberger: Laut den jüngsten Zahlen des Ifo-Geschäftsklimaindexes hob sich auch im Juli und August die Stimmung in der deutschen Wirtschaft weiter an. Damit ist der Index jetzt immerhin zum fünften Mal in Folge deutlich gestiegen. Und: Die befragten Unternehmen aller Wirtschaftszweige beurteilten die aktuelle Lage sowie ihre Erwartungen für die Zukunft eher positiv. Daniel, wie steht es denn mit unserer Branche?



Mund: Schon im letzen Monat haben wir ja die überraschend positive VFF-Konjunkturumfrage erwähnt. Und gerade jetzt hat Roto eine Forsa-Umfrage veröffentlicht, die den Trend deutlich bestätigt: Fensterhersteller in Deutschland verzeichnen eine positive Sonderkonjunktur und können fast als „krisenfreie Zone“ bezeichnet werden (mehr dazu lesen Sie auf Seite 29 oder unter www.glaswelt.de > Services > Downloads). Die Umfrage wurde bei Baubeschlagshändlern und bei Herstellern von Fenstern aller Materialien durchgeführt. Besonders auffällig dabei: Dem Handel geht es nicht ganz so gut wie den Verarbeitern.



Rehberger: Ja, da fragt man sich, wie geht denn das? Wenn die Fensterhersteller volle Auftragsbücher haben und ordentlich produzieren, brauchen sie ja auch die entsprechenden Isolierglasscheiben sowie Fensterbeschläge. Eigentlich müsste der Beschlagshandel genauso profitieren wie die Verarbeiter. Warum hinkt also der Handel hinterher?



Mund: Die Erklärung ist einfach: der Fensterhersteller bedient größtenteils einen regionalen bis nationalen Markt. Der Handel ist aber mittlerweile international aufgestellt. Und gerade dieser Exportanteil, der sich in den letzten Jahren bei vielen Beschlagshändlern so positiv entwickelt hat, vermasselt denen heuer das Geschäft. Die VBH spricht etwa für Osteuropa von einem Umsatzeinbruch von über 30 Prozent. Aber zurück zu den Umfragen: So kurz vor der Bundestagswahl scheinen diese ja Hochkonjunktur zu haben. Auch profine hat seine Kunden befragt. Herausgekommen ist der „Deutsche Fenster Index“ und die Erkenntnis, dass die Besten grundsätzlich einfach mehr Managementinstrumente einsetzen als der Branchendurchschnitt. Wie sieht es denn beim Glas aus?



Rehberger: Ich denke, erfolgreiche Unternehmen – unabhängig von der Branche – haben klare, längerfristige Ziele, gekoppelt mit einer differenzierten Planung. Dabei setzen sie ihre Produkt- und Servicestrategie in der Regel konsequenter und besser um, als ihre Wettbewerber, immer auch mit Blick auf eine kontinuierliche Verbesserung ihrer Leistungen und ihrer Produkte. Die Vielfalt an Gläsern ist heute so groß wie noch nie und hier schlummern noch erhebliche Marktpotenziale, auch für Fensterbauer. Denn durch ein differenziertes Angebot von Fensterverglasungen, kann er seinen Kunden einen deutlichen Mehrwert bieten.



Mund: Ich wundere mich sowieso, dass nicht mehr Hersteller Fenster offerieren, die auf ihre Funktion im Haus abgestimmt sind. Die Beschläge sind jedenfalls so vielfältig geworden, dass ohne weiteres ein Kinder- oder ein Schlafzimmerfenster ganz spezielle Komponenten erhalten kann. Wo bleibt der Kundenberater, der auch anspricht, dass im Süden Glas mit einer anderen Beschichtung hingehört als auf der Nordseite. Generell wird doch immer nur der U-Wert als Referenzmarke angegeben. Fühlt sich denn nicht der Kunde viel besser beraten, wenn er für jeden Raum und jede Anforderung die passende Lösung erhält?



Rehberger: Als Bauherr würde ich mich jedenfalls sowohl über eine gute Beratung als auch über ein differenziertes Produktangebot freuen und später jedem stolz meine „Superfens­ter“ mit den „Superscheiben“ präsentieren. Und jetzt viel Spaß mit der neuen GLASWELT.



  • Daniel Mund
    Stellvertretender Chefredakteur
    mund@glaswelt.de

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