GLASWELT Ausgabe: 05-2014

Ist die Warme Kante „Stand der Technik“?

  1. Teil: Wer oder was ist Schuld, wenn es nass wird am Fenster?
  2. Teil: Ist die Warme Kante „Stand der Technik“?
  3. Teil: Wissenswertes in Kürze
  4. Teil: Der Autor

Dass die Ausstattung von Isolierglas mit Warme-Kante-Abstandhaltern „Stand der Technik“ sei, ist immer wieder zu hören. Was bedeutet diese Einschätzung für Beratungspflichten gegenüber Kunden?

Der BF (Bundesverband Flachglas) hat dazu die Rechtsanwaltskanzlei Kleinjohann, Buschhaus, Kohl, Rösing und Thiele um eine Bewertung gebeten. Dazu die Stellungnahme von Frau Katrin Quest, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht (entnommen aus dem BF-Newsletter e-transparent): „Die Frage, ob Isolierglas mit Aluminium-Randverbund überhaupt noch eingesetzt werden darf und wenn ja, ob ein Hinweis auf die Möglichkeit der Ausführung einer ‚Warmen Kante‘ als technisch bessere Lösung erforderlich ist, ist nicht ausschließlich juristisch zu beantworten. [...] Solange Isoliergläser mit Aluminium-Randverbund den anerkannten Regeln der Technik (aRdT) entsprechen, liegt ein mangelfreies Produkt vor. Sobald sich aber die ‚Warme Kante‘ soweit durchgesetzt hat, dass sie der Richtigkeitsüberzeugung der vorherrschenden Ansicht der technischen Fachleute entspricht, ist ohne weiteren Hinweis nur noch diese Ausführung als mangelfrei zu werten. [...] Es kann daher sein, dass der Verkäufer oder der Werkunternehmer sich verpflichtet, Isolierglas mit Aluminium-Randverbund zu liefern. [...] Bis zur Abnahme der Leistung kann diese Art der Ausführung dann zeitlich überholt werden, sodass nur noch die ‚Warme Kante‘ den aRdT entspricht. Dann liegt unter Umständen ein mangelhaftes Werk im Zeitpunkt der Abnahme vor. [...] Dies ist ein Risiko, dem der Werkunternehmer bzw. Verkäufer Rechnung tragen muss. Dies kann er meiner Ansicht nach nur damit tun, dass er entweder bereits von vornherein die bessere Variante vereinbart oder zumindest ausdrücklich auf deren Existenz und ihre Vorzüge hinweist."

Die Anwältin geht in den Ausführungen weiter davon aus, dass sich in Sachen Warmer Kante im Augenblick die aRdT fortbilden und gibt deshalb den Rat, „… einen solchen ausdrücklichen Hinweis in den Vertrag bzw. in das Angebot aufzunehmen.“

Mehr über die Rechtslage bei Abstandhaltern erfahren Sie auch in unserem Beitrag „Besser beraten mit Warmer Kante“ aus unserer Februarausgabe 02/2014.

Literatur

  1. Teil: Wer oder was ist Schuld, wenn es nass wird am Fenster?
  2. Teil: Ist die Warme Kante „Stand der Technik“?
  3. Teil: Wissenswertes in Kürze
  4. Teil: Der Autor
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