GLASWELT Ausgabe: 06-2015

Stoff und Stahl schaffen angenehmes Klima

Eine ziemlich runde Sache

Dunkelrote, blaue und silbrig gefärbte Gewebestreifen sind diagonal über das Metallskelett gespannt.

Dunkelrote, blaue und silbrig gefärbte Gewebestreifen sind diagonal über das Metallskelett gespannt.

Wie eine riesige Kugel scheint die Konstruktion aus Glas, Beton, Metall und Stoff über dem Autobahnkreuz im Nordwesten Barcelonas zu schweben. Ein spanischer Leuchtenhersteller hat sich bewusst für diese Konstruktion entschieden und schafft so mit seiner Unternehmeszentrale Tag und Nacht ein architektonisches Highlight.

  1. Teil: Eine ziemlich runde Sache
  2. Teil: Bautafel

_ Fünf sternförmig angeordnete Fachwerkstützen bilden die Grundstruktur für das filigrane Raumtragwerk aus Stahl und gestalten zugleich einen Teil des innen liegenden Lichthofes. Die ringförmig angeordneten Obergeschosse aus Stahlbeton dienen zugleich der Aussteifung der Tragkonstruktion. Die vollständig verglaste Fassade mit den speziell angefertigten Glasscheiben sorgt neben den klimatischen Bedingungen gleichzeitig für einen hohen Tageslichteinfall und damit eine natürlich Beleuchtung. Die auffällig, in dunkelrot gefärbten vertikalen und gebogenen Stahlrippen an der Außenseite des Gebäudes sind ein wichtiger Bestandteil des Tragwerks.

Effektiver Sonnenschutz

Umspannt wird die gläserne Kugel von einem lichtdurchlässigen PVC- Gewebe. Die reißfeste und UV-beständige Textilstruktur wurde dazu in dunkelrot, blau und silbern konfektionierten Stoffstreifen sozusagen wie eine zweite Haut über die Kugel gezogen und sorgt für den perfekten Sonnenschutz bei optimalem Tageslichteinfall ins Gebäude. Auch die sommerliche Überhitzung soll so wirkungsvoll vermieden werden. Aufgrund des geringen Energieeintrages bleibt die Nordseite der Glasfassade weitestgehend sichtbar, nur im Bereich der Gebäudespitze wurde ein kleiner Streifen mit dem Textil versehen. Auch akustisch bietet das Gewebe einen Vorteil, weil das Prasseln des Regens auf dem Glasscheiben äußerst wirkungsvoll verhindert wird.

Das Material wurde dazu auf der Metallkonstruktion verspannt und kann so dauerhaft und unbeschadet Wind und Wetter überstehen. Auch an das Thema Nachhaltigkeit wurde hier bei der Gebäudeplanung gedacht, denn das Gewebe kann jederzeit ausgetauscht werden und ist recycelbar.

Perfekt inszeniert wird das Gebäude in den Abendstunden und bei Nacht. Kann über den Tag aufgrund der Gewebestruktur kaum Einblick in das Innere des Gebäudes genommen werden, so nutzt der Leuchtenhersteller gezielt die Teiltransparenz der Gebäudestruktur, um die Kugel in den verschiedensten Farben eindrucksvoll zum Leuchten zu bringen.—

  • Durch das Vordach aus Textilgewebe wird der Haupteingang deutlich betont.

  • Spezielle Beleuchtungstechnik lässt die Kugel in der Dunkelheit in den verschiedensten Farben erstrahlen.

  • Bei den Tragwerksstrukturen im Inneren des Lichthofs wurde versucht, diese besonders filigran zu gestalten.

  • Große Fenster in den Obergeschossen bieten einen Panoramablick über das Gelände.

Fotos: Adrià Goula Sardà, Barcelona

Literatur

  1. Teil: Eine ziemlich runde Sache
  2. Teil: Bautafel
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