Einbruchschutz: Wo und wie Ganoven agieren

09.01.2019 -

Gesunkene Einbruchsfallzahlen sind ja geradezu ein Beleg dafür, dass mechanische Einbruchschutzmaßnahmen Deliktzahlen eindämmen können. Lesen Sie in diesem Beitrag einige Fakten, wie die Ganoven versuchen, sich unerlaubten Zutritt zu verschaffen und was man dagegen machen kann.

Der auch von der Fenster- und Türenbranche zum Ausdruck gebrachte Wunsch nach Verstetigung der staatlichen Einbruchschutz-Förderung erzielt Wirkung: Wie die KfW Bankengruppe Mitte November 2018 in einer Presseinformation eher beiläufig mitteilte, stellt das zuständige Bundesinnenministerium 2019 erneut 65 Mio. Euro für das entsprechende Zuschussprogramm zur Verfügung. Es werde seit seinem Start vor drei Jahren stark nachgefragt und habe in dieser Zeit dazu beigetragen, rund 200.000 Wohneinheiten in Deutschland sicherer zu machen.

Die Unterstützung von maximal 1600 Euro pro Objekt entfällt meist auf mechanische Systeme, heißt es in der KfW-Meldung weiter. Roto begrüßt das „positive Signal aus Berlin“, plädiert jedoch unverändert dafür, die Förderung künftig auf Neubauten auszudehnen.

Im Übrigen warnt der Beschlagspezialist ebenso wie etwa die polizeilichen Beratungsstellen davor, die zuletzt gesunkenen Deliktzahlen als „Alibi“ für nachlassendes Einbruchschutz-Engagement zu betrachten. Allein in Deutschland wiesen nach eigenen Berechnungen ca. 90 Prozent der Fenster und Türen nicht das nötige RC-Niveau auf. Deshalb bleibe eine „effiziente Prävention“ unverzichtbar. 320 Einbrüche pro Tag seien Grund genug, um die Bevölkerung konsequent für das Thema zu sensibilisieren und umfassend über geeignete Sicherungsmaßnahmen aufzuklären.

Aufhebeln dominiert klar

Zur generellen „Arbeitsweise“ der Ganoven und ihrer wirksamen Bekämpfung liefere die im Sommer 2018 veröffentlichte „Kölner Studie 2017“ ebenso wichtiges wie aktuelles Basismaterial.

Zu den Kernresultaten der vom Polizeipräsidium der rheinischen Metropole zum 8. Mal durchgeführten Untersuchung gehöre, dass Fenster und Fenstertüren vorwiegend im Erdgeschoss mit 77 Prozent die mit Abstand häufigsten Angriffspunkte in Einfamilienhäusern sind.

In Mehrfamilienobjekten entfalle auf sie knapp die Hälfte der Einstiegsversuche. Seien sie schlecht oder gar nicht gesichert, komme das einer „Einladung an Einbrecher“ gleich. Die polizeiliche Empfehlung, Fachbetriebe mit dem Einbau zertifizierter einbruchhemmender Produkte zu beauftragen, zieht daraus laut Roto die logische Konsequenz.

Das ist der dominierende Einbruchsweg

Das gelte gerade mit Blick darauf, dass das Aufhebeln auf der Öffnungsseite bzw. oben/unten mit insgesamt über 60 Prozent bei Fenstern sowie Balkon- und Terrassentüren der klar dominierende Weg ins Wohnungsinnere sei. Dahinter rangieren der Studie zufolge gekippte Fenster(türen) mit 9 Prozent, das Aufhebeln der Bandseite und die Zerstörung des Glases mit jeweils rund 8 Prozent.

Erfreulich: Immer mehr Einbruchversuche scheitern. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums kletterte diese Quote seit 1993 kontinuierlich von 28 auf aktuell 45 Prozent. Das zeige u. a. die Wirksamkeit eingebauter Sicherungstechnik.

Nach der Kölner Erhebung sind daran bei Fenstern und Türen mechanische Systeme zu 90 Prozent und automatische Einrichtungen zu 10 Prozent beteiligt. Die Verfasser der Studie appellieren: „Sicherungstechnik zur Einbruchprävention sollte daher für den Neubau und die Sanierungen intensiv beworben werden.“

Roto und die Einbruchschutzkampagne

Mit der verzahnten Produkt- und Vermarktungskampagne „Quadro Safe“ biete Roto Fensterherstellern und Bauelementehändlern das „stets weiterentwickelte Branchen-Original“, das nach wie vor auch Wettbewerber aus der Beschlagindustrie zu ähnlich anmutenden Aktionen inspiriere und so als zusätzlicher Multiplikator diene. Gegenwärtig sind auf der Website www.quadro-safe.com über 1.000 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz als Partnerfirmen registriert, erläutert Astrid Fridrich. Das seit dem Start der Initiative im Jahre 2014 praktizierte Kundennutzen-Konzept ist nach Aussage der Leiterin Sortimentsvermarktung Zentraleuropa unverändert gültig: „Wir schnüren für die Betriebe ein professionelles Gesamtpaket, mit dem sie fundiert informieren und beraten, Kompetenz dokumentieren und ihren Kunden schließlich echten Mehrwert verkaufen können.“

Jetzt auch mit gesicherter Kippstellung

Mit dem aus vier Komponenten bestehenden „Sicherheits-Quartett“ (abschließbarer Fenstergriff, Anbohrschutz, Pilzkopf-Sicherheitsschließzapfen und Sicherheitsschließstücke) sei es nun möglich, auch bei bis zu 65 mm gekippten Fenstern eine Einbruchhemmung gemäß RC 2 zu erzielen. Dafür sorgten die speziell für diesen Zweck konstruierten Stahl-Schließstücke aus dem neuen Drehkipp-Portfolio „Roto NX“. Durch die Kombination von drei „TiltSafe“-Bauteilen mit Schließzapfen und abschließbarem Griff werde das bisher große Sicherheitsproblem „Kippfenster“ erstmals dauerhaft minimiert. Hinzu komme ein gesteigerter Wohnkomfort durch die gleichzeitig gewährleistete hohe Luftwechselrate.

In einer neuen Informationsbroschüre ist der technologische Einbruchschutz-Fortschritt natürlich ebenfalls integriert, ergänzt Fridrich. Die sechsseitige, für die Beratung von Bauherren und Renovierern konzipierte Publikation steht Partner der Kampagne kostenlos zur Verfügung.

Lesen Sie in der Februar-Ausgabe der GLASWELT, was 2 Unternehmen, die Fenster und Türen vertreiben, von der TiltSafe-Funktion halten und wie diese Unternehmen die „Quadro Safe“-Initiative für sich nutzen. 

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