GLASWELT Ausgabe: 05-2014

Wissenswertes in Kürze

Fenster und Fassaden sind aufgrund der geringeren Bautiefen und der besonderen Anforderungen im Vergleich zu einer Außenwand immer der wärmetechnische Schwachpunkt in der Umhüllungsfläche eines Gebäudes. Die Gefahr der Tauwasserbildung ist daher nie vollständig auszuschließen.

Der Uw-Wert stellt jeweils den Mittelwert der Einzelbauteile dar. Tauwasser- und Schimmelpilzbildung ist immer auf geometrische und materialspezifische Wärmebrücken – zum Beispiel den Isolierglasabstandhalter am Glasrand – zurückzuführen. Somit kann die Tauwasserneigung nicht aus dem Uw-Wert des Fensters abgeleitet werden.

Die Tauwasser- und Schimmelbildungsgefahr kann anhand einer wärmetechnischen Simulation („Isothermenberechnung“) bewertet werden. Relevant sind die Oberflächentemperaturen zur Raumseite; diese sollten nach dem „Schimmelpilzkriterium“ möglichst 12,6 °C betragen.

Die relative Luftfeuchte im Wohnraum bestimmt als zweite wesentliche Einflussgröße die Tauwasserbildung. Die relative Luftfeuchte und die Raumlufttemperatur sind sehr starken Schwankungen ausgesetzt; Momentaufnahmen sind kein geeignetes Beurteilungskriterium. Die Datenerfassung von Temperatur und Feuchte sollte während der Heizperiode über einige Wochen vorgenommen werden. Zur Datenerfassung empfiehlt sich der Einsatz von Datenloggern.

Das normativ in DIN 4108-2 genannte „Innenraumklima“ von 20 °C und 50 % relativer Luftfeuchte wird in den Nachweisen nach der Norm für eine Bauteilbemessung herangezogen. Die oft vertretene Meinung, diese Werte würden ein zulässiges durchschnittliches Raumklima widerspiegeln, ist nicht korrekt. Leider gibt es keine gesetzlichen/normativen Vorgaben zur maximal zulässigen Raumluftfeuchte.

Aus Schadensfällen ist bekannt, dass die Raumlufttemperatur oft 23 °C und mehr beträgt. Neben deutlich höheren Transmissionswärmeverlusten steigt die Feuchteaufnahmefähigkeit der Luft und damit die Taupunkttemperatur; bei 24 °C und 50 % relativer Luftfeuchte fällt Kondensat bereits bei Oberflächentemperaturen von 12,9 °C an (bei 20 °C/50 % => 9,3 °C). Dem Nutzer kommt somit eine wesentliche Bedeutung zu.

Bei konsequenter Umsetzung der bekannten Optimierungspotenziale – hohes Wärmedämmniveau, Vermeidung von Wärmebrücken, hohe Luftdichtheit und definierte, nutzerunabhängige Lüftung – lassen sich Tauwasserprobleme (fast) ausschließen.

Literatur

  1. Teil: Wer oder was ist Schuld, wenn es nass wird am Fenster?
  2. Teil: Ist die Warme Kante „Stand der Technik“?
  3. Teil: Wissenswertes in Kürze
  4. Teil: Der Autor
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