GLASWELT Ausgabe: 07-2019

Finstral

„Wir leben Fenster – seit 50 Jahren“


Hans Oberrauch hat vor 50 Jahren das Unternehmen gegründet.

Hans Oberrauch hat vor 50 Jahren das Unternehmen gegründet.

Das 1969 gegründete Familienunternehmen hat sich weit über die Grenzen Südtirols einen Namen gemacht und gilt heute als eines der innovativsten auf dem Fenstermarkt. Mit Fenstern aus Kunststoff setzte Firmengründer Hans Oberrauch auf eine revolutionäre Idee, angesichts der damals unersetzlich scheinenden Holzfenster. Die Frage nach „Billiger“ oder „Besser“ hat man schon längst entschieden und aktuell scheint man mit einer Zahl sehr verbunden zu sein.

  1. Teil: „Wir leben Fenster – seit 50 Jahren“
  2. Teil: „14“ und Finstral: eng verbunden

_ „Die Überzeugung, mit etwas ganz Neuem erfolgreich werden zu können, war das Grundelement unseres Starts“, sagte Firmengründer Hans Oberrauch auf der Firmenfeier. Der Fensterhersteller Finstral feierte am 6. April in einer neuen Werkshalle in Borgo Valsugana sein 50-jähriges Jubiläum. Über 1200 Gäste, darunter Mitarbeiter, Lieferanten und langjährige Wegbegleiter aus ganz Europa, kamen zu diesem Anlass zusammen.

Credo: Alles aus einer Hand

Bereits in den 1970ern ist man eigene Wege gegangen: von der Überschubmontage über rahmenlose, immer verklebte Flügel bis zu konsequent modularen Profilsystemen. „In 50 Jahren haben wir eines gelernt: Wenn man will, dass etwas richtig gemacht wird, muss man es selber machen“, erklärt Oberrauch das Erfolgsrezept.

Ungewöhnlich ist auch die Produktionsstruktur des Unternehmens. In 14 Produktionsstandorten in Italien und Deutschland wird alles aus einer Hand hergestellt: vom wärmedämmenden Kunststoff über die Rahmenprofile bis hin zum eigenen Isolier- und Sicherheitsglas. „Und diesem Weg bleiben wir treu, wie die Investitionen der letzten Jahre zeigen“, ergänzt Florian Oberrauch, Vertreter der zweiten Generation und Mitglied des Verwaltungsrats.

So eröffnete man 2017 eine moderne Isolierglasfertigung am Standort Gochsheim bei Schweinfurt. 2018 ging die eigene Holzfertigung in Oppeano bei Verona in Betrieb. Und seit April 2019 nimmt das Unternehmen auch die Aluminiumbeschichtung am Standort Borgo bei Trient in die eigene Hand.

Komplettestes Fenstersortiment Europas

Finstral biete mittlerweile das kompletteste Fenstersortiment Europas, da ist man sich sicher. „Kunststoff, Glas, Aluminium, Holz und das nachhaltige Material ForRes: Das sind heute die Materialien unserer Fenster“, erklärt Joachim Oberrauch. „Jeder Bauherr hat die Möglichkeit, sein individuelles und genau zu seinen Vorstellungen passendes Wunschfenster zu komponieren“, ergänzt das Mitglied der Geschäftsleitung und Sohn des Firmengründers.

Mehr Gütezeichen und Zertifikate als alle anderen: „Uns war immer bewusst, dass hochwertige Produkte nur durch Qualitätsarbeit möglich sind. Genau deshalb haben wir uns schon in den 70er Jahren intensiv mit Qualitätsorganisation und Qualitätsprüfung beschäftigt“, so Hans Oberrauch. Bereits 1981 erlangte Finstral als erstes nicht bundesdeutsche Unternehmen das RAL-Gütezeichen für Fenster.

In Südtirol und Trentino war er einer der ersten Betriebe, der neben der ISO-Qualitätszertifizierung auch die ISO-Umweltzertifizierung, die Zertifizierung der Arbeitssicherheit und für effizientes Energiemanagement erhalten hat. Heute besitzt der Fensterhersteller mehr Gütezeichen und Zertifikate als jeder andere in der Branche.

Immer partnerschaftlich

Der partnerschaftliche Umgang mit Mitarbeitern, Partnern und Lieferanten ist für Finstral prägend. Dies zeigt sich in der außerordentlichen Mitarbeitertreue: Von den rund 1400 Beschäftigten sind rund 300 seit über 25 Jahren und ca. 850 seit über 10 Jahren in der Firma. Und in der oft bereits jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern. „Es spricht für sich, dass wir mit unseren Vertriebspartnern über all die Jahre keine aufwendigen und komplizierten Verträge brauchten, sondern dass die gegenseitige klare, offene, konstruktive und vor allem respektvolle Haltung die Basis für die gute Zusammenarbeit war und ist”, fügt Luis Oberrauch an.

Billiger oder besser?

„50 Jahre sind auch ein Anlass, um in die Zukunft zu blicken“, sagt Hans Oberrauch. Mit Joachim, Verena, Florian und Kristin Oberrauch übernimmt die zweite Generation bereits seit Jahren nach und nach die Verantwortung. „Unser Markt entwickelt sich schwach. Wer wachsen will, muss sich entscheiden, ob er billiger oder besser sein will“, sagt Joachim Oberrauch. „Finstral hat sich entschieden: Wir werden immer besser.“

Daher treiben die Südtiroler ihre Entwicklung zum führenden Premium-Anbieter in Europa voran. Durch den Ausbau ihres modularen Produktprogramms, der Ausrichtung des Vertriebs auf den Mehrwert-Verkauf und die Weiterentwicklung der Serviceangebote des Unternehmens.

Professioneller Mehrwertverkauf ist der Schlüssel

„Fenster sind kein Allerweltsprodukt, sondern Investitionen für Jahrzehnte. Daher ist es entscheidend, anspruchsvollen Kunden den Mehrwert unserer hochwertigen Produkte erlebbar zu machen“, erläutert Joachim Oberrauch. „Mit unserem Finstral Planer haben wir 2016 ein bestechend einfaches Prinzip für die Planung von Fenstern, Haustüren und Wintergärten eingeführt. Sie finden diesen bei uns inzwischen von der Website über die Kataloge bis zum Produktdatenblatt. Aber am schönsten natürlich an unseren Finstral Planer-Theken, von denen wir bereits 300 Sets bei Händlerpartnern und eigenen Finstral Studios in ganz Europa installiert haben.“—

Tipp der Redaktion: In einem Film-Portrait geben die Südtiroler in eindrucksvollen Bildern interessante Einblicke in das Familienunternehmen, das sich ganz und gar der Herstellung perfekter Fenster, Haustüren und Wintergärten verschrieben hat. Dieses ist auch öffentlich abrufbar unter: www.finstral.com/movie

  • Luis Oberrauch, Bruder von Hans Oberrauch, Vizepräsident des Verwaltungsrats. Er stieg 1976 in das Unternehmen ein und ist unter anderem verantwortlich für Vertrieb, Einkauf und Qualitätsmanagement.

  • Joachim Oberrauch im Gespräch mit der GLASWELT: „Wir glauben an den Kunststoffkern und auch an das verklebte Glas im Flügelrahmen.“

  • Finstral denkt in Modulbauweise: Das Fenster hat immer einen Kunststoffkern. Innen und außen können ganz unterschiedliche Werkstoffe zur Anwendung kommen. So entstehen ganz individuelle Kombinationsmöglichkeiten.

Foto: Finstral

Foto: Daniel Mund/GLASWELT

Foto: Daniel Mund/GLASWELT

Literatur

  1. Teil: „Wir leben Fenster – seit 50 Jahren“
  2. Teil: „14“ und Finstral: eng verbunden
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