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Glassbuild America 2009: Die Stimmung am US-Markt steigt wieder

Die führende US-Messe für die Glas-, Fenster- und Türindustrie, die Glassbuild America 2009, fand in diesem Jahr in Atlanta statt. Dort zeigten über 1200 Aussteller - darunter auch deutsche Firmen - ihre aktuellen Produkte und Dienstleistungen. Die GLASWELT war vor Ort und wollte wissen, wie sich der US-Markt entwickelt.

Die GlassBuild America, die größte Plattform der Glas-, Fenster- und Türen-Branche in Nordamerika zählt laut Tradeshow Week zu den Top-200-Messen in den USA. Sie ist Mitglied der Global Fair Alliance, zu der auch die fensterbau/frontale, die Fenestration China und die Istanbul Window zählen.

Full House: Bei den Praxisvorführungen der Bystronic glass group stand die neue, kombinierte ISO-Linie mit der sich auch Fenster verkleben lassen, im Fokus der Besucher. - Matthias Rehberger - © Matthias Rehberger
Full House: Bei den Praxisvorführungen der Bystronic glass group stand die neue, kombinierte ISO-Linie mit der sich auch Fenster verkleben lassen, im Fokus der Besucher. - Matthias Rehberger
In den Staaten nehmen Themen wie Energieeinsparung und effiziente Fenster- und Glasprodukte einen wachsenden Stellenwert ein, und waren Anfang Oktober im Blickpunkt von Ausstellern und Messebesuchern in Atlanta. Auch die zunehmende Automatisation in der Anlagentechnik war Gesprächsthema auf der Messe. Hier standen u. a. die Maschinenspezialisten der Bystronic glass group im Fokus der Messebesucher. Es herrschte ein reges Interesse an der neuen, kombinierten ISO-Linie, mit der sich nicht nur Isolierglas fertigen lässt, sondern mit der man die Gläser direkt mit Fensterrahmen verkleben kann.

Web-Unterstützung für die Produktion

Kontrolle mittels Webcam: Während der Verarbeiter die Kratzer bei einer Scheibe entfernt, nimmt die Kamera den Vorgang von der anderen Seite auf und speichert den Vorgang, z. B. für Reklamationsfälle. - Matthias Rehberger - © Matthias Rehberger
Kontrolle mittels Webcam: Während der Verarbeiter die Kratzer bei einer Scheibe entfernt, nimmt die Kamera den Vorgang von der anderen Seite auf und speichert den Vorgang, z. B. für Reklamationsfälle. - Matthias Rehberger
 Sehr interessant war die Herangehensweise der amerikanischen Firma GlasWeld, die Produkte zur Glaskraterentfernung (Autoglas und Flachglas) vertreibt: Sie nutzt das Internet in Kombination mit einer Webcam zur Kundenbetreuung. Während der Verarbeiter von vorne die Krater bei einer Scheibe entfernt, nimmt die Webcam von der anderen Seite aus den Vorgang auf und speichert die Daten. Hat der Verarbeiter Fragen oder kommt es zum Reklamationsfall, lässt sich genau prüfen, ob bei der Verarbeitung ein Fehler gemacht wurde (wenn ja welcher) oder nicht. Auch können die Fachleute von GlasWeld anhand der Videos Tipps für die Verarbeitung geben.

Deutsche Unternehmen mit  eigenen US-Niederlassungen
Dirk Ebener (rechts), Geschäftsführer der NürnbergMesse North America Inc. im Gespräch mit Prof. Braun von der Fachhochschule Mainz. - Matthias Rehberger - © Matthias Rehberger
Dirk Ebener (rechts), Geschäftsführer der NürnbergMesse North America Inc. im Gespräch mit Prof. Braun von der Fachhochschule Mainz. - Matthias Rehberger
 Maschinenhersteller Stürtz, der in den USA eine eigene Niederlassung mit 20 Mitarbeitern besitzt, war mit der Besucherqualität zufrieden. Inhaber Willi Stürtz: „Ich bin optimistisch, die Anfragen nehmen wieder zu und wir haben einige große Projekte am Laufen. Freuen konnte er sich über den Empfang des Crystal Award 2009 für das innovativste Produkt, den die Glass build verleiht.

Karsten Wild, Produktmanager des Beschlagherstellers KL Megla: „Unser Einstieg in den US-Markt erfolgt zu einer schwierigen Zeit. Dennoch haben wir ein gutes Feedback erhalten und sind sehr zuversichtlich. Hier geht es für uns konstant bergauf. Gerade unsere Solarprodukte, die Punkthalter G-Point Solar und G-Point Lux, sind für den hiesigen Markt interessant.“

Großes Besucherinteresse herrschte bei den Praxisvorführungen von Bohle. - Matthias Rehberger - © Matthias Rehberger
Großes Besucherinteresse herrschte bei den Praxisvorführungen von Bohle. - Matthias Rehberger
 Über die Entwicklung in den USA zeigte sich Aussteller Bohle zuversichtlich; dazu Dominik Hinzen: „Wir sind zufrieden mit der Messe, unser Produktportfolio wird hier sehr gut angenommen. Mit unserer neuen Niederlassung in den USA haben wir hier einen großen Schritt nach vorne gemacht. Auch unsere neuen Produkte, etwa der Tin-Check, kommen gut an. Die Besucher sind hier zwar weniger als ursprünglich erwartet, daran sieht man die Auswirkungen der Rezession, aber die Besucherqualität in Atlanta ist deutlich besser als auf der letzten Glassbuild in Las Vegas in 2008. Die Wirtschaftslage regt die Verarbeiter zum Umdenken an. Die Kunden sind offen für Neues und bereit, sich auch bei ihren Zulieferern neu zu orientieren.“

Sein Kollege Frank Ruzika von der Produktentwicklung ergänzt: „Die Besucher sind sehr neugierig und interessiert und wollen genau wissen, wie alles geht. Meine Vorführungen sind immer gut besucht, insbesondere das UV-Kleben von Glas, aber auch das handwerkliche und industrielle Schneiden. Wir veranstalten US-weit Workshops zu den genannten Themen, die sehr gut ankommen. Der Bedarf und die Nachfrage nach Schulungen sind sehr hoch.“

Die Stimmung hebt sich langsam wieder
Auch am Glaston Stand war die Stimmung gut (v.l.). Ralph Mühlhans: “Man spürt ein Umdenken der Besucher für die Zeit nach der Krise." Daneben Bruno Scheffler und A+W Vertriebsleiter Stephan Müller. - Matthias Rehberger - © Matthias Rehberger
Auch am Glaston Stand war die Stimmung gut (v.l.). Ralph Mühlhans: “Man spürt ein Umdenken der Besucher für die Zeit nach der Krise." Daneben Bruno Scheffler und A+W Vertriebsleiter Stephan Müller. - Matthias Rehberger
 Mit der Besucheransprache war auch Manfred Vollbracht vom Anlagenhersteller Hegla zufrieden: „Die Messe ist weniger üppig als früher und bildet gut die aktuelle wirtschaftliche Realität ab. Die Stimmung hier in Atlanta ist jedoch deutlich besser als erwartet. Die Gespräche, die wir geführt haben, waren qualitativ sehr gut, es wurden wieder Projekte besprochen. Man spürt wieder Bewegung im Markt und eine aufkommende positivere Stimmung.“

Dem pflichtete auch Anders Holmqvist vom finnischen Ofenhersteller Glassrobots bei. Die Messe setze in seine Augen positive Signale und man spüre bereit ein wiedererwachendes Interesse von Seiten der Verarbeiter an neuer Anlagentechnik.

Auch am Glaston Stand war die Stimmung gut. Gerade bei Albat+Wirsam war das Interesse der Messebesucher deutlich zu sehen. „Die Trendwende in den Köpfen ist da, jetzt warten wir nur noch auf die Investitionen seitens der Verarbeiter, so Stephan Müller, Vertriebsleiter von A+W. Und sein Kollege Ralph Mühlhans (Cantor) ergänzt: „Für uns sind die Kundenkontakte das A und O. Wir merken, dass ein Umdenken für die Zeit nach der Krise hier bereits stattfindet.
Matthias Rehberger

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