Was nützt ein rauchfreies Sicherheitstreppenhaus, wenn sich die Tür im Ernstfall nur schwer öffnen lässt?
Gebäude, deren oberstes Geschoss mehr als 22 m über der Geländeoberfläche liegt, sind in Deutschland als Hochhausbauten eingestuft. Für sie gelten aufgrund des erhöhten Gefährdungspotenzials besondere brandschutztechnische Anforderungen. Dazu gehört unter anderem ein Sicherheitstreppenhaus, das im Brandfall sowohl die Selbstrettung der Gebäudenutzer als auch den Zugang der Feuerwehr gewährleistet. Häufig wird dieses durch eine Rauchschutz-Druckanlage (RDA) geschützt.
Die Aufgabe einer Rauchschutz-Druckanlage besteht darin, im Brandfall einen Überdruck von 50 Pa im Sicherheitstreppenraum aufzubauen. Dadurch wird verhindert, dass Rauch eindringt und den Flucht- und Rettungsweg unbenutzbar macht. Gleichzeitig entsteht jedoch eine neue Herausforderung: Die Türen zum Sicherheitstreppenraum müssen gegen den anstehenden Überdruck geöffnet werden.
Je nach Druckverhältnissen kann dies den erforderlichen Öffnungskraftaufwand deutlich erhöhen, ein Aspekt, der insbesondere in Flucht- und Rettungssituationen berücksichtigt werden muss.
Für diese anspruchsvolle Anwendung hat Hapu eine patentierte Türlösung entwickelt. Eine rein mechanisch arbeitende Druckausgleichsklappe senkt beim Betätigen des Türdrückers den anliegenden Differenzdruck und ermöglicht so ein sicheres und komfortables Öffnen, ganz ohne elektrische Komponenten.
Wie ist die Tür aufgebaut?
Die technische Grundlage dieser Lösung bildet das Brandschutzsystem Akotherm AT 740 FR. Mit seinem geprüften Feuerschutzabschluss T30-1 RS erfüllt das System höchste Anforderungen an Brand- und Rauchschutz und bietet gleichzeitig große Gestaltungsfreiheit. Lichte Öffnungsbreiten bis 1400 mm sowie Ausführungen mit Seitenteilen und/oder Oberlichtern ermöglichen den Einsatz in unterschiedlichsten Gebäudekonzepten.
In Verbindung mit einer Ausführung nach EN 179 als Notausgangsverschluss beziehungsweise EN 1125 als Panikverschluss erfüllt die Tür die Anforderungen moderner Fluchtwegkonzepte. Nach Herstellerauskunft wurde die Hapu-Flucht-/Brandschutztür erfolgreich auf Brand- und Rauchschutz sowie auf eine Dauerfunktion von 200.000 Betätigungszyklen geprüft. Zudem ist sie für Druckdifferenzen bis 450 Pa geeignet und damit speziell für den Einsatz in druckbelüfteten Sicherheitstreppenräumen ausgelegt. Gemeinsam mit dem Partner Hapu entwicklete Akotherm eine technisch anspruchsvolle Türlösung, die innovative Systemtechnik, geprüften Brandschutz und hohe Funktionalität miteinander verbindet.
Das Ergebnis ist ein System, das Architekten, Planern und Verarbeitern neue Möglichkeiten eröffnet und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit moderner Hochhäuser leistet.
Foto: Akotherm
Foto: Akotherm
Foto: Akotherm
Foto: Akotherm
Was ist eine Hapu-Tür?
Bei der Hapu-Tür (Hapu30) handelt es sich um eine Flucht- und Brandschutztür der Hapu GmbH für Hochhäuser und Gebäude mit Rauchschutz-Druckanlagen. Ein integriertes Ausgleichsventil kompensiert den Luftdruck bei Rauchschutz-Druckanlagen in Treppenhäusern in weniger als einer Sekunde rein mechanisch. Dadurch lässt sich die Tür auch bei starkem Überdruck unterhalb der gesetzlichen Grenze öffnen.
Technische Merkmale:
Druckausgleich: bis 450 Pa
Öffnungskraft: unter 50 N innerhalb von 0,8 Sekunden nach Betätigen der Drücker
Brandschutz: 30 Minuten Feuerwiderstand (FR30) und Rauchdichtheit (RS30)