Mit der neuen Tannenbergschule in Seeheim-Jugenheim ist ein Bildungsbau entstanden, bei dem Nachhaltigkeit ein zentrales Planungskriterium ist. Der von Baurconsult (Haßfurt) geplante Neubau erfüllt den Passivhausstandard und wurde mit dem German Design Award ausgezeichnet. Architektur, Konstruktion und Gebäudetechnik sind gezielt auf Energieeffizienz, Ressourcenschonung und eine hohe Nutzungsqualität im Schulalltag abgestimmt. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet der automatisierte außenliegende Sonnenschutz von Warema mit Tageslicht-Transportelement (TLT).
Architektur und Energiekonzept
Mit dem Ziel, pädagogische Qualität und nachhaltige Bauweise systematisch zu verbinden, entschied sich der Landkreis Darmstadt-Dieburg für einen Neubau der Tannenbergschule am gleichen Standort. Die bestehenden Schulgebäude aus den 1970er-Jahren entsprachen weder funktional noch energetisch den heutigen Anforderungen und wurden modernen Lernkonzepten nicht mehr gerecht. Vor diesem Hintergrund entstand eine vierzügige Grundschule für rund 400 Kinder mit drei in vorgefertigter Holzmodulbauweise errichteten Lernhäusern, die sich um ein zentrales Aktionszentrum mit Mensa und Ganztagsbereich gruppieren.
Das architektonische Konzept ist eng mit dem Energiekonzept des im Passivhausstandard errichteten Gebäudes verzahnt. Holz als dominierender Baustoff verbessert das Raumklima und reduziert die CO₂-Bilanz. Der Neubau kombiniert dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Nachtauskühlung und effizienter Tageslichtnutzung. Architektur und Technik sind konsequent auf einen geringen Energiebedarf ausgerichtet.
Roman Kuhn, Bereichsleiter Architektur und Projektleiter bei Baurconsult, erläutert: „Konstruktion, Energiekonzept und Raumorganisation wurden so entwickelt, dass sie langfristig Ressourcen schonen und gleichzeitig eine hohe Aufenthaltsqualität schaffen.“
Wirksamer Wärmeschutz
Als integraler Bestandteil der Fassadenplanung fügt sich der außenliegende Sonnenschutz harmonisch in die Architektur der Tannenbergschule ein. An den Fassadenflächen kommen Basis-Raffstoren E80 A6 S mit in Schienen geführten Lamellen in RAL 9007 matt zum Einsatz. Im Bereich des auskragenden Vordachs am Eingangsbereich wurden Vorbau-Raffstoren vom Typ E80 A6 S R6 im gleichen Farbton ausgeführt.
Maßgebliches Element der Sonnenschutzlösung ist das integrierte Tageslicht-Transportelement (TLT), das den Raffstore in zwei Funktionsbereiche unterteilt. Der obere Bereich kann aufgewendet werden, damit Tageslicht gezielt in den Raum gelangt. Es entsteht eine gleichmäßige Belichtung der Klassenräume bei gleichzeitig kontrolliertem Wärmeeintrag. Der hohe Tageslichtanteil ermöglicht eine angenehme Lernumgebung und reduziert den Einsatz künstlicher Beleuchtung.
Der untere Blendschutzbereich dient zur Verschattung und reduziert direkte Sonneneinstrahlung, indem die Lamellenwinkel bedarfsgerecht geschlossen werden können. Für spezielle Anforderungen – etwa zur Verdunkelung des Ruheraums – wurden Vorbau-Markisen eingesetzt.
KNX basierte Steuerung
Eingebettet ist das Konzept in eine KNX basierte Sonnenschutzautomatisierung mit Wetterstation. Die Raffstoren werden raumweise über KNX Sonnenschutzaktoren angesteuert und reagieren auf Wind, Sonneneinstrahlung und Temperatur. Eine Sommer- und Winterregelung passt den Betrieb im Tages- und Jahresverlauf bedarfsgerecht an. In den Sommermonaten fahren die Anlagen zeit- und helligkeitsabhängig in die Verschattungsposition, um den solaren Wärmeeintrag zu begrenzen. Im Winter bleiben die Raffstoren grundsätzlich geöffnet, sodass solare Gewinne genutzt werden können. Neben der automatischen Steuerung ist auch eine manuelle Bedienung sowohl über zentrale als auch über raumweise installierte Taster möglich.
Auch Sicherheitsfunktionen wie das automatische Hochfahren bei zu starkem Wind oder Feueralarm sind Bestandteil des Steuerungskonzepts. Marcel Haid vom Generalunternehmer müllerblaustein Bauwerke GmbH erklärt: „Die Warema Raffstoren mit Tageslicht-Transportelement und automatisierter Regelung sind eng in das energetische Gesamtkonzept eingebunden. Sie ermöglichen eine komfortable und bedarfsgerechte Nutzung von Tageslicht und Sonnenschutz im Schulalltag.“