GLASWELT Ausgabe: 03-2017

Berlin: Das Weltweit erste Gebäude mit DGNB Diamant Prädikat

Eine besondere Glasfassade

Die außen liegenden Stützen erlauben eine vollständige räumliche und funktionale Trennung des Tragwerks und der Fassadenverglasungen.

Die außen liegenden Stützen erlauben eine vollständige räumliche und funktionale Trennung des Tragwerks und der Fassadenverglasungen.

  1. Teil: Eine besondere Glasfassade
  2. Teil: Bautafel

_ Zwischen dem Berliner Hauptbahnhof und dem Kunst-Campus der Europacity hat der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz seine neue Firmenzentrale errichtet. Der Entwurf stammt vom Grazer Büro Love architecture and urbanism.

Architektonisch ist das Gebäude vor allem von der Idee des außen liegenden Tragsystems geprägt, dessen schräge und wie ein Netz wirkende Stützen das Geschäftsfeld des Bauherrn bildhaft machen sollen. Wobei die Verglasung hinter dem Netz den Durchblick zu den innen liegenden Gebäudekernen und Treppenhäusern ermöglicht. So entsteht eine ungewöhnliche Tiefenwirkung. Nachts werden einzelne Säulenelemente durch die Beleuchtung der Treppenhäuser zusätzlich hervorgehoben.

Außen liegende Tragstruktur

Die Konstruktionsidee der außen liegenden Stützen erlaubte eine vollständige räumliche und funktionale Trennung von Tragwerk und der Fassadenverglasung. Für höchste Transparenz wurden geschosshohe Gläser in feststehenden Rahmen verwendet.

Dabei kamen Gewe-therm multi Isoliergläser von Schollglas zum Einsatz und sorgen dort für einen hohen Wärmeschutz der rund 6800 m² großen gläsernen Gebäudehülle. Dabei können die Mitarbeiter von 50Hertz von innen unmittelbar an die Scheiben herantreten, wodurch das Isolierglas gleichzeitig eine absturzsichernde Funktion erfüllen muss. Je nach Anforderungen und Einbausituation wurde als Basisglas der ISO-Einheiten häufig das Verbundsicherheitsglas Gewe-safe verwendet.

Verschiedene Gläser – ein Farbton

Neben den ISO-Einheiten mit Wärmeschutzbeschichtung kamen in bestimmten Fassadensegmenten auch die ISO-Einheiten mit Sonnenschutzgläsern zum Einsatz – teilweise wurden beide Funktionen sogar unmittelbar nebeneinander eingebaut. Ein optischer Unterschied sollte dort jedoch nicht zu erkennen sein, weder in der normalen An- und Durchsicht am Tage noch in den besonderen Beleuchtungsszenarien, die die Planer für die Nacht vorgesehen haben.

Durch die Verwendung selektiver Sonnenschutzgläser mit neutraler Erscheinung konnte Glasanbieter Schollglas diesen Ansprüchen gerecht werden: Die gläserne Hülle des Gebäudes wirkt heute optisch „wie aus einem Guss“.

In das homogene Erscheinungsbild fügen sich an den auskragenden Bauteilen auch die gläsernen Brüstungen aus VSG ein. Dadurch, dass diese Gläser nur unten eingespannt sind, treten sie optisch kaum in Erscheinung: Von der Straße ist nur der tragende Handlauf als feine Linie zu sehen.

Auch dort, wo keine Transparenz erforderlich oder gewünscht war, behält die gläserne Hülle ihre einheitliche Erscheinung. Dort kamen opake, nicht blickdichte Fassadenplatten aus Gewe-dur-H mit Siebdruck zum Einsatz.

Mit dem neuen Gebäude wurde in Berlin eine besondere gestalterische Landmarke gesetzt – für die der weltweit erste „Diamant“ der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) von der Organisation vergeben wurde.

Mit diesem Prädikat würdigt die DGNB Projekte mit einer hohen nachhaltigen Qualität – und einer herausragenden Gestaltung und Baukultur. Voraussetzung für die Diamant-Auszeichnung ist ein DGNB Zertifikat in Platin oder Gold.—

www.50hertz.com

  • Für eine hohe Gebäudequalität sorgen auch die Terrassen, die über gläserne Brüstungen als transparente Absturzsicherung verfügen.

  • Für höchste Transparenz wurden in der 6800 m² umfassenden Glashülle geschosshohe Gewe-therm multi Isoliergläser von Schollglas eingesetzt.

Fotos: HG Esch / Schollglas

Literatur

  1. Teil: Eine besondere Glasfassade
  2. Teil: Bautafel
  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

GLASWELT-Newsletter

Ja, ich möchte folgenden Newsletter abonnieren:

GLASWELT-Newsletter
» Weiter Informationen zum GLASWELT-Newsletter
Kommentare

Spannende und unruhige Zeiten

Auch wenn bei Firmenübernahmen stets davon gesprochen wird, dass es nur Gewinner gibt, schadet... mehr

Alle Kommentare