GLASWELT Ausgabe: 03-2018

Lohmann

Kleben mit System auch mit dem Werkstoff Holz


Bei Lohmann in Neuwied wird gemeinsam mit dem Kunden an Lösungen weitergeforscht (im Bild die Klebelösungen SDG Holz im Dauerbelastungstest).

Bei Lohmann in Neuwied wird gemeinsam mit dem Kunden an Lösungen weitergeforscht (im Bild die Klebelösungen SDG Holz im Dauerbelastungstest).

Die Klebebandspezialisten von Lohmann kommen auf die FRONTALE mit einem ganz besonderen Argument: Zusammen mit anderen Zulieferern aus der Branche wird man ein komplettes Holzfenster-System darstellen können, bei dem ein Klebeband die wichtige Glasanbindung herstellt und als Element mit der Widerstandsklasse RC2 angeboten werden kann.

  1. Teil: Kleben mit System auch mit dem Werkstoff Holz
  2. Teil: Lohmann

_ Premiumbauten in Ballungszentren sind en vogue und dieser Trend wird anhalten. Davon können Bauelementeanbieter profitieren, die den Kunden Fenster und Tür mit Mehrwert versprechen können – nicht zuletzt einen erhöhten Einbruchschutz.

Glasanbindung inklusive

Ein einbruchhemmendes Fenster besteht aus mehreren sicherheitsrelevanten Komponenten und nur die Gesamtkonstruktion inklusive der Montage führt zu einer solchen einbruchhemmenden Situation. Wichtig ist beispielsweise, dass in der Sicherheitsstufe RC 2 mindestens eine Verglasung nach EN 356 in P4A vorgeschrieben ist. Und häufig ist es schwierig, in einem ca. 78 – 80mm dicken Rahmen ein 3-fach-Isolierglas inklusive der zusätzlichen Scheibe der Sicherheitsverglasung und Raum für die gesicherte Glasanbindung (Mindestbreite der Glashalteleiste) unterzubringen.

Mit einer geklebten Glasrahmenkonstruktion kann aber ein konstruktiver Vorteil bei den einbruchhemmenden Eigenschaften erzielt werden, da diese gesicherte Glasanbindung dadurch automatisch gewährleistet werden kann.

Geklebt wird auf der Beschichtung

Die Anwendungstechniker von Lohmann haben sich dieser Thematik schon länger gewidmet und im Bereich der Kunststofffenster durch die Anwendung der statischen Trockenverglasung viel Erfahrung gesammelt. Gleichzeitig war von Anfang an klar, dass eine Verklebung auf rohem Holz nicht zu realisieren ist – schließlich favorisierten die Fensterhersteller eine Verklebung auf bereits beschichtetem Holz.

Gemeinsam mit dem Beschichtungsspezialisten Remmers hat man demzufolge in einem umfangreichen Prozess untersucht, welchen Einfluss die Fensterbeschichtung auf die Verbindung mit dem Klebeband nehmen wird.

„Zuallererst kann festgestellt werden, dass der Einfluss des Holzes auf die Klebefunktion quasi nicht vorhanden ist“, so Market Manager Harald Krämer. Als nächstes wurde gemeinsam die Frage nach der Verträglichkeit zwischen Klebebandmaterialien und Holzbeschichtungsstoffen geklärt. In diesem Zusammenhang lobt Krämer ausdrücklich die umfangreichen Untersuchungen, die im Hause Remmers in Löningen durchgeführt wurden. „Die Beschichtungsspezialisten haben alle relevanten Kombinationen in ihrem Labor durchgetestet. Aufgrund der Auswahl der Beschichtungsstoffe können jetzt Prüfungen gemäß des Teil 5 der ift-Richtlinie VE-08/4 (als Ergänzung zu Teil 1: Klebung auf beschichtetem Holz) auch für andere Beschichtungsstoffe nach einer Übertragungsregel freigegeben werden.“

Geprüftes Gesamtsystem

Herausgekommen ist also ein vom ift nach der Richtlinie VE-08 geprüftes Gesamtsystem. Bei dem Static Direkt Glazing System (SDG) für Holz- und Holz-Alu-Konstruktionen können die beiden neuen Klebebänder DuploColl 56053 und 56055 in zwei Breiten und zwei Dicken eingesetzt werden. Gleichzeitig verriet Krämer gegenüber der GLASWELT, dass bei der Weiterentwicklung des Klebesystems eine zweifache Bandapplikation vorgesehen ist. Diese würde sich vor allem dann als sinnvoll erweisen, wenn die Klebebänder innerhalb der Fertigungslinie automatisiert aufgetragen werden.

Auf der Messe in Nürnberg wird das geprüfte Holz-Alumnium-Gesamtsystem bei den Projektbeteiligten Leitz, Gutmann AG, Meesenburg Großhandel, Remmers, Stemeseder und Uniform dargestellt, das vom PfB Rosenheim für den Fensterbauer Teba in Hermeskeil in der Widerstandsklasse RC 2 geprüft wurde.

Die weiteren Vorteile das geprüften Systems:

Kleben und Dichten mit nur einem Band

Gleichmäßige Lastabtragung innerhalb der Rahmenkonstruktion

Entlastung der Rahmenecken

Entlastung der Beschlagkomponenten

Entlastung der Glasscheibe

Verwendbar auf Standard-Lacksysteme

Hohe Anfangshaftung

Beständig gegen Temperatur, UV-Strahlung, Alterung, Witterungseinflüsse, Weichmacher und Lösemittel.—

Wie eine Scheibenverklebung in Holzfenstern mit den Lohmann Klebebändern herzustellen ist, wird in diesem Video gezeigt: www.bit.ly/GW_SDG

Daniel Mund

  • Bringen gemeinsam die Klebetechnik in der Fensterbranche nach vorne: Harald Krämer (Market Manager Building & Construction), Matthias Müller (Senior Market Manager Building) und Paul Kemmel (Projektingenieur / Anwendungstechnik).

  • Prinzipskizzen vom Static Direct Glazing bei Holzfenstern und bei Holz-Aluminium-Konstruktionen

Foto: Lohamnn

Literatur

  1. Teil: Kleben mit System auch mit dem Werkstoff Holz
  2. Teil: Lohmann
  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

GLASWELT-Newsletter

Ja, ich möchte folgenden Newsletter abonnieren:

GLASWELT-Newsletter
» Weiter Informationen zum GLASWELT-Newsletter
Kommentare

Energiesparen steht nicht mehr auf der Agenda

Ich habe eine Vorschlag für das Unwort des Jahres: #Dieselgipfel. Jetzt werden wir über die... mehr

Alle Kommentare