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Hightech hinter historischer Hülle

Mit dem Pelikan-Haus in der Ritterstraße 9/10 zeigt sich exemplarisch, wie denkmalgeschützte Architektur und zeitgemäße Gebäude- und Sonnenschutztechnik zu einem zukunftsfähigen Gesamtkonzept zusammengeführt werden können. Der viergeschossige, neoklassizistische Gewerbehof aus den Jahren 1901 bis 1902 wurde in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz erstmals mit einer hochmodernen MSR-Technik (Mess-, Steuer- und Regeltechnik) ausgestattet. Mit Ende 2025 steht den Mietern damit eine individuell steuerbare Haustechnik zur Verfügung, eingebettet in eine historisch einzigartige Bausubstanz.

Erneuerung auf Neubau-Niveau

Die technische Erneuerung umfasst eine energieeffiziente Wärmeversorgung über einen zukunftssicheren Anschluss an das Berliner Fernwärmenetz, ergänzt durch ein flächendeckendes Kühlsystem auf Basis moderner Kaltwassertechnik in Verbindung mit Eisspeicheranlagen für stabile Raumtemperaturen auch an heißen Sommertagen. Herzstück der Haustechnik ist eine intelligente Gebäudeautomation mit KNX-Technologie. Sie ermöglicht einen vollautomatischen, ökonomisch wie ökologisch optimierten Betrieb: Bei Sonne fährt der außenliegende Sonnenschutz selbstständig herunter, um solare Lasten zu reduzieren. An warmen Tagen beginnt die Kühlung bereits in den frühen Morgenstunden, sodass die Arbeitsplätze zum Tagesbeginn angenehm temperiert sind. Im Winter läuft die Heizungssteuerung ebenfalls automatisiert und bedarfsgerecht. Eine hauseigene Photovoltaikanlage ergänzt das nachhaltige Energiekonzept.

Die BTB Berater für Technik und Bauen GmbH & Co. KG hat als Generalplaner die vollumfängliche Planung und Koordination sämtlicher Gewerke für die rund 5.500 m² Bürofläche übernommen.

Sonnenschutz mit Auflagen

Besondere Aufmerksamkeit erforderte der außenliegende Sonnenschutz. Die Projektausführung vom Aufmaß über Sonderkonstruktionen bis zur Eigenfertigung der ZIP-Screens und Senkrechtmarkisen sowie deren Montage erfolgte durch Köhler Rolladen & Sonnenschutz GmbH aus Wittenberge. Dabei waren zahlreiche Vorgaben des Denkmalschutzes einzuhalten. Zudem sollten die Anlagen zur Straße hin möglichst unauffällig bleiben und farblich exakt auf die historisch nachempfundenen Fenster abgestimmt werden. Realisiert wurde das mittels RAL-Messgerät, da spezielle NCS-Farbtöne vorlagen.

Auf der Straßenseite kamen speziell angepasste Senkrechtmarkisen mit Seilführung zum Einsatz, basierend auf dem heroal-VS-System.

Im dritten Obergeschoss stellte die Lage der Fenster hinter ausladenden Ornamentsäulen eine besondere Herausforderung dar. Hier wurde eine Lösung mit 15 einzeln versetzten Anlagen entwickelt, deren Befestigung über Traversen an definierten Punkten der Aluminiumfenster erfolgte. In den darunterliegenden Geschossen wurden durchlaufende Kästen mit dreiteiligen, einzeln motorisierten Markisen realisiert, ebenfalls ohne Eingriff in den Sandstein. Im vierseitig geschlossenen Innenhof wurden insgesamt 126 ZIP-Screens im heroal-System VS Z montiert. Die Befestigung erfolgte ausschließlich an den Fensterprofilen, die Segmentbogenfenster im dritten Obergeschoss erhielten individuell gefertigte Zusatzblenden für einen sauberen Fassadenabschluss. Ergänzt wird der Sonnenschutz durch 18 Aufglas-Markisen für die elektrisch betriebenen Glas-Lamellenfenster der 45° geneigten Dachflächen.

Historie trifft Zukunft

Das Pelikan-Haus, errichtet für den Bankier Georg Salomonsohn nach Plänen von Kurt Berndt, ist geprägt von einer reich gegliederten Sandsteinfassade mit rustiziertem Sockelgeschoss, Pilastern, Säulen und vier überlebensgroßen Atlanten im vierten Obergeschoss. Ab 1933 prägte die Firma Pelikan das Gebäude und gab ihm seinen Namen. Nach Sanierungen und wechselnden Nutzungen wurde das denkmalgeschützte Ensemble zuletzt umfassend modernisiert.

Geschäftsführerin Lisa Többen und ihr Bruder Prokurist Max Köhler freuen sich: „Mit der aktuellen technischen Ertüchtigung zeigt das Pelikan-Haus eindrucksvoll, wie intelligente Sonnenschutzsysteme, moderne Gebäudeautomation und erneuerbare Energien selbst unter strengsten denkmalpflegerischen Auflagen realisierbar sind, und damit historische Architektur fit für die Arbeitswelten von morgen machen.“