Eine bewusste Entscheidung für grüne Energie ist die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Produktionshallen.
Oknoplast hat sich in den letzten Jahren von einem stetig wachsenden Anbieter zu einem stabilen, leistungsfähigen Partner für den Fachhandel entwickelt. In der GW-Titelstory gehen Dominik Mryczko, Geschäftsführer der Oknoplast Deutschland GmbH und der neue Vertriebsleiter Jens Stradtmann auf die Frage ein, was entscheidend für diese Entwicklung und für das starke Umsatzwachstum von fast 30 Prozent in Deutschland im letzten Jahr war. Sie erläutern den Markenaufbau, die Professionalisierung der Vertriebs- und Serviceprozesse und geben tiefe Einblicke in die Investitionen zur Verlässlichkeit.
GW – Dominik Mryczko, Sie als langjähriger Begleiter und Geschäftsführer der deutschen Tochtergesellschaft des polnischen Premium-Fensteranbieters Oknoplast können sicher mit einem Satz skizzieren, wofür das Unternehmen heute steht!
Dominik Mryczko– Neben unseren Premium-Produkten geht es uns um Lieferperformance, Qualität und technische Unterstützung. In einem Markt, der stark unter Kosten- und Nachfragedruck steht, zahlt sich genau diese Kombination aus: klare Positionierung und operative Stabilität.
GW – Betrachten wir einmal das letzte Jahr ganz explizit: Oknoplast hat in Deutschland einen enormen Umsatzzuwachs erfahren und hat sich gleichzeitig personell ganz neu aufgestellt…
Mryczko – 2025 war für uns ein starkes Jahr – und zwar nicht nur wegen der Zahl, sondern weil es ein Beleg für die Stabilität der Organisation ist. Im Management gab es Veränderungen, gleichzeitig ist das operative Team sehr konstant geblieben. Wir haben die Gelegenheit genutzt, den Kurs für die kommenden Jahre zu schärfen: stärkerer Fokus auf Partnernähe, Servicequalität und effiziente Prozesse. Das Wachstum ist damit nicht als kurzfristiger Effekt zu verstehen, sondern als Ergebnis einer gezielten Weiterentwicklung.
GW – Mit einem Wachstum in Deutschlandvon 28 Prozent trotzt Oknoplast den schwierigen Marktbedingungen. Was sind die Schlüsselfaktoren für diesen Erfolg?
Mryczko – Unser Wachstum ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer klaren Priorisierung. In einem schwierigen Marktumfeld haben wir uns darauf konzentriert, Ressourcen dort einzusetzen, wo sie für unsere Partner den größten Hebel haben: in Beratung, Lieferzuverlässigkeit, Servicequalität, Prozesssicherheit und Verlässlichkeit. Gleichzeitig haben wir unsere Vertriebs- und Betreuungslogik geschärft: weniger Aktionismus, mehr Wirksamkeit im Tagesgeschäft unserer Handelspartner. In einem schwierigen Markt gewinnt am Ende nicht der Lauteste, sondern der Verlässlichste.
GW – Welche Meilensteine haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt?
Mryczko – Wir haben drei Meilensteine: Erstens möchten wir unsere Handelspartnerbetreuung weiter professionalisieren – noch schneller, verlässlicher und transparenter. Zweitens treiben wir die Digitalisierung der Zusammenarbeit voran, damit unsere Partner administrativ entlastet werden und mehr Zeit für Vertrieb und Montagequalität haben. Drittens bauen wir ein strukturiertes Schulungs- und Qualifizierungsangebot aus, damit Produkt-Know-how und Montagekompetenz im Fachhandel messbar steigen.Wachstum ist dabei Ergebnis dieser drei Punkte – nicht Selbstzweck.
In einem schwierigen Markt gewinnt am Ende nicht der Lauteste, sondern der Verlässlichste.
Foto: Oknoplast
GW – Wie differenziert sich Oknoplast im umkämpften deutschen Fenstermarkt von seinen Mitbewerbern? Wo stehen Oknoplast-Produkte in der Skala zwischen Günstig und Premium?
Mryczko – Premium definiert sich für uns nicht über einen einzelnen Faktor. Es ist das Zusammenspiel vieler einzelne Elemente. Ein Premiumfenster endet nicht beim Profil, sondern beim zufriedenen Endkunden. Genau deshalb verstehen wir uns als Partner unserer Händler – nicht nur als Lieferant.
GW – Welche Bedeutung hat der deutsche Markt für die Oknoplast-Gruppe?
Mryczko – Deutschland ist für die Gruppe ein Schlüsselmarkt, weil er als Qualitäts- und Servicestandard wirkt. Wenn Prozesse, Produkte und Partnerkonzepte hier funktionieren, funktionieren sie weltweit. Gleichzeitig sehen wir in Deutschland mittelfristig großes Potenzial – vor allem über Sanierung, Energieeffizienz und Modernisierung. Deshalb bleibt Deutschland für uns strategisch und operativ ein Fokusmarkt.
GW – Der Verzicht auf die Teilnahme an der Fensterbau Frontale ist ein mutiger Schritt. Was hat Sie dazu veranlasst, wie reagieren Ihre Handelspartner darauf?
Mryczko – Die Fensterbau Frontale ist und bleibt die Leitmesse unserer Branche. Unsere Entscheidung, in diesem Jahr nicht als Aussteller präsent zu sein, ist kein Rückzug – sondern eine bewusste strategische Fokussierung. Wir investieren stärker in individuelle, vertiefte Formate mit unseren Handelspartnern. Persönliche Gespräche, gezielte Workshops und Werksbesuche ermöglichen heute eine ganz andere Qualität des Austauschs als ein klassischer Messeauftritt. Messen bleiben wichtig, aber sie sind nicht mehr der einzige Ort für Innovation und Dialog. Unsere Aufgabe als Hersteller ist es, dort präsent zu sein, wo echter Mehrwert entsteht – und genau daran richten wir unsere Aktivitäten aus. Die Rückmeldungen aus dem Partnernetzwerk sind dabei überwiegend positiv, weil es weniger um Show geht, sondern um konkrete Unterstützung im Tagesgeschäft.
GW – Ist das ein FF-Abschied für immer? Welche Messen wird Oknoplast nach wie vor bespielen?
Mryczko – Wir schließen eine Rückkehr zur Frontale grundsätzlich nicht aus. Entscheidend ist für uns der Nutzen: Reichweite und Kontakte einerseits, aber auch Tiefe der Gespräche und konkreter Mehrwert für Partner andererseits. Deshalb setzen wir in diesem Jahr stärker auf gezielte Partnerformate, Schulungen und Werksbesuche – und prüfen Messeauftritte situativ dort, wo sie strategisch und kommerziell am sinnvollsten sind.
GW – Herr Mryczko, Sie leiten den deutschen Ableger von Oknoplast schon sehr lange. In den letzten Jahren hatten Sie zusätzlich einen persönlichen Schwerpunkt mit dem Aufbau der Geschäfte in Amerika. Jetzt bringen Sie sich wieder stärker in Deutschland ein. Welche neuen Impulse möchten Sie nach Ihrer Rückkehr setzen?
Mryczko – Ich sehe meine Rolle weniger als Rückkehr, sondern als bewusste Phase der strategischen Begleitung. Oknoplast Deutschland ist in einer wichtigen Entwicklungsstufe, und mein Ziel ist es, gemeinsam mit dem neuen Managementteam die strategische Ausrichtung weiter zu schärfen. Der Fokus liegt klar auf Struktur, Klarheit und Umsetzung: schlanke Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und eine noch engere Verzahnung zwischen Vertrieb, Service und Marketing. Es geht nicht um einen Neustart, sondern um den nächsten Entwicklungsschritt.
GW – Ihre letzte Aufgabe war es, mit Oknoplast auch in Amerika Fuß zu fassen. Wie weit sind Sie mit diesem Prozess?
Mryczko – Der Markteintritt in den USA ist eine langfristige Aufgabe. Dreh-Kipp-Fenster sind dort ein Nischenprodukt, aber genau darin liegt die Chance. Wir haben bereits weit mehr als 100.000 Fenster verkauft und sehen eine wachsende Nachfrage im Premiumsegment. Für uns ist das Projekt vor allem strategisch wertvoll: Wir lernen, wie man erklärungsbedürftige Produkte in sehr unterschiedlichen Märkten positioniert – und diese Erfahrung fließt direkt in unsere Arbeit in Europa und Deutschland ein.
GW – Werden Sie nach dem Start des neuen Management-Teams in Deutschland wieder Ihren Fokus verstärkt auf andere Märkte setzen?
Mryczko – Oknoplast ist ein international aufgestelltes Unternehmen, und meine Rolle war und ist es, diese Internationalisierung aktiv mitzugestalten. Dabei spielt der US-Markt aktuell eine zentrale Rolle, weil wir dort ein sehr großes Potenzial sehen und die bisherigen Entwicklungen äußerst vielversprechend sind. Gleichzeitig bleibt Deutschland für mich ein strategisch wichtiger Markt. Der Aufbau und die Weiterentwicklung von Oknoplast Deutschland begleiten mich seit vielen Jahren, und diese Verantwortung endet nicht mit der Einführung eines neuen Management-Teams.
Unsere Vision ist es, Marktanteile mit Augenmaß auszubauen und unsere Position kontinuierlich zu stärken.
Foto: Oknoplast
GW – Gibt es Vorgänge in unserer Branche in Deutschland, die für Sie gerade aus Ihrer Betrachtung mit dem internationalen Hintergrund besonders erstaunlich sind?
Mryczko – Was mich im internationalen Vergleich überrascht, ist die ausgeprägte Zurückhaltung bei strukturellen Veränderungen. In vielen Märkten wird sehr konsequent an Effizienz, Digitalisierung und Prozessqualität gearbeitet. In Deutschland wird vieles noch sehr lange diskutiert. Gleichzeitig ist das hohe Qualitätsbewusstsein eine große Stärke des Marktes. Wer es schafft, beides zu verbinden – deutsche Qualitätsansprüche und moderne Prozesse –, wird langfristig erfolgreich sein.
GW – Herr Stradtmann, Sie sind seit wenigen Monaten im Team. Wie haben Sie Ihre Einarbeitung erlebt, und welche Schwerpunkte setzen Sie als neuer Vertriebsleiter?
Jens Stradtmann – Ich habe Oknoplast als sehr modernes, zugleich bodenständiges Unternehmen kennengelernt. Besonders beeindruckt hat mich der hohe Digitalisierungsgrad – etwa mit der Kundenplattform MyOknoplast –, der den Alltag unserer Partner deutlich vereinfacht.
GW – Was ist Ihr beruflicher Hintergrund – warum waren gerade Sie der Wunschkandidat von Oknoplast für die Position des Vertriebsleiters?
Stradtmann – Ich bin Kaufmann mit einem ausgeprägten technischen Verständnis und verfüge über rund 25 Jahre Erfahrung in der Bauzulieferindustrie. Mein beruflicher Schwerpunkt lag dabei unter anderem in der SHK-Branche sowie im Glas- und Bauelementebereich. In dieser Zeit habe ich umfassende Vertriebserfahrung über unterschiedliche Kanäle gesammelt – vom klassischen Fachhandel über Handwerk und DIY bis hin zum Großhandel – und internationale Teams geführt. Durch meine langjährige Tätigkeit im Ausland, unter anderem sechs Jahre in Polen, habe ich zudem ein sehr gutes Verständnis für kulturelle Unterschiede im Geschäftsleben entwickelt, was insbesondere in der Zusammenarbeit mit der Zentrale ein wichtiger Faktor ist. Vor diesem Hintergrund war es aus meiner Sicht die Kombination aus langjähriger Markterfahrung, operativer Vertriebsnähe und internationalem Blickwinkel, die für Oknoplast bei der Besetzung dieser Position entscheidend war.
GW – Sie lernen die Branche gerade erst noch intensiv kennen – welche ersten Eindrücke haben Sie am Point of Sales gewonnen?
Stradtmann – Mein erster Eindruck am Point of Sales ist durchweg positiv. Unsere Fachhandelspartner verfügen über eine sehr hohe Fachkompetenz und beschäftigen sich intensiv mit den technischen Eigenschaften der Produkte. Gleichzeitig ist der Markt – insbesondere im Projektgeschäft – aktuell stark umkämpft. Natürlich spielt der Preis eine Rolle, aber in den Gesprächen zeigt sich sehr klar, dass Verlässlichkeit, Lieferperformance, Servicequalität und eine echte Partnerschaft entscheidende Faktoren für eine langfristige Zusammenarbeit sind. Besonders beeindruckt hat mich dabei das Engagement und die Leidenschaft vieler Partner. Man arbeitet hier mit Menschen, die ihren Beruf wirklich leben.
GW – Worin liegt jetzt Ihr Fokus?
Stradtmann – Mein Schwerpunkt liegt darauf, den Vertrieb konsequent weiterzuentwickeln: einfacher in den Prozessen, sicher in der Abwicklung und schnell in der Umsetzung. Gleichzeitig investieren wir stark in Schulung und Kommunikation, denn am Ende sind es Menschen, die unsere Produkte verkaufen und montieren.
GW – Wie viel Handelspartner hat Oknoplast in Deutschland? Wie wollen Sie diese Zahl weiterentwickeln und welche Regionen stehen besonders im Fokus?
Stradtmann – Deutschlandweit arbeiten wir aktuell mit über 600 aktiven Handelspartnern zusammen. Unser Fokus liegt dabei nicht auf einer reinen Ausweitung der Anzahl oder auf bestimmten Regionen, sondern auf der Qualität der Partnerschaften. Unser Ziel ist es, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die unsere Produkte mit Überzeugung verkaufen, fachgerecht montieren und damit Endkunden nachhaltig zufriedenstellen.
GW – Wie unterstützt Oknoplast konkret seine Handelspartner im Bereich Marketing, Schulung und technischer Beratung?
Stradtmann – Wir haben in den vergangenen Jahren stark in den Markenaufbau investiert – unter anderem über Sponsoring und Messeauftritte, um unseren Handelspartnern den Verkauf zu erleichtern. Heute haben sich die Rahmenbedingungen jedoch deutlich verändert. In einem anspruchsvollen Marktumfeld konzentrieren wir uns stärker auf Maßnahmen, die unsere Partner direkt im Tagesgeschäft unterstützen: technische Beratung, Schulung, Prozessunterstützung und individuelle Begleitung. Unser Anspruch ist es, dort zu investieren, wo es konkret hilft, wettbewerbsfähig zu bleiben.
GW – Gibt es auch mehr Händler-Unterstützung in Sachen digitale Transformation?
Mryczko – Die digitale Transformation ist in Deutschland nach wie vor eine Herausforderung. Während in Polen nahezu alle Handelspartner digital arbeiten, generieren wir in Deutschland aktuell rund 45 % unseres Umsatzes digital. Etwa jeder dritte Partner nutzt unsere Systeme aktiv. Mit Tools wie PrefWeb und der Plattform MyOknoplast ermöglichen wir eine vollständig digitale Abwicklung – von der Bestellung bis zur Rechnung. Unser Ansatz ist dabei klar: nicht zwingen, sondern überzeugen. Denn Digitalisierung bedeutet für unsere Partner vor allem eines: weniger Aufwand, geringere Kosten und mehr Zeit für den Verkauf.
GW – Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden wichtiger. Wo setzen Sie hier den Fokus?
Mryczko – Nachhaltigkeit ist für uns kein einzelnes Projekt, sondern ein durchgängiger Ansatz – von der Produktentwicklung über die Produktion bis zur Zusammenarbeit mit unseren Partnern.
Auf Produktebene setzen wir auf hohe Energieeffizienz und langlebige Systeme, die sowohl im Neubau als auch in der Sanierung einen messbaren Beitrag zur CO₂-Reduktion leisten. Gleichzeitig arbeiten wir mit Recyclingkonzepten wie dem Veka-Recyclingsystem und unterstützen unsere Handelspartner gezielt durch Schulungen, etwa im Zusammenhang mit BAFA-Förderungen.
In der Produktion investieren wir kontinuierlich in umweltfreundliche Technologien. Ein Beispiel ist der neue Ofen in unserem Werk, mit dem wir die Schadstoffemissionen um bis zu 95 Prozent reduzieren konnten. Ergänzt wird das durch zertifizierte Umweltmanagementprozesse nach ISO 14001.
GW – Wie intensiv spiegeln Sie die Anforderungen aus dem Markt bzw. von Ihren Kunden zur Oknoplast-Zentrale nach Polen? Können Sie uns Produktinnovationen benennen, die aufgrund der Kundenwünsche aus dem hiesigen Markt entstanden sind?
Mryczko – Anforderungen aus dem Fachhandel und von Endkunden werden regelmäßig an die Zentrale zurückgespielt und fließen direkt in die Produktentwicklung ein. Ein gutes Beispiel ist das Fenstersystem Pava mit STV-Technologie, das gezielt für die Anforderungen des deutschen Marktes weiterentwickelt wurde und sich sehr erfolgreich etabliert hat. Mit Systemen wie Ecofusion bieten wir zudem wirtschaftliche Lösungen für die Sanierung, ohne bei Qualität und Energieeffizienz Kompromisse einzugehen. Unser Anspruch ist es, für unterschiedliche Marktsegmente passende Lösungen zu entwickeln – vom preisbewussten Sanierungsprojekt bis zum anspruchsvollen Neubau.
Ein Premiumfenster endet nicht beim Profil, sondern beim zufriedenen Endkunden.
GW – Wie wichtig sind Design und Ästhetik bei der Entwicklung Ihrer Produkte?
Mryczko – Design spielt für uns eine wichtige Rolle – allerdings immer im Kontext des jeweiligen Marktes. Der deutsche Markt ist in vielen Bereichen konservativer als andere Länder, was Profile, Farben und Formen betrifft. Als internationaler Hersteller nutzen wir die Erfahrungen aus unterschiedlichen Märkten sehr gezielt: aus Italien etwa im Bereich Design, aus Frankreich bei schlanken Profilen und hohen Glasanteilen. Diese Impulse fließen in unsere Produktentwicklung ein, werden für Deutschland aber sorgfältig adaptiert. So verbinden wir Innovation mit Akzeptanz.
GW – Wie sieht Ihre Strategie aus, um technische Innovationen wie Smart-Home-Integration oder automatisierte Fensterlösungen in Ihr Portfolio aufzunehmen?
Mryczko – Smart-Home-Lösungen sind bei Oknoplast seit Jahren Bestandteil des Portfolios – von intelligenter Beschattung über Fensterüberwachung bis hin zu smarten Zutrittslösungen. Technologisch ist vieles möglich. Entscheidend ist jedoch, wie sinnvoll diese Lösungen im jeweiligen Projekt eingesetzt werden. Unsere Aufgabe sehen wir darin, gemeinsam mit dem Fachhandel bedarfsgerechte Lösungen anzubieten – dort, wo sie echten Mehrwert bieten und vom Kunden auch gewünscht sind. Innovation bedeutet für uns nicht, alles Machbare umzusetzen, sondern das Richtige.
GW – Wie wichtig ist die Internationalisierung für Oknoplast, und welche Rolle spielt dabei Ihre Erfahrung als global agierender Anbieter?
Mryczko – Internationalisierung ist für Oknoplast weit mehr als reine Umsatzentwicklung. Sie bedeutet vor allem Lernen. Jeder Markt hat eigene Anforderungen, Bauweisen und Erwartungen – und genau daraus ziehen wir wichtige Impulse für unsere Produktentwicklung und Prozesse.Deutschland war dabei früh ein Qualitätsmaßstab für uns. Aus anderen Märkten haben wir zusätzliche Perspektiven mitgenommen: aus Frankreich etwa den Fokus auf Ästhetik und schlanke Profile, aus Italien Designkompetenz, aus den USA neue Ansätze für innovative Lösungen. Oknoplast gehört heute zu den internationalen Herstellern, die ihre Produkte konsequent an lokale Marktanforderungen anpassen und gleichzeitig eigene Innovationen vorantreiben. Diese Kombination aus Internationalität und Marktverständnis ist eine unserer zentralen Stärken.
GW – Kommen wir kurz auf die Markenwelt von Oknoplast zu sprechen. Haben die Fachhandelspartner Zugriff auf die Produkte aller Tochtergesellschaften im Konzern?
Stradtmann – Grundsätzlich haben unsere Fachhandelspartner Zugriff auf das gesamte Markenportfolio von Oknoplast Deutschland. Gleichzeitig verfolgen wir einen bewusst strukturierten und selektiven Vertriebsansatz. Mit Oknoplast als Premiummarke für Kunststoff- und Kunststoff-Aluminium-Fenster, Aluhaus für hochwertige Aluminiumlösungen sowie WnD und Catadi für klar definierte Neubau- und Objektsegmente decken wir unterschiedliche Anforderungen im Markt gezielt ab. Die Vermarktung erfolgt über abgestimmte Strukturen und Teams, sodass Markenpositionierung, Beratung und Service klar und konsistent bleiben.
GW – Herr Stradtmann, was ist Ihre persönliche Vision für die Zukunft von Oknoplast Deutschland in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
Stradtmann – Oknoplast Deutschland ist bereits heute einer der führenden und verlässlichsten Anbieter im deutschen Markt. Unsere Vision für die kommenden fünf bis zehn Jahre ist es, diese Position weiter auszubauen und nachhaltig zu festigen. Wir sehen Deutschland als nachhaltigen Wachstumsmarkt, insbesondere vor dem Hintergrund des hohen Sanierungsbedarfs.
Oknoplast verfügt über eine moderne, leistungsfähige Produktion, hoch motivierte Mitarbeiter und eine sehr solide Kapitalbasis. Wachstum ist für uns daher keine Überforderung, sondern eine beherrschbare Aufgabe. Entscheidend ist dabei, dass es wirtschaftlich gesund bleibt.
Wettbewerb ist wichtig und belebt den Markt. Ein reiner Preiskampf schadet jedoch langfristig allen Beteiligten – insbesondere Innovation und Qualität. Unsere Vision ist es, Marktanteile mit Augenmaß auszubauen und unsere Position kontinuierlich zu stärken.
GW – Herr Mryczko, an Sie noch die Frage zum kurzfristigen Ausblick: Was will Oknoplast zum Ende 2026 erreicht haben? Wieder ein Wachstum von 28 Prozent?
Mryczko – Unser zentrales Ziel für 2026 ist es, die neue strategische Ausrichtung konsequent umzusetzen und im Alltag zu verankern. Es geht darum, dass die neuen Strukturen greifen, Prozesse stabil laufen und unsere Handelspartner den Mehrwert dieser Veränderungen spürbar erleben.Natürlich ist Wachstum weiterhin wichtig – allerdings nicht als Selbstzweck. Oknoplast ist seit vielen Jahren gesund gewachsen. Als ich bei Oknoplast 2004 angefangen habe, machte das Unternehmen rund 20 Mio. Euro Umsatz. Heute bewegen wir uns auf einem Niveau von rund 500 Mio. Euro Gruppenumsatz. Dieses Wachstum war immer getragen von finanzieller Stabilität und einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit im unternehmerischen Sinne. Für 2026 bedeutet das: gesundes Wachstum, wirtschaftliche Vernunft und eine Organisation, die langfristig leistungsfähig bleibt.
GW – Was möchten Sie den Leserinnen und Lesern abschließend über Oknoplast und Ihre Pläne mitgeben?
Mryczko – Die kommenden Jahre werden für unsere Branche anspruchsvoll bleiben. Umso wichtiger ist es, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt: Qualität, Verlässlichkeit und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Oknoplast versteht sich nicht als reiner Hersteller, sondern als langfristiger Partner des Fachhandels. Unser Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die im Markt bestehen – wirtschaftlich, technisch und qualitativ. Wer bereit ist, diesen Weg gemeinsam zu gehen, wird auch in einem herausfordernden Umfeld erfolgreich sein.
GW – Vielen Dank, Herr Mryczko und Herr Stradtmann für diese Ausführungen und alles Gute für das noch junge 2026!
Die Fragen platzierte Chefredakteur Daniel Mund
Foto: Oknoplast
Besondere Inszenierung gerechtfertigt: Dank STV-Scheibenverklebung gewinnt das Pava-Fenster an Stabilität für große Verglasungen und bodentiefe Fenster.
Foto: Oknoplast
Oknoplast Keimzelle in Ochmanów bei Krakau. Mittlerweile besteht die Gruppe aus den Marken Oknoplast, WnD, Cadadi und Aluhaus
Foto: Oknoplast
Seit 2006 ist Dominik Mryczko Geschäftsführer von Oknoplast Deutschland. Er hat eine zentrale Rolle beim Aufbau der Marke in Deutschland und der Stärkung der Kundenbeziehungen auf dem deutschen Markt gespielt. Gleichzeitig ist seine Rolle, die Internationalisierung der Gruppe aktiv mitzugestalten.
Die Gesprächspartner
Dominik Mryczko ist ein erfahrener Manager in der Fenster- und Türenbranche und seit 2004 ein Teil der Oknoplast-Gruppe. Er begleitet seit über 20 Jahren die strategische Entwicklung aller europäischen Märkte. Seit 2006 ist er Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Oknoplast Deutschland. 2018 hat er zusätzlich die Herausforderung angenommen, die amerikanische Tochtergesellschaft des polnischen Fensteranbieters aufzubauen und zu etablieren. 2025 fokussierte er sich wieder verstärkt auf den deutschen Markt und den damit verbundenen Aufbau eines neuen Management-Teams.
Jens Stradtmann ist seit September 2025 General Manager und Country Manager bei Oknoplast Deutschland. Zuvor betätigte er sich als selbstständiger Unternehmensberater und machte Erfahrungen als Vorstand bei der polnischen Marmite S.A., einem Anbieter von Sanitärprodukten aus Mineral Composite.
Erfolgreiches Jahr 2025
Trotz herausfordernder Marktbedingungen blickt Oknoplast in Deutschland mit den Marken Oknoplast, Aluhaus, WnD und Catadi auf ein äußerst erfolgreiches 2025 zurück: Mit einem Umsatzwachstum von 28 % hat man die Position im deutschen Marktausbauen können. Dieser Erfolg bestätigt nach Unternehmensangaben die Stärke der Marke und die Innovationskraft des Fensterherstellers. „Wir sind überzeugt, dass diese Ausrichtung ein Zeichen für unternehmerische Weitsicht ist“, betont Dominik Mryczko. „Unsere Kunden stehen im Mittelpunkt – und wir werden alles daransetzen, ihnen auf den effektivsten Wegen Mehrwert zu bieten.“
Mit dem Fenstersystem Pava hat Oknoplast ein Kunststofffenster entwickelt, das gezielt auf die Anforderungen moderner Neubauten ausgerichtet ist. Herzstück des Systems ist die statische Trockenverglasung (STV), bei der das Isolierglas bereits im Werk fest mit dem Flügel verklebt wird. Dadurch wird die Statik und Steifigkeit deutlich erhöht, was größere Konstruktionen ermöglicht und das Absinken oder Durchbiegen des Flügels reduziert. Diese Technologie sorgt zudem für eine optimierte Wärmedämmung und verringert das Tauwasserrisiko im Glasfalz. Gleichzeitig bietet die Technologie einen höheren Einbruchschutz, da die feste Verbindung zwischen Scheibe und Flügel die Sicherheit entscheidend erhöht.
Ein zentrales Merkmal des Oknoplast exklusiven Profil der RAL-Güteklasse A ist das schmale Flügeldesign, das bei gleichzeitig hoher Wärmedämmung einen bis zu 10 % höheren Tageslichteinfall ermöglicht. In Kombination mit der 7-Kammer-Rahmen- und 6-Kammer-Flügelkonstruktion sowie dem Dreifach-Mitteldichtungssystem erreicht das System sehr gute energetische Kennwerte mit einem Uw-Wert von bis zu 0,73 W/(m²K) (Referenzfenster).
Pava ist für Dreifachverglasungen bis 59 mm Glasstärke ausgelegt und eignet sich sowohl für klassische Einfamilienhäuser als auch für architektonisch anspruchsvolle Neubauprojekte mit großen Fensterflächen. Das System ist BAFA-förderfähig und damit auch wirtschaftlich attraktiv für Bauherren.
Merkmale:
Einsatzbereich: Neubau
RAL-Güteklasse A
STV-Technologie (statische Trockenverglasung)
Uw-Wert bis 0,73 W/(m²K)
Bis zu 10 % mehr Tageslichteinfall durch schlankes Flügelprofil
7-Kammer-Rahmen / 6-Kammer-Flügel,
Dreifach-Mitteldichtungssystem
Glasstärken bis 59 mm
BAFA-förderfähig
Foto: Oknoplast
Altbau-Experte: Fenstersystem Ecofusion
Das Fenstersystem Ecofusion wurde gezielt für die energetische Sanierung sowie kostenbewusste Bauvorhaben entwickelt. Mit einer Bautiefe von 76 mm verbindet das System solide technische Leistungswerte mit einem vergleichsweise schlanken Profilaufbau.
Ein zentrales Entwicklungsziel von Ecofusion ist der reduzierte Materialeinsatz: Das im Vergleich zu klassischen Kunststofffenstern um rund 10 mm niedrigere Profil senkt den Kunststoffverbrauch und leistet damit einen Beitrag zur Ressourcenschonung. Gleichzeitig ermöglichen größere Glasflächen einen erhöhten Tageslichteinfall.
Dank Mehrkammergeometrie, Dreifachverglasung (optional) und serienmäßiger „Warmer Kante“ (Warmatec) erreicht Ecofusion Uw-Werte von bis zu 0,78 W/(m²K) und erfüllt damit die Anforderungen an energieeffizientes Bauen und Sanieren. Das System ist BAFA-förderfähig und eignet sich besonders für Modernisierungsprojekte, bei denen Wirtschaftlichkeit, Energieeinsparung und zeitloses Design im Vordergrund stehen.
Merkmale:
Einsatzbereich: Sanierung / Renovierung
RAL-Güteklasse A
Bautiefe: 76 mm
Uw-Wert bis 0,78 W/(m²K)
Reduzierter Kunststoffverbrauch durch schlankeres Profil