GLASWELT Ausgabe: 05-2018

Rolf Fensterbau

„Wir denken über den Onlinehandel ganz neu nach!“


Josef Rolf (l.) und Frank Alefelder

Josef Rolf (l.) und Frank Alefelder

„Wir sind der größte Fensterbauer im Rheinland“, sagt Frank Alefelder, Geschäftsführer bei Rolf Fensterbau in Hennef bei Bonn, „und tragen deshalb besondere Verantwortung.“ So sieht sich Rolf Fensterbau nicht nur in der Produktvermarktung der Automatisierung, sondern auch in der Qualifizierung seiner Mitarbeiter in einer besonderen Pflicht und Führungsrolle.

  1. Teil: „Wir denken über den Onlinehandel ganz neu nach!“
  2. Teil: Kurzporträt Rolf Fensterbau
  3. Teil: Warum auf den Ausbildungsberuf warten?

_ Firmengründer Josef Rolf, der vor zwei Jahren damit begann, sein Unternehmen innerhalb der Familie an seinen Nachfolger Frank Alefelder zu übergeben, hat mit diesem Geist sein Unternehmen entwickelt. So ganz aus der Fensterbau-Branche verabschieden mochte er sich allerdings auch nicht und steht dem gelernten Maschinenbauer Alefelder bei Neuentwicklungen und besonderen Fensterlösungen nach wie vor zur Seite. „Um das tägliche Geschäft kümmere ich mich heute nicht mehr. Dafür habe ich nun endlich Zeit, mich voll und ganz kniffligen Lösungen zu widmen oder über neue Produktionsabläufe nachzudenken“, sagt Rolf. Dazu nickt Frank Alefelder und bekennt: „Aus bautechnischen Diskussionen halte ich mich raus. Dafür ist Josef Rolf da.“

Jetzt gibt es wieder Platzprobleme

Klare Strukturen, Optimierung von Arbeitsschritten und die Eliminierung von nicht wertschöpfenden Arbeitsschritten sind allerdings Themen, die beide verbinden. „Wir haben uns schon sehr früh mit dem Einsatz von Bearbeitungszentren beschäftigt“, betont Josef Rolf und Alefelder ergänzt: „Automatisierung ist ein Thema, was uns ständig begleitet.“

1980 gegründet und 1995 aus Platzgründen an den heutigen Standort umgezogen, ist Platz heute wieder ein begrenzender Faktor und Rolf Fensterbau denkt über die nächste Erweiterung nach.

Etwa 110 Mitarbeiter stellen heute bis zu 300 Fenstereinheiten aus Profine-Kunststoffprofilen (Trocal) pro Tag her. Rund 17 eigene und fremde Montagekolonnen montieren Fenster und Türen vornehmlich in der Region.

Um Kunden von den Produktvorteilen des Programms zu überzeugen, stehen thematisch geordnete Showrooms bereit. Ein neuer Bereich, der die Vorteile von Smart Home und unterschiedlichen Zugangssystemen zeigt, wird gerade installiert.

Onlinehandel beträgt schon 30 Prozent

Einen weiteren Absatzkanal hat Rolf Fensterbau bereits 2006 erschlossen: den Onlinehandel. Mittlerweile beträgt der generierte Umsatz über „Fensterhai.de“ fast 30 % des Gesamtgeschäftes. Ursprünglich wurde es als kleiner Abholmarkt für den typischen Baumarktkunden konzipiert, doch die Zielgruppe hat sich stark verändert. Heute kaufen dort vornehmlich andere Gruppen ein: viele Geschäftskunden, Brandsanierer und Handwerker ohne eigene Fensterwerkstatt. Gibt es Probleme beim Einbau, schaut der Hand- oder Heimwerker einfach im FensterHAI-YouTube-Kanal nach und findet dort Tutorials zu unterschiedlichen Fragestellungen. Geht alles schief oder traut sich der Kunde den eigenen Einbau doch nicht zu, kann er bei Rolf immerhin noch die Montage dazu bestellen – je nach Wunsch oder Können. Das Geschäft läuft so gut, dass der Onlinehandel gerade komplett überarbeitet wird und im 3. Quartal runderneuert zur Verfügung stehen soll.

Zielgruppen erweitert

Dabei soll es weit über eine rein grafische Überarbeitung hinausgehen, sagt Geschäftsführer Alefelder: „Wir denken inhaltlich über den Onlinehandel ganz neu nach. Wie es aussehen wird, möchten wir heute noch nicht verraten. Nur soviel: Wir werden anschließend deutlich mehr Zielgruppen ansprechen als heute.“

Generell soll das Unternehmen deutlich digitaler aufgestellt werden. Noch einmal Frank Alefelder: „Als ein Unternehmen, das zwischen Industrie und Handwerk pendelt, haben wir den Anspruch, als handwerklich orientiertes und gleichzeitig hochkreatives Unternehmen wahrgenommen zu werden.“

Die Ausbildung selbst in die Hand genommen

Kreativ zeigt sich Rolf Fensterbau auch bei der Akquise des Nachwuchses. Hier unterstützt der Mittelständler die Idee „Ausbildungsbotschafter“ der IHK und beteiligt sich am „Girl’s Day“. Doch damit nicht genug. Unzufrieden mit der Situation eines fehlenden Ausbildungsberufes im Fensterbau-Handwerk hat Rolf Fensterbau mit dem Berufskolleg Hennef einen eigenen vierstufigen Lehrgang zum Fenstermonteur aufgelegt. Haben die jungen Leute alle vier Stufen – angefangen beim Teamleiter bis zum Fenstermonteur – erfolgreich abgeschlossen, erhalten sie von der IHK Bonn/Rhein-Sieg zusätzlich ein offizielles Zertifikatssiegel. Das Programm läuft seit vergangenem Jahr, im dritten Quartal werden die ersten erfolgreichen Absolventen erwartet. Dieses interne Qualifizierungssystem müssen zukünftig alle neuen Montagemitarbeiter durchlaufen, nach bestandener Prüfung erhalten sie das IHK-Zertifikatssiegel. Der Westdeutsche Rundfunk WDR hielt das Thema für so außergewöhnlich, dass er darüber eine Fernsehreportage anfertigte.

Auch von anderer Seite scheint der Nachwuchs für das Unternehmen gesichert. Alefelders vierjähriger Sohn lief neulich mit Papa durch die Produktion und sagte: „Papa, wenn ich groß bin, will ich auch Fensterbauer werden!“—

Rainer Hardtke

  • Nicht alle Handgriffe lassen sich automatisieren, aber Rolf arbeitet aber auch hier daran, die bestmögliche Reihenfolge zu finden.

  • Die Optimierung von Prozessen steht auch zukünftig im Fokus; hier eine Eckenschweißmaschine von Stürtz.

  • Mittlerweile beträgt der Umsatz über „ Fensterhai.de “ fast 30 Prozent des Gesamtgeschäftes.

Foto: Rolf Fensterbau

Foto: Rolf Fensterbau

Foto: Rolf Fensterbau

Literatur

  1. Teil: „Wir denken über den Onlinehandel ganz neu nach!“
  2. Teil: Kurzporträt Rolf Fensterbau
  3. Teil: Warum auf den Ausbildungsberuf warten?
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