GLASWELT Ausgabe: 07-2019

Bei Hitze Fenster auf?

Mund: Jetzt ist sie da: Die erste Hitzewelle ist angerollt in diesem Jahr. Neue Hitzerekorde werden geknackt und jeder kann sich glücklich schätzen, der sich in klimatisierten Räumen aufhalten kann. Doch wie ist bei anderen Umständen Linderung zu verschaffen? Alle Fenster auf, Ventilatoren an und den Durchzug genießen? Oder Fenster zu, Hitze aussperren? Wie hältst du es am besten aus in deinen Räumen?

Rehberger: In meinem Büro machen ich früh morgens alle Fenster auf und schalte auf Durchzug. Fängt dann die Sonne an auf die Fassade zu scheinen, mache ich die Fenster zu, schalte den Ventilator an und lasse die Rollläden herunter, um die Sonnenstrahlen auszusperren. Das funktioniert ganz gut, unter anderen deshalb, weil die Mauern dick genug sind, um die Wärme von außen aufzunehmen. An ganz heißen Tagen würde ich am liebsten im Treppenhaus arbeiten, denn dort sind die Fenster klein, ohne direkte Einstrahlung und so ist es immer kühl.

Mund: Wetterexperte Jörg Kachelmann würde Dir widersprechen: Er spricht von „Dummheiten“, wenn man den üblichen Empfehlungen nachkomme, nur morgens und abends zu lüften und tagsüber die Fenster geschlossen zu halten. Gleichzeitig „wettert“ er im wahrsten Wortsinn gegen die „Durchzugslüge“ und findet auf seinem Twitter-Account auch dazu ganz deutliche Worte: „Wer irgendwann mal auf den Schwachsinn mit den verschlossenen Fenstern tagsüber kam, hat viele Menschen auf dem Gewissen.“ Der steife Nacken, den man bei Durchzug bekomme, sei eine „furchtbare und unsinnige Obsession“ vieler Deutschen.

Rehberger: Ja aber was ist denn sein Rat? Er hat doch bestimmt einen Vorschlag in petto?

mund: Sein Rat: Einfach das Gegenteil von dem, was überall empfohlen wird: Auch wenn die Hitze da ist, Fenster auf! Wenn’s geht, den klassischen Durchzug kreieren. Ansonsten mit Lüftern gut nachhelfen.

Rehberger: Ob das immer die Lösung ist? Vielleicht sollte man das differenzierter betrachten, anhängig von der baulichen Situation, der Lage des Raums oder des Gebäudes und von der Außentemperatur. Nur als Überlegung: Wenn man in Südspanien ist und dort eine Außentemperatur von über 40 Grad hat und im Gebäude sind es 25 Grad, da schafft es der Durchzug höchstens, dass es innen wärmer wird. Steht das Haus direkt am See oder Meer, macht der Durchzug bestimmt Sinn.

Mund: Wichtig ist vor allem, dass man bei großer Hitze die Chance hat, die Sonne sinnvoll auszusperren und dann vielleicht noch für Verdunstungskälte bei „angenehmer Brise“ im Gebäude sorgt. Damit kommen wir auf unsere Branchen zu sprechen: Gerade bei extremen Klimata wie jetzt im Sommer und auch bei langen Frostperioden zeigt sich, wie wichtig das Bauelement Fenster für das Wohlbefinden der Bewohner ist. Dabei kommt es auf die individuelle Kundenberatung an: Nur das effektive Zusammenspiel von Glas und Sonnenschutz am Fenster sorgt dafür, dass Bewohner den Sommer genießen können.

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