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Wer hat im Dschungel noch den Überblick?

Olaf: Daniel, wir reden viel über Bürokratie, Regeln und Richtlinien. Mir ist wichtig, dass wir dabei nicht vergessen, warum Vorschriften überhaupt existieren. Sie schaffen Sicherheit, Vergleichbarkeit und letztlich Vertrauen für ein Miteinander, für Bauherren, Planer und auch für die ausführenden Betriebe. Wer sich daran hält, bewegt sich auf rechtlich sicherem Terrain.

Daniel: Grundsätzlich bin ich da bei dir. Niemand stellt Sicherheit oder Qualität infrage. Was wir aber zunehmend erleben, ist eine Überfrachtung. Für Fensterbauer und Montagebetriebe ist es längst eine Sisyphos-Aufgabe geworden, alle relevanten Normen, Leitfäden, Herstellerangaben und Richtlinien im Blick zu behalten. Wird etwas übersehen, steht man schnell mit einem halben Bein im Gerichtssaal.

Olaf: Das Haftungsrisiko ist real, genau deshalb plädiere ich dafür, Regelwerke ernst zu nehmen. Sie definieren die anerkannten Regeln der Technik. Wer sich daran orientiert, hat im Streitfall eine belastbare Grundlage. Gerade bei komplexen Themen wie Windlasten, Befestigungen oder Schnittstellen zwischen Gewerken sind klare Vorgaben unverzichtbar. Und nicht zuletzt sorgen Regelwerke auch für fairen Wettbewerb.

Daniel: Aber genau dort liegt doch der Knackpunkt. Es gibt nicht die eine klare Vorgabe. Stattdessen existiert ein Nebeneinander aus Normen, Richtlinien, Montageanleitungen und Auslegungshilfen, die sich teilweise sogar widersprechen. Und die Aufgabe, das alles zu bewerten und zusammenzuführen, landet am Ende beim Handwerker? Obwohl genau das weder seine originäre Aufgabe noch seine Kernkompetenz ist!

Olaf: Entscheidend ist, dass niemand allein gelassen wird. Verbände, Systemanbieter, Fachplaner und Sachverständige übersetzen komplexe Normen in handhabbare Praxis wie Richtlinien und Leitfäden. Genau hier entsteht durch bessere Einordnungen die Orientierung, siehe BF, VFF und IVRSA als gute Beispiele. Die Ausbildung zum ES-SO Advisor schult z.B. die bauphysikalischen Grundlagen. Vernetzung ist entscheidend, und auch der Blick in eine gute Fachzeitschrift kann helfen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Man muss wie überall mit den Anforderungen wachsen.

Daniel: Da stimme ich dir zu. Es gibt noch viel zu tun. Und damit wünschen wir Ihnen viel Spaß mit der neuen Ausgabe, in der wir uns auch mit einigen Normen beschäftigen und die Details dahinter beleuchten.

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