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Wir müssen Menschen vor Hitze schützen!

Rehberger: Die vergangenen Wochen haben erneut gezeigt, dass Hitze kein Randthema mehr ist. Temperaturen von weit über 30 Grad sind vielerorts die Normalität. Gleichzeitig wird immer deutlicher, welche Auswirkungen das auf uns Menschen hat. Wie bewertest Du diese Entwicklung?

Vögele: Die Diskussion über Hitze wird häufig auf Komfort reduziert. Tatsächlich geht es um Gesundheit. Überhitzte Innenräume beeinträchtigen die Konzentration und Leistungsfähigkeit, verschlechtern die Schlafqualität und belasten insbesondere ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen. Die Zahl der hitzebedingten Erkrankungen steigt, und die Statistiken zu hitzebedingten Todesfällen machen deutlich, dass wir es mit einer wachsenden Herausforderung zu tun haben.

Rehberger: Das heißt, dass Gebäude künftig stärker als Schutzraum betrachtet werden müssen. Und die Gebäudehülle spielt dabei eine zentrale Rolle, sie versorgt uns mit Tageslicht und schafft hohe Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig gilt es zu verhindern, dass sich Innenräume durch solare Einträge unkontrolliert aufheizen. Zeitgemäße Verglasungen können einen wichtigen Beitrag leisten, um den Energiedurchlass gezielt zu reduzieren.

Vögele: Richtig. Aber die Praxis zeigt, dass die wirksamste Strategie darin besteht, die Sonnenenergie durch Sonnenschutz möglichst gar nicht erst ins Gebäude gelangen zu lassen. Dadurch bleiben Innenräume auch an heißen Tagen deutlich kühler. Das reduziert nicht nur den Bedarf an technischer Kühlung, sondern verbessert die Aufenthaltsqualität für Menschen.

Rehberger: Interessant ist dabei, dass sich die Anforderungen an Gebäude verändern. Lange Zeit stand vor allem die Minimierung von Wärmeverlusten in der kalten Jahreszeit im Fokus. Heute müssen Gebäude beides leisten: Energie effizient nutzen und gleichzeitig einen wirksamen Schutz vor sommerlicher Überhitzung bieten. Das erfordert ein intelligentes Zusammenspiel verschiedener Komponenten der Gebäudehülle.

Vögele: Genau darin liegt die große Chance für unsere Branchen. Glas und Sonnenschutz sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich und können energieeffiziente und gesunde Gebäude schaffen. Diese Kombination wird künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen. Es geht nun um die Frage, wie wir Menschen in einem sich wandelnden Klima sichere und lebenswerte Gebäude bieten können. Ihnen viel Spaß mit der neuen GW.