Manche Erfolgsgeschichten beginnen mit einer strategischen Entscheidung. Andere mit einem spontanen Besuch, der Eindruck hinterlässt. Die Zusammenarbeit zwischen Maco und Stöckel zählt eindeutig zur zweiten Kategorie, denn Anfang der 1970er-Jahre befanden sich ein Maco-Mitarbeiter und ein Handelsvertreter auf einer Reise durch Norddeutschland, als sie einen ungeplanten Stopp bei der Stöckel GmbH einlegten. Der lösungsorientierte Ansatz hat damals Günther Stöckel überzeugt – siehe Interview – und damit war der Grundstein für eine Partnerschaft gelegt, die heute auf mehr als 50 Jahre gemeinsamer Geschichte zurückblickt.
Praxisnähe als gemeinsamer Erfolgsfaktor
Was damals den Ausschlag gab, ist bis heute ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit geblieben: der konsequente Fokus auf die Praxistauglichkeit. Schon beim ersten Kontakt spielte die einfache, schnelle und sichere Verarbeitung der Beschläge eine entscheidende Rolle. Für Stöckel mussten sich technische Lösungen im Produktionsalltag bewähren.
In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich die Fenster- und Beschlagtechnik grundlegend weiterentwickelt und verändert. Komfort, Sicherheit, Designfreiheit und intelligente Funktionen prägen moderne Fenster- und Türsysteme. Dennoch sind die zentralen Kriterien unverändert geblieben: Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und eine einfache Verarbeitung.
Stöckel als Profilsystemgeber
In der Geschäftsbeziehung ging es von Anfang an um mehr als um das Zukaufen von Beschlägen. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung eines eigenständigen Profilsystems, das Stöckel seit vielen Jahren erfolgreich am Markt einsetzt. Maco unterstützte dabei mit technischem Know-how und marktfähigen Beschlaglösungen.
Maco wiederum profitiert von den Rückmeldungen und Erfahrungen aus der Praxis. Als Fensterhersteller und Systemanbieter liefert Stöckel wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung von Beschlagprodukten und Systemlösungen. Oliver Lehnert, der bei Maco den Vertrieb für Westeuropa verantwortet, beschreibt diesen Austausch: „Durch die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Bereichen bei Stöckel konnten und können wir viel über die technische Weiterentwicklung von Fenstern und die Erwartungen des Markts und der Endkunden lernen – das fließt in unsere Produktentwicklung ein.“
Dieses gegenseitige Vertrauen erweist sich insbesondere dann als wertvoll, wenn Herausforderungen auftreten. Denn auch langjährige Geschäftsbeziehungen bleiben nicht von schwierigen Verhandlungen oder wirtschaftlichen Veränderungen verschont. Entscheidend sei dabei die Fähigkeit, offen miteinander zu kommunizieren und die Perspektive des Partners zu verstehen.
Neue Anforderungen
Der Blick richtet sich heute längst nicht nur auf die Vergangenheit. Beide Unternehmen sehen vielfältige Chancen in den Zukunftsthemen der Branche. Energieeffizienz, Sicherheit, Digitalisierung und Smart-Home-Anwendungen werden die Entwicklung von Fenstern und Türen in den kommenden Jahren weiter bestimmen und neue Anforderungen an Hersteller und Zulieferer stellen.
Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit im Bereich intelligenter Fenstertechnologien. Bereits früh wurde Stöckel in die Entwicklung des Sensorportfolios „Sense by Maco“ eingebunden. Die Rückmeldungen und Praxiserfahrungen des Fensterherstellers fließen in die Entwicklung marktfähiger Lösungen ein und bilden gleichzeitig die Grundlage für weitere Innovationen.
Was mit einem spontanen Musteranschlag begann, ist heute ein Beispiel dafür, wie echte Partnerschaften Innovation fördern, Marktverständnis vertiefen und Generationen verbinden können.
Zum Unternehmen Stöckel
Die Stöckel GmbH mit Sitz in Vechtel wurde 1957 von Tischlermeister Günther Stöckel gegründet. Bereits Ende der 1960er-Jahre nahm Stöckel Kunststofffenster in das Fertigungsprogramm auf und etablierte ein eigenes Fenstersystem. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 250 Mitarbeiter und ist sowohl Fensterhersteller als auch Systemanbieter für Verarbeiterkunden.
Zum Unternehmen Maco
Maco, gegründet 1947 von Lorenz Mayer, zählt sich zu den Weltmarktführern für Fenster-, Tür- und Großflächenbeschläge und ist Anbieter von System- und Sicherheitslösungen. Die Vernetzung mit elektronischen Komponenten spielt zunehmend eine Rolle – neben den mechanischen Baubeschlägen wie dem Dreh-Kipp-Beschlag. Mit der Übernahme der deutschen Hautau GmbH 2018 baut der Baubeschlägeproduzent seine Position bei Schiebesystemen und Fensterautomation weiter aus. 2.300 Beschäftigte sind an sechs Werksstandorten und den internationalen Vertriebsniederlassungen der Unternehmensgruppe tätig.
Wie alles begann
GW – Die Geschichte begann in den 1970er-Jahren mit einem spontanen Musteranschlag. Wie wichtig war dieser erste Eindruck?
Günther Stöckel – Entscheidend. Ein Maco-Mitarbeiter befand sich mit einem Handelsvertreter auf Reise durch Norddeutschland und legten einen ungeplanten Stopp bei uns ein. Meine Bedingung in den Verkaufsgesprächen: Wenn der vorgestellte Dreh-Kipp-Beschlag sofort und überzeugend bei uns in der Werkstatt montiert werden könne, sei eine Zusammenarbeit denkbar. Noch am selben Abend erfolgte der Musteranschlag. Die einfache Montage und die unmittelbare Praxistauglichkeit waren entscheidend. Das Produkt funktionierte im Alltag – und genau darauf kommt es an.
Mario Neuwirth – Rückblickend zeigt diese Situation sehr gut, wie unsere Zusammenarbeit bis heute funktioniert: lösungsorientiert und nah an den Anforderungen des Kunden.
GW – Nicht jede Partnerschaft bleibt über Jahrzehnte frei von Herausforderungen. Was hat Ihnen geholfen, schwierige Phasen zu meistern?
Günther Stöckel – Offenheit und Ehrlichkeit. Natürlich gab es intensive Diskussionen, beispielsweise bei Preisverhandlungen. Wichtig war immer, dass beide Seiten das gemeinsame Ziel vor Augen hatten.
Mario Neuwirth – Offene Kommunikation, Vertrauen und die Fähigkeit, temporär auch in den Schuhen des anderen gehen zu können, sind entscheidend.
GW – Wo sehen Sie die Zukunftsthemen?
Oliver Lehnert – Wir beschäftigen uns intensiv mit intelligenten Fenster- und Türsystemen. Bei der Entwicklung unserer Sensorlösung „Sense by Maco“ hat uns Stöckel wertvolle Impulse aus der Praxis geliefert. Dieses Marktfeedback fließt direkt in Produktentwicklungen.
GW – Warum passen Maco und Stöckel auch nach 50 Jahren noch so gut zusammen?
Reiner Stöckel – Aufgrund der persönlichen Bindung, technischen Offenheit, direkten Entscheidungswege und dem gemeinsamen Interesse an guten marktfähigen Lösungen.
Ernst Mayer – Weil es immer um mehr ging als um Produkte. Wir haben voneinander gelernt, entwickelt und Vertrauen aufgebaut. Dadurch ist eine persönliche Verbundenheit entstanden.
Oliver Lehnert – Partnerschaft bedeutet für uns, sich auf Augenhöhe zu begegnen und auch in herausfordernden Zeiten zusammenzustehen.
GW – Glückwunsch zu so einer kontinuierlichen und stabilen Kunden-Lieferanten-Beziehung, viel Erfolg für die Zukunft!
Foto: Maco
Foto: Maco
Foto: Maco
Foto: Stöckel
Foto: Damian Canteros
Im Interview
- Ernst Mayer, Unternehmerfamilie Mayer
- Mario Neuwirth, CEO Maco Gruppe
- Oliver Lehnert, Maco Executive Vice President Sales West
- Reiner Stöckel, Geschäftsführer
- Günther Stöckel, Stöckel Firmengründer