Mit dem Projekt Glaskompetenzzentrum Torgau wird der bestehende GlasCampus Torgau zu einem hochmodernen Bildungs- und Innovationszentrum weiterentwickelt. Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette der Glasindustrie – von der Aus- und Weiterbildung über angewandte Forschung bis hin zur Umsetzung innovativer Technologien – an einem zentralen Ort zu bündeln.
Der Baustart erfolgte im April 2026. Bis Ende 2027 entsteht in unmittelbarer Nähe zum Beruflichen Schulzentrum Nordsachsen ein Hallenkomplex mit Lehr-, Versuchs- und Pilotanlagen, Werkstätten sowie Seminarräumen. Die Nutzfläche beträgt rund 5300 m2.
Bildung & Qualifikation auf allen Ebenen
Das Glaskompetenzzentrum wird Angebote auf allen Ebenen des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) bereitstellen – von der beruflichen Ausbildung über die Meisterqualifikation bis hin zur spezialisierten Weiterbildung. Damit entsteht eine Einrichtung, in der nahezu alle Bildungsformate der Glasbranche unter einem Dach zusammengeführt und miteinander vernetzt werden.
Für Unternehmen der Glasindustrie und des Glaserhandwerks werden praxisnahe Fortbildungen sowie individuell zugeschnittene Qualifizierungsangebote entwickelt. Ziel ist eine enge Verzahnung von Theorie und betrieblicher Praxis.
Forschung & Innovation – Technologieentwicklung im Technikum
Ein zentrales Element ist der Aufbau einer industrieorientierten Forschungsumgebung im Technikum-Maßstab. In der geplanten Halle werden moderne Produktions- und Verarbeitungstechnologien abgebildet, ergänzt durch einen Maschinenpark sowie einen Versuchsofen für die Glasforschung.
In Zusammenarbeit mit der TU Bergakademie Freiberg entstehen hier Voraussetzungen für die Entwicklung und Erprobung neuer Verfahren, Materialien und Technologien. Schwerpunkte liegen unter anderem auf der klimafreundlicheren Glasproduktion sowie dem Einsatz alternativer Brennstoffe.
Struktur und Träger des Technikums
Träger des Projekts ist der Landkreis Nordsachsen. Die inhaltliche Ausgestaltung erfolgt im Verbund des GlasCampus, in dem neben der TU Bergakademie Freiberg auch das Berufliche Schulzentrum Nordsachsen, das Glaserhandwerk sowie Unternehmen der Glasindustrie eingebunden sind. Die Partner arbeiten bereits seit 2019 gemeinsam an Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten.
Impulsgeber für den Strukturwandel
Das Projekt wird mit einer Investitionssumme von rund 35 Mio. Euro umgesetzt. Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus Mitteln des Strukturwandels. Ergänzend ist in einem zweiten Bauabschnitt ab 2027 der Ausbau eines Internats mit 42 Plätzen vorgesehen.
Mit dem Glaskompetenzzentrum entsteht in Nordsachsen eine spezialisierte Infrastruktur für Qualifizierung und angewandte Forschung, die es in dieser Form bislang kaum gibt. Der Standort soll zur Fachkräftesicherung beitragen und gleichzeitig neue Impulse für technologische Entwicklungen in der Glasbranche setzen.
Und wie geht es weiter?
Das Glaskompetenzzentrum Torgau verbindet Bildung, Forschung und industrielle Anwendung in einer gemeinsamen Infrastruktur. Es schafft Rahmenbedingungen für die Ausbildung von Fachkräften, die Entwicklung neuer Technologien und die stärkere Vernetzung von Akteuren entlang der Wertschöpfungskette Glas.