Naturschutz und Tierwohl haben heute einen größeren Stellenwert in der Gesellschaft als früher und damit auch die Akzeptanz für Vogelschutzglas deutlich erhöht. Es wird nicht mehr einfach toleriert, wenn vor einem öffentlichen Gebäude oder einem Ladengeschäft kollidierte Vögel zu finden sind.
Heute gibt es technische Vogelschutzlösungen, die ästhetischer sowie unauffälliger sind, denn je zuvor. Teilweise werden die Schutzmuster sogar als Designelement eingesetzt. Aktuell sind das wahlweise gezielt sichtbare, absorbierende, reflektierende oder teiltransparente Strukturen, wie z. B. Punkte, die für einen anfliegenden Vogel das Hindernis sichtbar machen.
Mit Kanada, den USA und regional auch Finnland gibt es Vorreiter bei der Vorbeugung von Vogelschlag. Dort ist gesetzlich festgelegt, bei welchen Fassaden und bis zu welcher Höhe ein Schutzglas zu verwenden ist. Deutschland hat mit dem Tierschutzgesetz eigentlich eine ausreichende, gesetzliche Regelung, jedoch fehlt es an konkreten Ausführungsvorschriften, die sich dem Vogelschutz an Gebäudefassaden widmen. Die Akzeptanz von Schutzmaßnahmen ist in den Ländern höher, wo es entsprechende Vorschriften gibt. Je mehr Lösungen an Gebäuden umgesetzt sind, umso selbstverständlicher werden diese wahrgenommen. In den USA hat sich die American Bird Conservancy (ABC) etabliert und zertifiziert dort Vogelschutzgläser im Sinne des Gesetzgebers im Hinblick auf deren Wirkung. In Europa gibt es ebenfalls Flugtunneltests, die die Wirksamkeit von Lösungen belegen. Beides erhöht das Vertrauen in die Schutzmuster.
Die sinnvolle Diskussion um Wirksamkeit und Zertifizierung von Vogelschutzgläsern hat es rückblickend Endkunden und Fensterbauern schwerer gemacht als nötig. Zudem hat das Fehlen gesetzlicher Regelungen oder Ausführungsverordnungen in vielen Ländern zu einer Verunsicherung geführt, die nicht zuletzt Ausschreibungen verkompliziert hat. Im Ergebnis ist die Glasbranche bei dieser Thematik weiter als die meisten Gesetzgeber.
Über 30 Jahre Erfahrung mit Vogelschutzgläsern
Wir haben in 30 Jahren viele Versuche gemacht, Gläser hergestellt und so einiges lernen müssen. Aus dieser Erfahrung sollte das Schutzmuster auf der Außenseite angebracht werden.
Ein hinter der ersten Scheibe liegendes Muster wäre nur bei einer stark reflektierenden Struktur für Vögel erkennbar und würde mit seinem Reflexionsgrad das Erscheinungsbild des Gebäudes beeinflussen. Ebenso sollte die Lebensdauer der Funktionsstrukturen auf das Fenster oder die Fassade angepasst sein. Im oberflächenschonenden Laserdruckverfahren können wir die Wirksamkeit auf über 30 Jahre garantieren.
Zum Schutz aller Vögel sollte das Muster so gewählt werden, dass es einem Vogel als unnatürliches Hindernis erscheint. Je nach Glas und Beschichtung empfehlen wir bei 5-9 mm großen Punkten einen Abstand von 50-100 mm.
Dies ist kleiner als der halbe Flügelabstand und macht ein Durchfliegen optisch unmöglich. Zugleich werden täuschend echte Spiegelungen von Bäumen oder Büschen an der Außenseite des Glases so unterbrochen, dass sie als unnatürlich wahrgenommen werden. Zusätzlich erzeugen unsere Aufdrucke eine leicht veränderte Lichtstreuung, die nur für Vögel sichtbar ist und ein weiteres Warnsignal gibt.
Bei Hegla boraident arbeiten wir an verschiedenen Farben und Formen. Ebenfalls entwickeln wir weitere Schutzmuster, die sich den Designs von Gebäuden oder an ein Branding anpassen.
Neben der Erstellung neuer Isoliergläser/Scheiben mit Schutzmuster gibt es eine hohe Nachfrage nach Retrofit-Lösungen für bestehende Fassaden und Fensterscheiben. Mit dem BIRDfriend mobile Laser haben wir (www.hegla-boraident.com/de) dafür eine Lösung, um bereits eingebaute Fassadengläser vor Ort nachträglich mit Vogelschutzmustern auszustatten.
Foto: Matthias Rehberger / GW