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seele: Eine hängende Glasfassade für Brisbane

Diese fließende Glasfassade in Neuseeland stammt von seele 

David Kelly

Diese fließende Glasfassade in Neuseeland stammt von seele 

Entworfen von Blight Rayner Architecture und Snøhetta, übersetzte seele die gewünsche organische Freiformgeometrie, die an Wellen erinnert, in eine technisch präzise Gebäudehülle.

Die hängende Fassade besteht aus großformatigen flachen und gebogenen Isolierglas-Einheiten mit Höhen von über 7 m und Stückgewichten von bis zu 2,4 t. Konvexe und konkave Elemente mit engen Radien von lediglich 1 m beziehungsweise 1,5 m formen die Geometrie.

Fassade hängt vollständig von der obersten Geschossdecke

Um Transparenz und den Eindruck einer schwerelosen Gebäudehülle zu erreichen, wurde die gesamte Fassade von der obersten Geschossdecke abgehängt.

So konnten die tragenden Elemente der Unterkonstruktion so filigran wie möglich ausgeführt werden. Sämtliche Lasten werden dabei hängend über das reduzierte Fassadentragsystem kontrolliert über alle Stockwerke abgeleitet.

Temporäre Gewichte steuerten Verformungen während der Montage

Entscheidend war die Beherrschung der temporären Zustände während der Montage. Der Dachstahlbau wurde über das Fassadentragsystem mittels temporärer Gewichte in die finale Position gebracht, um eine sich ständig ändernde Verformung des Gesamtsystems während des Einbringens des Glasgewichts zu vermeiden.

Dadurch ließ sich verhindern, dass die steifen gebogenen Glasscheiben durch wechselnde Höhenzustände und die daraus entstehenden Spannungen beschädigt werden. Mit fortschreitendem Einbau wurde die temporäre Ablastung schrittweise reduziert und durch das reale Eigengewicht der Glasscheiben ersetzt.

Durchbiegungsmessungen kalibrierten das System exakt

Die Kräfte der Fassade wurden nicht nur für den Endzustand berechnet, sondern für sämtliche temporären Bauzustände, Lastfälle und Verformungsszenarien während der Montage. Christoph Bauchinger, Leiter Technisches Büro von seele in Schörfling, erläutert: „Durchbiegungsmessungen im Montageprozess ermöglichten die exakte Kalibrierung des Systems vor dem Einbau der Fassadenelemente.

Die Verformungsmessungen bestätigten die prognostizierten Werte und die Wirksamkeit des Konzepts." Für die Ablastung kam ein mit der Dachstahlkonstruktion verbundenes Stahlseil in Kombination mit einem kalibrierten Kettenzug und einer Kranwaage zum Einsatz, jeweils mit einer Mindesttragfähigkeit von 3000 kg.

Die vertikalev Lasten werden über raumhohe Stahlflachstähle und Zugstäbe in die Haupttragstruktur eingeleitet. Strukturelle Silikonverbindungen zwischen Glas und Tragwerknd nehmen die horizontalen Kräfte auf und leiten sie über Ringträger an die Betonzwischendecken weiter.

Die großformatigen Glaselemente werden in den Zwischendecken horizontal geführt. Das Glas übernimmt damit nicht nur die Funktion der Gebäudehülle, sondern trägt aktiv zur Lastabtragung im Fassadensystem bei.

Die Tragwerksplanung wurde in ein detailliertes dreidimensionales Modell integriert. Besonderes Augenmerk lag auf der Abstimmung unterschiedlicher Verformungen von Stahl-, Beton- und Fassadenkonstruktion sowie auf der gezielten Einplanung von Redundanzen. Die auskragende Betonplatte wurde mit einer speziell berechneten Vorwölbung ausgeführt, um spätere Fassadenlasten auszugleichen.

Präzise Montagelogistik verhinderte Zwängungen und Verformungen

Projektleiter Martin Hartmann resümiert: „Die millimetergenaue Fertigung der Stahlbauteile, die präzise Steuerung der Lastpfade und die sorgfältig abgestimmte Montagelogistik ermöglichten die Realisierung der komplexen Fassadengeometrie ohne Zwängungen oder unzulässige Verformungen." Das Glasshouse Theatre zeigt damit, dass sich auch hochkomplexe Freiformfassaden sicher und präzise realisieren lassen – von der ersten Berechnung bis zur fertigen Gebäudehülle.

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